Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
63 Pferdknecht bestellte Junge mit niedergeschlagenen Augen und gerunzelten Augenlidern, ohne zu wissen, was er tun soll, wohin er sich wendel soll, immer im Kreis herum wie ein drehkrankes Schaf. Er fand keine Ruhe,was er tun soll, das Hochzeitsfest fand ein Ende. Einige Tage verflossen still, wie das Wasser fliesst. Aus Neugier haben sie diese [früher] nicht gefragt, woher sie kamen, doch als Schwiegersöhne wurden sie vom Padischah, seiner Frau und den Ministern Tag und Nacht ausgefragt, woher sie stammen, wessen Padischahs Kinder sie seien, so wollten sie sie für sich gewinnen. Die Hochzeit der älteren Töchter war vorbei, ihre Kleider [67] begannen zu verschleissen [d. h. nach der Feier kamen die grauen Wochentage] . Eines Tages sagte die jüngste Tochter zu der Mutter: "Mutter, ich liebe diesen Jungen, der mit denen gekommen ist, wenn ihr einwilligt, würde ich ihn heiraten." Die Mutter sagte: "Ei, ei, mein Kind, so eine Sache passt nicht zu dir, ich wage nicht einmal, deinem Vater deine Worte zu erzählen, ist es dem mal so, werde ich es einmal doch deinem Vater sagen." Das junge Mädchen war im reifen Alter wie ein Apfel. Wenn ihre älteren Schwestern mit ihren Männern umarmt, Lippe an Lippe sich lange küssten und zärtlich wie Seide aneinander geschmiegt lagen, da hatte das Mädchen den Wunsch, ebenso zu liegen wie sie. Zwei, drei Tage hielt sie es aus, wartete die Antwort von der Mutter, doch die Mutter sagte ihr kein einziges Wort. Das Mädchen überlegte und bat den Vater an einem günstigen Platz: "Vater, gib mich jetzt dem Pferdejungen meiner Schwäger zur Frau." Der Vater dachte nicht, dass er von seiner Tochter solche Worte hören würde, und als er sie vernahm, wunderte er sich sehr: "Gut, wir werden es besprechen", beruhigte und schickte das Mädchen fort. Der Padischah [blieb] ruhig, eine nahe Gefahr drohte uns, [68] sagte er sieh, und einige Tage dachte er nach und zerbrach sich den Kopf. Es wurde [wieder] Abend. Der Padischah und seine Frau legten sich auf ihre Matratze. Der Padischah ergriff als erster das Wort und'begann zu seiner Frau von ihrer Tochter zu sprechen: "Wenn wir unsere Tochter [jenem Burschen geben,] so können wir nicht in die Augen der Menschen sehen, so werden alle Untertanen sohlecht von uns reden. Irgendwie sage dem Mädchen, ob sie ihre Gefühle nicht hemmen könnte [denn sonst] wir müssen, wie es nur geht, diese Sache unterdrücken. Du hämmere ihr ein wenig in die Ohren ein, dass ihr Benehmen falsch ist." Am nächsten Tag, sobald sie aufstanden, rief die Frau des Padischahs die Tochter zu sich: "Meine Tochter, das passt sich nicht für eine Tochter des Padischahs, auch dein Vater gibt nicht dazu seine Einwilligung, auch mir gefällt es nicht habe Geduld, es wird bald ein zu dir passender Sohn eines Padischahs kommen", so redete er ihr zu. Die Tochter antwortete: "Wenn ihr nicht auf meine Worte hören wollt, so werde ich auch auf eure nicht hören. Entweder ich werde ihn heimlich heiraten, oder ich schneide mir den Hals durch, schlage mir den Kopf ein, doch das kann nicht sein, dass ich ihn nicht heirate", und sie beharrte auf ihrem Wort. Der Padischah horchte durch eine Spalte im Gitter, was die beiden reden,