Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.

Texte

75 wieder, daa räudige Pferd vom letztenmal zu nehmen. Der Padischah zog mit seinen Soldaten in die Schlacht. Der Schwiegersohn spannte das räudige Pferd an, steckte seine Axt in den Gürtel, bestieg den Schlitten und ging hinter ihnen wieder zum Kehrichthaufen, wie vordem schlachtete er das Pferd, gab das Fleisch den Hunden, damit sie es auffressen. Aus der Tasche nahm er die Pfeife heraus, pfiff einmal, das blaugraue Ross trat augenblicklich vor ihn hin. Der Bursche sass auf und ging in die Schlacht. Die Soldaten kämpften und brachten sich gegenseitig um. Der Bursche erschien, stürzte sich in den Kampf und besiegte auf einen Schlag zehn bis fünfzehn Mann. [82] Nach einigen Tagen beendete er den Kampf, tötete die Soldaten des Drachens und verschwand wie­der. Der Padischah kränkte sich, dass er ihn nicht erkannt hat, war über den Sieg froh und kehrte wieder heim. Er ging zu seiner Frau und brüstete sich: "Wohlan, Allah verlässt uns nicht, der Bursche vom letzten Mal ist wieder gekommen und half uns, den bösen Geist des Drachens zu besiegen und dann verschwand er vor unseren Augen." Wenig oder viel haben sie wieder friedlich das gegessen, was da war, aus Nichts machten sie Tunke, von Abgaben machten sie nichts, als vom bösen Geist des Drachens zum drittenmal die Kampfbotschaft kam. Als der Padi­schah das vernahm, zitterte und schlotterte er vor Angst, wusste nicht, wohin gehen, was tun, von der Welt nichts erkennend sprang hin und her wie einer, der in eine heisse Pfanne tritt. Er rief seine Minister zusammen, forderte die Schwiegersöhne auf, wollte Rat halten. Alle sagten im Chor: "Wir müssen wieder Soldaten sammeln und ihm entgegentreten, wenn wir ankommen, wird Allah wieder helfen einen Ausweg finden", und sie bereiteten sich, in den Kampf zu ziehen. Da [sprach] der jüngste Schwiegersohn: ich möchte dennoch Bauholz fällen gehen, dorthin, wo ich noch nicht gewesen bin, ob man wohl ein Pferd bekommen könnte — sagte er, und schickte das Mädchen zu ihrem Vater. Die Tochter fürchtete sich zwar zum Vater gehen, doch da sie ihren Mann mit Leib und Seele liebte, wies sie dessen Worte nicht ab [83] "komme, was wolle", sagte sie sich, überwand ihre Angst, begab sich zu ihrem Vater und sprach sie Worte ihres Gatten. Als der Vater diese Worte vernahm, runzel­te er die Brauen und Augenlider und sagte zornig: "Was für eine Sache ist das, der Mensch geht, um mit seinem Leben das Land zu verteidigen, er aber geht in den Wald, um solches Bauholz zu fällen, das soviel Aktsche wert ist wie ein Gehen und Kommen. Soll er machen, was er will. Es gibt Menschen, die sich nicht schämen, wenn man über sie lacht. Soll er das räudige Pferd vom letztenmal nehmen, ist sowieso egal, in der Not können wir ohnedies nicht mit ihm rechnen", und er schickte seine Tochter von sich fort. Die Tochter erzählte ihrem Mann nach der Rückkehr, wie die Dinge standen. Der Bursche geht in den Stall, nimmt das räudige Pferd, spannt es an den Schlitten an und nimmt Richtung zum Wald. Am Kehrichthaufen angekommen, schlachtet der Bursche das Pferd, gibt das Fleisch den Hunden, nimmt aus der Tasche die Pfeife hervor und pfeift. Vor ihm erscheint das blaugraue Ross mit allen Kleidungsstücken. Der Bursche sitzt auf und stürmt im Galopp auf das Schlachtfeld und sieht, dass alle Soldaten des Padischahs umgekommen

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