Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 31/1. (2011)

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Bemerkungen zu einer älterurnenfelderzeitlichen Ornamentform zwischen Banat und Harz 103 Landkreis Wittenberg, Sachsen-Anhalt, Deutschland, denen G. Kossack (1996) eine ausführ­liche Studie widmete. Die flache Knickwandtasse mit waagerechter Riefung an Schulter sowie Halsansatz besitzt einen weit über den Rand hinausgezogenen, pseudotordierten Henkel und stellt damit sowohl eine Verbindung nach Süden wie zum Depotbehälter von Elsterwerda I her. Das vergesellschaf­tete, hohe Kegelhalsgefäß mit horizontaler Kannelierung im oberen Halsbereich und vier, jeweils nach oben wie unten gerichteten Grifflappen am Umbruch findet seine Parallelen jedoch erst im südlichen Karpatenbecken. Es entspricht der Variante В der „Pseudoprotovillanova“-Urnen nach St. Forenbaher (1988) und datiert nach BzD. Diese sind charakteristisch für die sogenannte Belegis II- bzw. Cruceni-Belegis II-Kultur entlang der Donau zwischen Mündung der Drau und Eisernem Tor (Gumä 1993; Forenbaher 1994; Przybyla 2009, 91-95 und 126-134). Abb. 5. Lage der im Text erwähnten Fundstellen entlang der Elbe zwischen Elbsandsteingebirge und Saalemündung: 1. Osternienburg; 2. Gräfenhainichen-Zschornewitz; 3. Elsterwerda; 4. Weißig am Raschütz; 5. Dresden-Dobritz. Abgesehen von verschiedenen Eigenarten, die I. Stratan und A. Vulpe (1977, 58-60) veranlassten, von einer eigenständigen Gruppe im Banater Bergland auszugehen, können die Tongefäße aus dem Hügel von Susani ebenfalls diesem Keramikkreis der älteren Urnenfelder­zeit (BzD-HaA) zugeordnet werden. Eben jene Region erbrachte auch die meisten Bruchstücke kappenförmiger Helme (Mörtz 2011) und ist zugleich Hauptverbreitungsgebiet der mit einem Sterndekor versehenen Schmuckscheiben (König 2004, Taf. 91). Auf dem gleichen Weg wie die Funde von Zschornewitz könnten demnach auch mit girlandenförmigen Kanneluren versehene Schalen und Tassen oder entsprechend gestaltete Blecharbeiten an die Elbe gelangt sein, um dort eine Übernahme des Ornaments zu inspirieren. Ähnlich zur Keramik zeigt sich bei den Metallge­fäßen von Dresden-Dobritz, Osternienburg und Viernheim eine hohe gestalterische Variabilität hinsichtlich der Anzahl und Anordnung der bogenförmigen Rippen. Zudem wurde bei der Ver­nietung des Henkels nicht immer Rücksicht auf das am Boden befindliche Ornament genommen. Die kappenförmigen Helme mit Sterndekor lassen sich weniger gut in dieses Bezie­hungsgeflecht einpassen, da man nur in einem Fall den exakten Fundort kennt. Für die übrigen Vertreter besitzt man entweder keine oder nur die allgemeine Angabe, sie kämen aus dem Nor­den Ungarns (Mozsolics 1955, 37; Hencken 1971, 146; Kemenczei 1979; Clausing 2001, 215). Das sicher lokalisierbare Exemplar von Paks an der Donau könnte damit den Weg weisen,

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