Militär-Oekonomie-System der kaiserlichen königlichen österreichischen Armee 6. (Wien, 1821)
Von der Remvntirung durch Beschäl- und Nemontirungs-Departements. 217 §. 6022. Das Spannen der Stuten ist nicht zu gestatten, weil dadurch die Stute furchtsam und der Sprung fruchtlos gemacht wird, und weil jede Stute, welche vollkommen rosset, den Hengst gern und willig zuläßt; nur ist der Stute oben an der Wurzel der Schweif einzuflechten, damit die Ruthe durch die kurzen Haare nicht beschädiget werde. tz. 6028» Von denn bisher üblich gewesenen schädlichen Gebrauche, die Hengste zwey Mahl des Tages belegen zu lassen, erhält es das Abkommen, weil man sich die Ueberzeugung verschafft hat, daß durch dieses übermäßige Belegen viele Sprünge ganz unfruchtbar sind > und wenn sie ja was erzeugen, so werden Schwächlinge daraus, indem in der kurzen Zeit von Vormittag, wo der Hengst belegt hat. bis zum Nachmittage, wo er zum zweycen Mahle springen soll, folglich in 5 oder b Stunden, auch von den besten Beschälern, welche genug und fruchtbaren Samen erzeugen, der Same sich unmöglich gehörig verkochen und absondern kann, um ein kräftiges und vollkommenes Follen zu erzeugen, wodurch die Beschäler überdieß ohne Nutzen entkräftet werden, und daher früher zu Grunde gehen. Nur rn den ganz norhwendigen Fallen kann ein fruchtbarer kraftvcller Hengst, wenn er zeitlich in der Frühe belegt hat, auch Abends zum zweyten Sprunge gelassen werden , welches auch in diesem Falle nur höchstens 2 oder 3 Mahl in der Woche geschehen darf. Im Allgemeinen aber dürfen die Beschäler nur Ein Mahl des Tages zum Sprunge gelassen werden, wobey der Sonntag für Alle Ruhe sey. Bey zu häufigem Zusammentreffen der Stuten muß in dem Falle, als die Beschäler mit einem Sprunge nicht alle Stuten zu befriedigen hinreichend seyn sollten, auf die vorzüglichsten und besten von den vorhandenen Mutterpferden vorzugsweise der Bedacht genommen werden. §. 6024; Ein Beschäler, welcher alle Tage nur Ein Mahl springt, und dabey fruchtbar ist, muß als ein vorzüglich guter Beschäler angesehen werden, und der daraus emspringenle Nutzen ist sehr groß. Das sicherste Zeichen, daß eine Stute vollkommen rostig ist, besteht darin : wenn das Geburtsglied etwas angelaufen, dann, wenn sie bey dem Probieren ganz ruhig ist, den Schweif aus die Seite abwärts bed Geburtsgliedes drehet, das Hintertheil dem Beschäler zukehret, und sich anstelle, als wenn sie strahlen wollte, und einen zügigen Schleim ausfließen laßt, welcher öfters etwas gelblich ist. §. 6025. Beym Belegen selbst ist Folgendes zu beobachten: Es müssen nähmlich alles Getöse Und jeder Lärm vermieden, kerne unnützen Zuschauer geduldet, im Gegentheil dabey die größtmögliche Stille beobachtet werden, weswegen auch zum Belegplatze immer ein von der Straße oder von dem Wirrhshause entfernter ruhiger Ort ausgewahlet werden muß, weil Beschäler, besonders jene, die lebhaft sind, öfters durch das mindeste Geräusch beunruhiget werden, und die Ruthe einziehen. Ferner müssen, so viel möglich, Pferde von gleichem Schlage und von gleicher Größe gepaart, und so gestellet werden, daß, wenn der Beschäler größer ist, als dre Stute, letztere etwas höher, und im umgekehrten Falle, die Stute etwas tiefer zu stehen kommen. Zum Auslassen müssen die Hengste mittelst zweyer Longen, einer langen und einer kurzen, mit welchen die nöthlgen Hülfen zu geben sind, durch zwey Mann heraus geführt werden. §. 6os(>. Der Unter - Officier muß hauptsächlich wissen, wie mit deriVeschälern, welche phlegmatisch, und mit jenen, die hitzig sind, vorzugehen ist. Ein phlegmatischer Beschäler muß nähmlich der Stute auf eine geschickte Art bald vor-und rückwärts, und zwar so lange geführt werden, bis sich der Hengst zum Belegen fertig macht, und eigentlich die Ruthe steif ist, wo sodann kein Augenblick versäumt werden darf, den Beschäler zum Sprunge zu lassen , damit er nicht wieder die Ruthe einziehet. Ern hitziger rascher Hengst hingegen 55 B ond. vi. fl ©em bee «Spannung See Stuten bat ei abjuPommen. ' tfc. am 31. 3än. 784. » *3 7. ß »ft ein ©efd;äfer bcá Jageä 411m Sprunge geladen »»erben barf. • £?fb, am 3i. 3än. 784. J>*37, t 1 l K $ l l Äennieidbe» einer roffgst» Stute. £?t&. an»3i. 3«n. 784-d *3r, 23ecbacf?lungen bep»« (egen. í>Ptí> am 3i, 3an.784. b 137. SSeobacbfungen bei; pflfeg»' tttatifcben unb bi(5'<5*n 25cfcb«s lern tnäbrenö bei Söelegenä.. £ft&-am 3i. 3«n.704.D »87.