Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 8. (Wien, 1821)
/ % Von den Contumaz-Anstalten. Der Puls zeigt.'sich unter den drückenden Fingern weich, träge, tvatt, und in seinen) Schlage und m seiner Ordnung bald starker, bald schwacher, und durchgehend- ungleich; manches Mahl ist er kaum schneller als der gesunde. Der Harn ist bey einem solchen Pulse dünn, wässerig, wenig gefärbt, und sehr oft dem Harne eines Gesunden gleich. Viele Kranke empfinden keine Harnschmerzen, manches Mahl aber einiges Brennen. Mit eben derley Zufällen stellen sich die tödtlichen Rückfälle später bey den Kranken ein, welche sich in der besten Hoffnung des Aufkommens befanden. §. 8222. Manches Mahl schon vor dem anfangenden Froste (am öftesten aber nach Demselben, dey einigen früher, bey einigen später) anßert sich in der Folge ein abwechselnder, zwischen Haut und Fleisch befindlicher brennender Schmerz, runde, in Gestalt einer Erbse, oder längliche Knoten, welche mehreren oder minderen Schmerz verursachen. Sie nehmen ihren Aufenthalt in der oberen Gegend des einen oder des anderen Schenkels, zuweilen auch in beyden, den Schamtheilen gegen über, und zwey bis drey Querfinger abseits, und unterhalb der Schamweichen. Auch kommen sie bey den Kranken am öftesten vorn, nicht selten aber auch in dem Grunde der Achselhöhle oder neben den Ohrlappen vor. Man entdeckt die noch tief liegenden, und diejenigen, die noch keine Knoten haben, mittelst des Fühlens und Drückens der Finger auf diese Orte; der Kranke empfindet dabey Schmerzen, die er nicht verbergen kann. Eben der Schmerz verrärh auch dergleichen Knoten, wenn der Kranke geht, hinkt er vor Schmerz, noch mehr, wenn er sich niedersetzen (heben) will, oder endlich, wenn man ihm einen Fuß nach dem anderen in die Höhe hebt. Unter den Achseln fühlt er Schmerz, wenn er die Arme weit ausspannt, oder über den Kopf aufhebt, neben den Ohren, wenn er kauet oder den Mund weit aufsperrt. Sie wachsen bey anhaltender Mattigkeit (die Hitze mag mäßig oder unmäßig seyn) sehr wenig, und im letzteren Falle schmerzen sie um so mehr. Erheben sich aber die Lebenskräfte, theilt sich die Hitze gleichmäßig aus, stellt sich darauf ein erleichternder Schweiß am ganzen Leibe ein, so erlanget die kleinere Geschwulst die Größe eines Taubeneyes. Bleibt vermittelst dieses Schweißes das Fieber aus, oder läßt es merklich nach, so pflegt der beschriebene, schon erwachsene Knoten, wenn die vorige Hitze mäßig war, sich mit gutem Erfolge zu verziehen. Stellt sich aber das Fieber mit größerer Hitze wieder ein, so fängt die Geschwulst an, nachdem sie etwas größer geworden ist, Erter zu fassen, und erlanget die Gestalt und Größe eines halben Hühnereyes, wird zeitig und zuletzt weich, wie es an den gemeinen entzündlichen Geschwülsten geschieht. Niemand geneset ohne derley Knoten oder offenbare Geschwülste, die man Pestbeulen nennt, und jeder Pestkranke, welcher den vierten Tag erreicht, er mag nun aufkommen, oder daran sterben, ist gewiß mit einer solchen Geschwulst an einem oder mehreren der besagten Orte bezeichnet. Sehr übel aber ist es, wenn sie mit Verfall der Kräfte und Herzklopfen verschwinden, oder geschwinde aussahren, und groß werden. §, 8*23. Die Karbunkeln sind eine andere Art von Geschwülsten, welche an den Pestkranken Vorkommen, und keinen bestimmten Sitz haben. Sie brechen etwas später als die Knoten oder Pestbeuleii aus, und entstehen meistens bey den Kranken, welche mit einer merklichen Hitze behaftet sind. Eine kleine Harte, ein brauner Fleck, und ein oder zwey, auch drey darauf folgende Bläschen machen den Anfang mit einem brennenden Schmerz. 23ttní> vili. * tfeufierungen bir'Pejl turch 2iuöfchlägeber£aut ober^efc beuten. am 4. 3;85.G *438. 2in&em>eittcte Beteben feer burthWußfchläg* betraut, Äae» bunfeln genannt. £ft$. am 4* 3J?at;785>G*4;3Äv