May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

52 als ein cumanisches Sprachdenkmal in der Schule den Kindern zu lehren. Wie es zur Kenntnis desselben gekommen, ist unbekannt, wahrscheinlich ist es aber, dass nachdem die Kunde der einst unter ihnen gewohnten Tataren gäntzlich verschwunden war, man es für ein cumanisches Denkmal gehalten. Die Zöglinge der Schule die dasselbe im Ge­dächtnisse bewahrten, haben dasselbe überall wo die neue Entdeckung Interesse erregt, wörtlich u. schriftlich mitgetheilt. So hat selbes, wie Dugonics in seiner Etelka erzählt, Stephan Bankos aus Fülöp Szállás gebürtig, 1774 in Pest als eine Merkwürdigkeit decla­miert und zwischen den Papieren des Gabriel Terbölcs wurde dasselbe Jahr in Cumanien eine Abschrift desselben gefunden. Auf ähnlichem Wege konnten die zwei Abschriften der Debrecziner Bibliothek und selbst das von Kun Sz. Miklos (da es keine ältere Schrift zeigt) entstanden seyn. - [Mehr] Nachhaltigeres Aufsehen hat aber die Nachricht von diesem Denkmal in dem Auslande erregt. 1744 wurden Nánási aus Klein Cumanien, Varro aus Gross Cumanien und ein dritter aus Jazygien nach Wien geschickt, um die von Maria Therezia neu bekräftigten Privilegien der Cumanen u. Jazygen in autentischer Schrift zu übernehmen. Da traf sie Kollár, der Hof Bibliothekar, der dann was er gehört u. auch in Schrift erhalten, Thunmann u. dem übrigen Deutschland mitgetheilt. Das cumanische Glossarium ist zu einer Zeit (1303) geschrieben worden, als keine Cumanen (die vor den Mongolen nach der Moldau u. Ungarn gezogen sind) mehr an der Küste des schwartzen Meeres waren. Der Name Comania blieb durch die Genuesischen Geo­graphen diesem Lande bis in das 15 Jahrh. Die Bevölkerung war aber längst schon eine andere. Zuletzt bringt er, um andere Belege dass die Sprache der Cumanen u. Tataren verschieden seyen zu übergehen, die Worte des Julianus "Praedictas Hieras a Noe duce de Sudal mihi datas ad regem Hungarorum (Bela IV. 1239.) deportavi. Litere (!) autem Scripte (!) sunt literis paganis et lingua tartarica. Unde rex qui eas possint legere multos invenit, sed intelligentes non invenit. Nos autem cum transivimus per Cumaniam paga­num quendam invenimus qui nobis eas interpretatur." Unter denen im Reiche des Bela lebenden mehreren hundert tausend Cumanen hat sich also keiner befunden der die tatarische Sprache gekannt. Von dem cumanischen Vaterunser bringt H. v. Jemey 8 verschiedene Abschriften, die [sind aber] Lacunen, Auslassungen von Worten u. Sätzen beweisen, dass sie aus einer Zeit herrühren, wo die Sprache u. ihr Verständnis dem Gedächtnisse schon entfallen waren, darum gantze Authenticitat nicht verdienen. Über die Paloczen. Nachdem nachgewiesen wurde dass die Polowzi der russischen u. polnischen Kro­niken die Cumani u. Khuni der ungarischen u. byzantischen Geschichts Quellen seyen, werden nach Anonymus die Gegenden angegeben, in welchen die 7 Polowzischen Für­sten des Nestor (Cumani des Anonymus) wie auch andere kleinere Abtheilungen des­selben Volkes nach Eroberung von Ungarn im Lande angesiedelt wurden. Ed . u. Edumer erhielten das Matra Gebirge. Bu nger die Gegend bei Miskolcz, in dem nach seinem Sohne Bor s genannten Borsoder Comitate. Onsa d an dem Nyardd Flusse im Borsoder u. He­ve ser Comitate. Kete l zwischen Tokai uMiskolcz im Zempliner Comitat. Et e u. Boyta in Baranya u. bei Bataszék in Tolnau. Ausserdem wurden im Bereger Comitate unter

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