Zs. Kakuk , I. Baski (Hrsg.): Kasantatarische Volksmärchen: Auf Grund der Sammlung von Ignác Kúnos.
Texte
107 aus seiner Hand retten, der wird auch mich umbringen." Als sie nach Hause kamen und ins Haus traten, sagte er seinen Schwägerinnen: "Ein Gast ist gekommen, kocht Mittagessen." Die Schwägerin fragte: "Was soll ich kochen, den Kopf deines älteren Bruders oder die Brust deines jüngeren Bruders?" Da zeigte der Kahlkopf auf den Dämon und sagte: "Für mich kocht nur dessen Kopf, das wird mir genug sein." Der kleine Dämon lief davon. Der Kahlkopf ihm nach: "Bleib stehen! " Doch wie sehr er hinter ihm rief, der kleine Dämon drehte sich nicht mal um und stieg mit grosser Mühe auf den Grund des Sees und dort sagte er seiner Mutter: "Sie wollten meinen Kopf kochen und essen." Von dem Gold, das der Kahlkopf nach Hause gebracht hat, haben alle drei ein schönes Haus gebaut und lebten glücklich miteinander. V. AJSÉLU [121] Es war einmal eine Frau, sie hatte eine einzige Tochter, die Ajsélu hiess. Einmal konnte Ajsélu nicht zusammen mit ihren Nachbarinnen [baden] gehen. Als Ajsélu allein aus Ufer kam, sind die Mädchen schon aus dem Wasser gestiegen und weggegangen. Ajsélu ging allein ins Wasser und als sie wieder auf den Strand trat, um sich anzuziehen, da sah sie, dass eine grosse Schlange auf ihrem Hemde lag. Ajsélu langte nach einem Stock und wollte die Schlange totschlagen. Die Schlange begann zu sprechen: "Wenn du gewillt bist, meine Frau zu werden, gebe ich dir das Hemd zurück, wenn du aber nicht gewillt bist, werde ich dich sofort töten." Wie sehr sich Ajsélu auch befreien wollte, konnte sie sich nicht befreien, solange sie keine Neigung zeigte, die Frau der Schlange zu werden. Sobald die Schlange die zustimmenden Worte vernahm, gab sie ihr das Hemd zurück und liess sie für eine Woche nach Hause kehren. Als Ajsélu mit traurigen Gesicht zurückkam, erzählte sie der Mutter alles, was sie gesehen hat. Die Mutter sagte: "Das hast du nicht wach, sondern im Traum gesehen." Obwohl die Mutter es nicht glaubte, wurde ihre Tochter sehr traurig. Eine Woche später sahen Ajsélu [122] und die Mutter soviele Schlangen zu ihnen kommen, dass die ganze Strasse voll mit ihnen war. Ajsélu erschrak und kletterte auf den Schornstein, die Mutter schloss die Fenster, stieg auf eine Bank und versteckte sich hinter der Truhe. Nachdem die Schlangen das Haus gefunden haben, krochen sie eine auf die andere, schlugen die Fenster ein, gingen ins Haus hinein, fanden Ajsélu, fingen sie und trugen sie hinweg. Ajsélus Mutter ging hinter der Tochter her. Die Schlangen gingen schnurstracks zum See und führten auch Ajsélu ins Wasser. Ajsélus Mutter kehrte