Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 7. (Wien, 1821)

sondern als etwas Heilsames und ein zur Erfüllung seiner Pflichten unentbehrliches Mit­tel ansehen. Da sich jeder verbunden hat, nach allen möglichen Kräften zum Besten des Dienstes mitzuwirken, dieses aber ohne Subordination nicht bestehen kann, so folget von selbst, daß die Ehre die Triebfeder hierzu seyn müsse. Hiernächft findet er auch seine eigene Wohlfahrt darin, weil sie den Grund zu allen glücklichen Unternehmungen ausmacht. §. 6546. Die Mannszucht bestehet in der strengsten Ordnung, alle Befehle behend und ohne Widerrede in Vollzug zu bringen, dann in der unaus­bleiblichen Züchtigung derjenigen, welche ihre Schuldigkeit in Aus­übung der vorgeschriebenen Ordnung außer Acht lassen. Die Uebergehung der genngsten Fehler oder Nachlässigkeiten in dem Soldatenstande kann so widrige Folgen haben, daß dem Dienste hierdurch ein sehr großer Schaden erwach­set, es müssen daher alle Fehler, wenn sie auch noch so unbedeutend scheinen, ungesäumt und mit billiger Strafe geahndet werden. Die Disciplin erstreckt sich ebenfalls, jedoch in dem gehörigen Verhältnisse von der untersten bis zur höchsten Stufe, ohne alle Rücksicht, weil sich auch zu allen Zeiten in den erhabensten Stellen Fehler einschleichen, wodurch die mit dem Dienste verknüpften Obliegen­heiten nicht immerfort gegenwärtig gehalten werden. Außer dieser Strenge und unausge­setzten Disciplin, welche öfters, besonders vom Wachtmeister an, dasjenige zuwege brin­gen muß, was die Triebfeder zur Ehre zu erwerben nicht vermag, wird eme Truppe niemahls die unentbehrlichen Eigenschaften, als da sind: die Treue, der Gehorsam, die Ta­pferkeit, die Geduld, die Aufm erk sa mkei t und die Fertigkeit in solchem Gra­de erlangen, wie es zum Besten des Dienstes erforderlich ist. §♦ 6647. Die Harmonie oder Einigkeit iss die ungezwungene und zufriedene lieberem* stimmung eines Jeden mit dem Anderen zur Ehre des Corps, mithin auch zum Besten des Dienstes. Aus diesem Grunde muß ein jeder, so viel als thunlich ist, die von einem Anderen etwa begangenen Fehler zu redreffiren, oder dem voraus zu sehenden vorzubeugen suchen, kei- nesweges aber ein schändliches Wohlgefallen daran haben, daß einer in ein Vergehen gera- khe, und sich so fort eine Ahndung zuziehe. ' Diese Harmonie entspringet aus dem wahren Gebrauche der Subordination und Dis­ciplin, wenn nähmlich ein jeder ohne Murren das thut, was ihm zukommt, und nieman­den etwas zugemuthet wird, was nicht in der Billigkeit gegründet ist, hiernächst aber nicht nur der Untergebene die seinem Oberen schuldige Achtung und Ehrerbiethigkeit bey keiner Ge­legenheit hintan setzet, sondern auch der Vorgesetzte sich gegen seine Untergebenen und ein jeder gegen seines gleichen mit dem nöthigen Anstand» betragt. Ferner: wenn der Vorgesetzte alle Parteylichkeiten auf das sorgfältigste vermeidet, einzig allein die Gerechtigkeit zur Richtschnur nimmt, und sich alles Eigennutzes enthält; wenn endlich ein jeder den häßlichen Neid über die erworbenen Verdienste des Anderen und über die darauf erfolgte Belohnung bey sich mit allen Kräften zu unterdrücken sucht, welcher um so verächtlicher ist, als ein jeder ehrliebende Mann vielmehr denjenigen hochachten soll, der durch seinen Eifer, durch seine Bemühungen und durch andere löbliche Eigenschaften sich einige Vorzüge erworben hat, die zum Besten des Dienstes Vieles beytragen; es muß daher ein jeder durch Nacheifern dem anderen gleich zu kommen sich bestens bestreben. Von dem Armee-Fuhrwesen. 11 Don der Mannszucht. Hkth. am 3. Feb. 783. D 336. Von der Einigkeit. Hkth. am 3. Seb. 783. D 336. Danv vir.

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