May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

53 Huhot und im Komomer an den Wag u. Nuitra Flüssen Cumanen ohne Erwähnung ihrer Anführer angesiedelt. In den Gebieten von Ed, Edumer, Bunger, Onsad, Huhot finden wir heute die Paloczen unseres Landes gelagert. Die Bewohner der Gebiete des Ete u. Boyta wenn auch von den Paloczen verschieden, zeigen doch in Sprache u. Sitten bedeutende An­näherungen zu denselben. Von den Bewohnern der cumanischen Gegenden des Ketel u. denen des Comorner Comitates wissen wir nur im allgemeinen dass sie ihre Eigen­heiten in Sprache besitzen genauere Nachrichten fehlen uns aber. Der Name unter welchem diese Arpadischen Cumanen in der Gesetzgebung, in Diplomen u. anderen historischen Dokumenten vorkommen ist weder Cu n noch Palocz sondern "latrones (od latrunculi) Regis od Regni Hungáriáé" was nach der alten Be­deutung des latinischen Wortes latre, Vorposten, die das Recht der Beute auf eigene Rechnung hatten, bezeichnet, (sehe Dufrense Glossarium.) wie das auch Const. Por­phyr. von den Cabari ausdrücklich erwähnt. Ihrer (!) Name ist also eine Ubersetzung der russischen u. polnischen Polowz. Dass die Ungarn [dieser Namen] zur Bezeichnung ihrer neuen Genossen /den namen polowz/ (palocz) angenommen haben, mag erklärlich dadurch seyn, dass ihre Vereinigung mit selben noch in Russland geschehen, wo zur selben Zeit auch viele Russen sich den Ungarn angeschlossen haben. Nur ein eintziges Document ist bisher bekannt, in welchem der Paloczen als Cu­maner Erwähnung geschieht. In den Acten der 1629 zu Tyrnau gehaltenen Synode wird die Abte), welche der Erlauer Bischöfe (!) Cletus 1232 in dem Matra Gebirge ge­stiftet hat. Nach alten Urkunden "Abbatia de Beel trium fontium B. Mariae V. as­sumptae (alias trium fontium de Beel Cumanorum) Agriensis Dioecesis fundata 1232" genannt. Welche Abtej noch heute unter dem Namen "Abbatia b.M.V. in coelos as­sumptae trium fontium de Beel seu Apátfalva" Gegenstand königlicher Schenkung ist. Apátfalva ist aber heute noch der Mittelpunkt u. Hauptort der Paloczen in der Matra. Es ist kein Zweifel dass unsere heutigen Paloczen die abkömmlinge der Arpadi­schen Cumanen u. der bei Kiev mit den Ungarn vereinigten Polowczen des Nestor seyen. Dass sie den Namen Kun (Cumane) abgelegt, während die Belaischen Cumanen ihn behalten mag seinen Grund darin finden, dass bei der staatlichen Umgestaltung Ungarns unter dem h. Stephan eine Gleichstellung aller Völkerschaften des Landes er­folgt ist: während die später eingezogenen Cumanen nach dem Vertrage Kuthen's mit Bela IV politisch u. rechtlich einen selbständigen Körper im Lande bildeten. Der Name Kun also neben der Stammes Bedeutung auch die einer staatlich privilegierten Stellung erhalten hat, in folge deren aufgehört hat Cumane zu seyn jeder, der nicht dem Comes Cumanorum untergeordnet war. sztr. 9. Wenn auch bei dem Mangel an Vollständigkeit u. Vielseitigkeit diese Abhandlun­gen die Frage der Cumanen nicht entscheiden so scheint doch soviel festzustellen dass bei der Masse des historischen Materials welches in unserem Lande noch unbenutzt da­liegt und bei der Möglichkeit vielfacher erschöpfender Studien in dem Lande der Cuma­nen und Paloczen die Geschichte dieser Völker wie auch die der Jazygen u. Petschenegen

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