Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

97 nicht diese finden und her holen?" Die Geister hörten diese Worte, wurden sie sieben rotbraunen Kälber und traten sie vor Alpam Schah. Alpam Schah steckte die dort gebliebenen Geister in den Sack zurück, band den Sack zu und trieb mit dem Peitsche die Kälber nach Hause. Die alte Frau wunderte sich: "Was ist das für ein Ding, dass er mit den Kälbern zurückham, anscheinend kann er mehr als ich", und sie begann sich zu fürchten. Die Kälber trieben sie ein, [109] schlössen sie ein und gingen ins Haus. Die alte Frau gab Alpam Schah zu essen und zu trinken und bereitete ihm das Nachtlager. Sobald sich Alpam Schah hinlegte, schlief er wie erschlagen ein. Die alte Frau sich ins Haus zurückziehend Uberlegte, wie sie sich von diesem Jimgen befreien könnte. Die Nacht verging, es dämmerte, ringsherum wurde es hell, die Augen der alten Frau glänzten matt. Sie gab Alapm Schah keine Befehle. Da die alte Frau nichts sagte, begann Alpam Schah zu spre­chen:"Mütterchen, was ist heute zu tun?" fragte er. Die alte Frau sagte: "Heute ist auch nichts anderes zu tun als gestern, treibe diese Kälber wieder zum Weiden hinaus." Alpam Schah ging mit den Kälbern weg, kam in einen Wald, liess die Kälber frei laufen, trat unter eine hohe Pappel, warf die Kleider ab, steckte sie unter den Kopf, legte sich hin und schlief eien. Er wachte auf, als es Abend wurde, liess die sieben Kälber wieder zurückholen und ging nach Hause. Als die alte Frau sah, dass er nach Hause kam, ging sie nicht aus dem Haus heraus und steckte nur den Kopf durchs Fenster und rief: "Sperr sie in den Stall." Alpam Schah trat ins Haus, ass und legte sich wieder schlafen. Die alte Frau konnte nicht einschlafen und suchte nach einem Ausweg, sich von dem Jungen zu befreien. Als es zu dämmern begann, stand Alpam Schah auf, zog sich an, band seinen Gürtel um, schnürte sein Schuhwerk steckte die Handschuhe in den Gürtel, stellte sich vor die alte Frau [110] und sagte: "Welche Arbeit ist zu tun?" Die alte Frau sagte: "Eine andere Arbeit ist nicht da, treibe wieder die Kälber auf die Weide, und wenn du sie nicht verlierst und wiederbringst, gebe ich dir, was du nur wünschst." Alpam Schah trieb wieder die Kälber auf die Weide, ging wieder unter einen abgebrannten Baum, legte sich und schlief ein. Am Abend trieb er die Kälber zurück. Das Mütterchen verbrachte wieder voller Unsicherheit, was sie tun soll, die Nacht. Nach dem Aufstehen am nächsten Tag sagte sie: "Also, mein Sohn, was soll ich dir jetzt geben, was wünschst du?" Alpam Schah: "Ich weiss nicht, du weisst, also gib mir etwas." Das Mütterchen begann zu ahnen, wer Alpam Schah war. Das Mütterchen besass drei Koppel Pferde. Das Grossmütterchen sagte: "Wähle unter diesen nach deinem Wunsch." Alpam Schah und die alte Frau gingen zusammen zur Koppel, um ein Pferd zu wählen. Über einen zerklüfteten Abhang Hessen sie sich auf eine Waldlichtung nieder. Die drei Pferdekoppeln standen gerade an einer Stelle. Der Pferdehirt, der sah, dass die alte Frau kam, trat sehr schnell zu ihr und fragte; was sie wünschen. Die alte Frau sagte: "Wir sind gekommen, um für diesen Burschen ein Pferd auszuwählen." Das Mütterchen wollte kein Pferd aus der Koppel hergeben. Doch das, dass sie nicht geben wollte, sagte sie Alpam Schah nicht.

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