Marisia - Maros Megyei Múzeum Évkönyve 6. (1976)

I. Arheologie

36 VALENTIN VASILIEV 38 men: Bronze- und Knochenpfeilspitzen, Akinakes-Dolche, Lanzenspitzen, Köcherbeschläge, Schläfenringe, Schmuck aus Edelmetall, Zaumzeugteile, Tongefäße, Fleischopfer mit Krummesserchen u.a. Hinsichtlich der Bei­gaben muß der Umstand hervorgehoben werden, daß im Gegensatz zu der großen Mehrheit skythischer Funde in Siebenbürgen, die aus der archaischen Zeit stammen, die Grabbeigaben von Băiţa eine spätere Da­tierung anzeigen, nämlich den Ausgang des 6. und die erste Hälfte des 5. Jhs. v.u.Z. Nach den Beigaben ist das Grabfeld von Băiţa die späteste Nekropole dieses Typs, die man bis jetzt in Siebenbürgen kennt. Interpretation des Grabfeldes. Die Körpergräber, das Begräbnisritual, sowie die Beigaben (alles Elemente, die der bodenständigen Bevölkerung fremd sind) beweisen, daß die Nekropole von Băiţa als Herkunft zu der skythisch-iranischen, in Siebenbürgen zu Beginn der Späthallstattzeit eingedrungenen Gruppe gehört. Doch gibt es einen Faktor, nämlich die ungewöhnlich große Anzahl von Brandgräbern, der dieses Grabfeld von den übrigen Skythennekropolen Siebenbürgens unterscheidet. Der gleiche Faktor, nämlich die Leichenverbrennung im Verhältnis von 58»/0, bedeu­tet hingegen eine spürbare Annäherung an das bodenständige thrakisch­­dakische Milieu, in dem ausschließlich die Leichenverbrennung ausgeübt wurde. Wenn auch viele bedeutsame, ausgesprochen skythische Merk­male (Körpergräber, Grabritual, Beigaben) das Grabfeld von Băiţa noch von dem örtlichen Milieu unterscheiden, so zeigt doch das Vorherrschen der Leichenverbrennung, daß diese nur das Ergebnis des Einflusses der bodenständigen Bevölkerung auf die Restbestände der skythisch-iranischen Enklave in Siebenbürgen sein konnte. Unter Beibehaltung von Elemen­ten. die für die skythisch-iranischen Eindringlinge in Siebenbürgen cha­rakteristisch sind, zeigt das Grabfeld von Băiţa demnach auch einen neuen wesentlichen Aspekt, nämlich einen zahlenmäßig bedeutenden Übergang zum Verbrennungsritus, der auf dem Gebiet Rumäniens nur für die bodenständige Bevölkerung charakteristisch war. Demnach ist die Übernahme der Leichenverbrennung, sowie gewisser örtlicher kera­mischer Formen, weiters din Anwendung geometrischer Verzierungen (auf den Köcherbeschlägen) usw. — de facto Anzeichen eines nach­drücklichen Ubergangsprozesses zu den für die bodenständige Bevölke­rung spezifischen Kulturformen — der beste Beweis für das fortgeschrit­tene Stadium der Thrakisierung, in dem sich die Reste der skythisch­­iranischen Enklave Siebenbürgens in der ersten Hälfte des 5. Jhs. v.u.Z., also etwa ein Jahrhundert nach ihrem Eindringen, befanden. Das Phäno­men der Thrakisierung — das erst nach Ablauf mehrerer Jahrzehnte seit

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