Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
i4*> Gebrauch ua» Verfahren habe». Hkkh. SM 2,. ®w 815. L %»$ I. Auswahl verschiedener Mineral - Säuren ju Räucherungen. Hkth. am 2>. MayölL. Lj 161. §. 8807. Bey den Räucherungen der Zimmer müssen während ihrer Anwendung alle Thüren, Fenster und Oeffnungen wohl verschlossen, nach beylausig Einer Stunde aber wieder geöffnet werden. Men schenleere Zimmer laßt man mehrere, auch 7 bis 8 Stunden verschlossen. Vor der Räucherung entferne man alles Metall aus den Zimmern, Betten, Kleidern, so viel als möglich. Wäsche taucht man erst in Wasser ein, laßt sie halb trocken werden, und setzt sie dann im verschlossenen Zimmer den sauren Dämpfen aus, worauf man sie wieder sorgfältig waschen laßt. Gerathschaften, Kleidungsstücke u. s. w., welche nicht mit Wasser behandelt werden können, müssen wenigstens einige Mahle wohl durchräuchert werden. Die Geschirre, in welche man die Näücherungs-Materialien gebracht hat, werden in gehöriger Entfernung von einander, und nicht zu nahe an den Kopsen der Kranken, auf dem Fußboden zwischen den Betten oder in dem mittleren Raume des Zimmers, oder auf Tische gestellt, oder die Remigungsdiener können dieselben in den Zimmern herum tragen, wobey die Mischung von Zeit zu Zeit mit dem gläsernen Stabe umgerührt wrrd, damit sich neue Dämpfe entwickeln. Das geschieht solange, bis alle sauren Dämpfe aus dem Gemische entbunden sind, und das Zimmer deutlich und stark mit diesen grauen Dampfen, wie mit einem Nebel, angefüllt worden ist. 83o8. Alle vorbemerkten Raucherungen mit Mineral -Säuren leisten die angeführten Wirkungen, und können daher alle zu den berührten Zwecken angewendet werden, und eine kann die andere in Ermangelung des Materials ersetzen. Doch verdienen Raucherungen mit den Dämpfen dervollkommenen Salpeter-Säure einen Vorzug, wenn Krankensäle, Zimmer und Orte, wo sich viele Menschen aufhalten, gerei- niget werden sollen, weil sie der Brust der Anwesenden, wenn anders die Entwickelung der rothen Dämpfe vermieden wird, und man dieselben nicht zu übermäßig und unvorsichtig gebraucht, nicht nachtheilig sind, und von Gesunden und Kranken unter allen mineralsauren Dämpfen am besten vertragen werden. Die Dämpfe der gemeinen Salzsaure werden zwar von den Respirations - OrgariLN leichter vertragen, als jene der oxygenirten Salzsaure, und können in Ermangelung der Ingredienzen zur Bereitung der Salpeter-Saure auch in bewohnten Zimmern und Gebäuden mit der Vorsicht, daß man sie nicht in zu großer Menge, und nicht allzu nahe an dem Körper der Kranken entwickeln lasse, zum Rauchern angewendet werden, doch erregen sie leichter, als die vorher gehenden, Husten, Stecken rc., und die Kranken vertragen sie in der Regel weniger, als die salpetersauren Dämpfe. Uebrigens ist der Gebrauch der Räucherungen mit den Dampfen der gemeinen Salzsäure in leeren und unbewohnten Zimmern, Hausern, Schiffen u. s. w. zur Zerstörung der Ansteckung, und zur Sicherung vor ihr, wie auch zur Reinigung der Luft, allerdings höchst wichtig und schätzbar. Die Dämpfe der oxygenirten Salzsäure wirken auf die Lungen leicht nachtheilig, können Husten, Brustschmerzen, Beklemmungen, Zusammenpressen der Brust, Blutsveyen, und in größeren Quantitäten eingeathmet, auch leicht Erstickungszufalle erregen; sie sollen daher zur Raucherung unter Menschen, und in bewohnten Hausern, Zimmern oder Krankensälen nicht ohne Noch angewendek werden. Doch wirken sie am mächtigsten aus allen auf die Zerstörung der faulichten AnsteckungS- stoffe, und verdienen daher zur Reinigung der Luft und als ansteckungswidriges Mittel in XXXL Hauptstück. XXI. Abschnitt.