Militärschematismus des österreichischen Kaiserthumes (Wien, 1859)

Anhang

374 Stiftungen. D. Für Militär-Parteien, dann mit anderweitiger Widmung. I • Des Buchhändlers Philipp Kauer, für Militär-Krankenwärter. Das Stiftungs-Capital besteht in einer 4per- centigen Staats - Schuldverschreibung pr. 261 fl., deren Interessen alljährlich zu gleichen Theilen an je Einen Krankenwärter vom Stande der in Wien bestehenden Garnisons-Spitäler Nr. 1 und Nr. 2 zu vertheilen sind. Mit der Verwaltung der Stiftung ist das Wiener Garnisons-Spital Nr. 1 betraut. (Abth. IS, Nr. 294, vom 9. April 1857.) '5. Des am 21. August 1855 verstorbenen k. k. Feldmarschall - Lieutenants und Regiments- Inhabers Friedrich Freiherrn v. Bianchi, zum Ankäufe militärischer Bücher und Karten zum Gebrauche für das Officiers-Corps des Infanterie- Regiments Nr. SS. Das Stiftungs-Capital besteht in zwei Sper- centigen Staats-Schuldverschreibungen zusammen pr. 1000 fl. C. M. Die Verwendung der Interessen zu obigem Zwecke steht dem jeweiligen Commandanten des 55. Infanterie- Regiments zu. (Section III, Abth. 4, Nr. 9627-2, vom 25. Juli 1856.) 3* Des Apothekers Joseph Blühvveiss zu Belovär, bestehend in einem Capital pr. 2076 fl. C. M. in 4percentigen Staats-Obligationen, wovon die Interessen der einen Capitals-Hälfte alle 4 Jahre zur Ausstattung eines verwaisten armen Bürgermädchens bei ihrer Verehelichung zu Be­lovär; — die Interessen der anderen Capitals- Hälfte aber zu Gunsten zweier der ärmsten bür­gerlichen Handwerker ebendaselbst zur Anschaf­fung von Handwerkszeugen und Materialien zu gleichen Theilen verwendet werden sollen. Das Verleihungsrecht hat die Belovárer Militär- Coinmunität. (B. 4567, vom 15. October 1843.) Der zu Hermannstadt verstorbenen Helene Blaumami für zwei Waisen evangelischer Reli­gion, welche bei dem Landes-General-Commando zu Hermannstadt dienen und noch unverheirathet sind; im Falle aber keine elternlosen Prakticanten vorhanden sind, für zwei andere bei diesem Ge­neral-Commando dienende unverheirathete Beamte evangelischer Religion. Das Stiftungs-Capital besteht in einer 3per- centigen National-Anlehens-Obligation pr. 3740 fl. C. M. Das Verleihungsrecht steht dem Armee-Ober-Com- mando zu. ( Abth. 20, Nr. 1239, vom 30. Mai 1857.) 5- Des k. k. Feldkriegs-Kanzlisten Jacob Bonomo, für einen Feidkriegs-Kanzlei-Prakti- canten oder Adjuncten italienischer Abkunft. Das Capital besteht in zwei äpercentigen ver­losten Staats-Schuldverschreibungen pr. 3400 fl. und 813 fl. C. M. Die Verleihung steht dem Armee - Ober - Com­mando zu. (L. 671, vom 17. März 1853.) Nachtrags-Besti mmun ge n. Die Interessen jährlicher 210 fl. 43 kr. C. M. oder 221 fl. 28% kr. österr. Währung können, der Stiftung des Feld- kriegs-Kanzlisten Jaeob Bonomo gemäss, in Zu­kunft nicht mehr einem Prakticanten oder Adjunc­ten der Feldkriegs-Kanzlei zugewendet werden, weil in Folge Allerhöchster Bestimmung die Feld- kriegs-Kanzlei-Beamten einzugehen haben und ihr Dienst durch Officiere, beziehungsweise Stabs- Feldwebels, welche in die Militär-Kanzlei-Branche eingereiht werden, zu versehen ist. Das Armee-Ober-Commando findet daher zu bestimmen, dass auf die Interessen aus der Jacob Bonomo’sehen Stiftung vom Jahre 1839 an Beamte italienischer Abkunft der X. bis XII. Diäten-Classe, welche bei der Militär-Administration im venetia- nischen Königreiche dienen, von guter Conduite und Reinheit der politischen Gesinnung sind, An­spruch haben sollen. Zu den Beamten, welche zur Betheilung ausobi- gerStiftung geeignet erscheinen, sind zu rechnen: die Kriegs-Casse-Beamten, die Militär-Verpflegs- Beamten, die Militär-Rechnungs-Beamten, die Armee-Registraturs-Beamten (so lange solche noch bestehen), dann die Militär-Bau- und Mate­ri a 1-Verwal tu n gs-B eamt en. (Abth. 6, Nr. 328, vom 28. Jänner 1859.) iä, Des k. k. Stabs-Feldarztes Franz KrencI! v. Stern bürg. Das Capital besteht in einer 4pereentigen Obligation pr. 1000 fl., wovon die Interessen mit jährlichen 40 fl. zur Prägung einer goldenen Preis- Medaille bestimmt sind, welche an einen Feldarzt der k. k. Armee zu ertheilen ist, der eine von der medieinisch-chirurgischen Josephs-Akademie aus­geschriebene Preisfrage am besten beantwortet hat. Das Verleihungsrecht steht dem Armee-Ober-Com- mando zu. (Vom Jahre 1785.) Des k. k. Feldmarschall-Lieutenants Va­lentin Grafen Browne. Das Capital besteht in 31.100 fl. W. W. und 70.726 fl. C. M. in verschiedenen Obligationen. Die eine Hälfte der Interessen ist für verunglückte Bürger und Nothleidende Wiens, die andere Hälfte für in Wien domicilirende nicht mehr im activen Militär-Verbande stehende Militärs, dann deren Witwen und Waisen bestimmt. Durch die erhaltene Aushilfe sollen diese In­dividuen in die Lage gesetzt werden, sich im bür­gerlichen Lehen einen sicheren Erwerb anzu­bahnen.

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