May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)
Die Briefe Regulys an A. A. Kunik
54 mit der Zeit bedeutende Aufklarungen erhalten wird können. Die Frage derselben muss darum noch als in der Schwebe betrachtet werden und das unbedingte Festhalten an eine od. andere Meinung kann gewiss nicht gerechtfertigt werden. Toldy hat nach wiederholten Versprechen dennoch vergessen nach Debreczin über das Vaterunser zu schreiben. Ich habe darum (den 7 e n) selbst geschrieben und werde die Abschrift sobald ich sie erhalte Dir überschicken. Es wird gut seyn Jerney's Reise anzuschaffen. Jemey keleti utazása. Pest 1851. 4 n Bde 2. (Er ist im Cumanen Lande geboren und daselbst auch begütert.) Meine Karten die Du zu schicken versprochen, habe ich noch nicht erhalten. Auch Wünschte ich recht sehr eine Abschrift der Erlauterungen zu besitzen. Marienbad hat mir sehr gut gethan. es hat mich zur Arbeit wieder fáhig gemacht. Nov. u. Dec. war ich auch recht fleissig und glücklich. Nur arbeit giebt Heiterkeit. Die Zeit von dem Strandé der Volga an, ist mir nur eine Nacht. Zum Herbst hoffe ich meine Tschuwassischen u. dann meine Vogulischen Arbeiten zu geben. Sjögren ist alsó auch hingegangen. Ich hatte ihn gerne wieder gesehen und habe auch es gehofft. In Marienbad habe ich die Familie Hahn (Freunde von Baer), die Gen. Bartholomei Tochter des Balugyanszki u. eine b. Stackelberg getroffen. Grüsse vielmahls Fr. v. Baer und Köppen, auch Hminski. Auch Schiefner. Auf die Samojedische Grammatik bin ich rechte (!) gespannt. Erfreue mich bald mit Deinen Zeilen Dein ergebenster Reguly 32. Pesthd. 18 te n febr. 55. Lieber Freund! Ich teile Dir noch zwei Abhandlungen des Herm v. Jerney mit, deren eine über die Petschenegen als Anhang zu seiner neulich erwahnten Reise, die zweite in dem Tudománytár (Wissenschaftliches Archív) 1844 gedruckt ist. In grösseren Massen wohnten die Petschenegen in unserem Lande an der Grántze nach östreich u. Steier zu, von Pressburg bis nahe an die Drau, wo sie von Zoltán bei Feststellung der Grántzen des Landes, als Wachter derselben angesiedelt wurden. Gegen die Böhmer waren einzelne Abtheilungen von ihnen ober Tirnau, zwischen der wag, March u. Tirna, und an der Wag aufwárts bis in das Liptauer Comitat gesetzt worden. Im Süden zwischen der Theiss u. Maros, an dem Aranka Flusse, habén diejenigen Sitze erhalten, die zu Toxus Zeiten in das Land kamen. Gleichfalls habén sie im Weissemburger u. Raaber Comitate (grössere Gebiete) besessen, welche vielleicht diejenigen erhalten habén, die unter Geiza u. dem h. Stephan in unser Land gekommen. — In kleineren Massen, nach Dörfern urtheilt fínden sie sich in allén Gegenden des Landes und