May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

51 Wenn wir die cumanischen Nahmen, welche die Geschichte uns zahlreich aufbe­wahrt, und die, der heutigen Familien der Cumanen betrachten; ferner die unzähligen Bezeichnungen der Örtlichkeiten: der Hügel, Graben, Wasser Koppeln, wiesen etc. im Cumanen Lande vergleichen: so finden wir, dass beide ungarisch sind und eine abwei­chung nur in eintzelnen kreisen vorkommt, in Kreisen von denen es geschichtlich fest­steht dass sie keine cumanische sondern tatarische Bevölkerung hatten. Diese Thatsache giebt uns Verannlassung (!) über die ansiedelungen der Tataren in unserem Lande einiges zu sagen und dem Geschichtsforscher den Schluss damit zur Hand zu geben, dass jene tatarischen Beweise der cumanischen Sprache und Nationalität nicht von Cumanen, sondern Tataren herrühren u. darum auch keine Folgerung auf die Cumanen erlauben. Seit der Verheerung unseres Landes durch die Mongolen u. Tataren 1241 haben letztere mit den Cumanen - die meistens nach Ermordung ihres Fürsten Kuthen unser Land wieder verlassen - von der Moldau aus häufig Raubzüge nach Ungarn unternom­men. Selbst nach dem J. 1279 wo Ladislaus IV den grösseren Theil der Cumanen aus der Moldau in unserem Lande aufgenommen u. angesiedelt hatte, werden selbe fort­gesetzt und hörten nur mit dem J. 1285 auf, wo sie ihren letzten Zug nach bis Pesth ausgedehnt hatten. Seit diesem Jahre wird Ladislaus nicht nur, als in Frieden mit Tata­ren u. Cumanen lebend, sondern auch als beider Freund u. Gönner in den Urkunden erwähnt. Seit dieser Zeit kommt auch der Name der Tataren in der öffentlichen Gesetz­gebung vor, und die Tataren werden mit den Germanen uJazygen überall gemeinschaft­lich u. in gleicher Rechtstellung angeführt. Ihre Wohnungen waren, in gross Cumanien, in dem heutigen " Tatar-szállds" (szállás = Ansiedelung) und dessen Umgebung, an dem Zusammenflusse der 3 Körös Gewässer, welches von dem Vorsteher der szolnoker San­dzsak Halulbeg in einem Ortsverzeichnisse derselben Sandzsak " Tatarya vidéke" (Tata­ren Gebiet) genannt wird. (Ende d. 16 e n j.h.) In Klein-Cumanien sind geschichtlich Tatar Sz. György u. Tatar-Szent-Miklos, welches letztere aber in dem 17 e n Jahrh. [umge­tauft ] in Kun-Szent-Miklos umgetauft wurde und auch jetzt als solches besteht. (Szent György - Sanct Georg; Szent Miklós = San et Nicolaus). Beide sind zwischen Pest u. Kecskemét und gehörten einst zum Ofner Sandzsak von welchem Scheik Ali 1588 sagt: Natio - nota sub nomine Madschar, inter quos in pagis dispersis territorii urbis Budun multi reperiuntur, qui habitu cultuque tatarorum sunt et pars lingua eorum loquitur. Vide Fraehn de Magaris excerpta, pars 1 pag. 44. - 1467 werden sie zum letzten mal in der Gesetzgebung erwähnt. 1588 hat man nach obgenannten Zeugniss Scheik Alis in eintzelnen Dörfern der ofner Sandzsak noch tatarisch gesprochen; der Umstand aber dass Beginn des 17 Jahrh. der Name von Tatar Sz. Miklos in Kun Sz. Miklos geändert wurde, scheint anzuzeigen, dass dieselbe auch hier um diese Zeit erloschen (!) sey. Wo­zu gewiss die Verbreitung der Reformation bei den Cumanen u. die damit verbundene sprachliche Bewegung des 17 e n Jahrh. beigetragen hat. Es ist also nun die Frage: ist das sogenannte cumanische Vaterunser, wirklich ein cumanisches Denkmal od. ist es von diesen zwischen Cumanen lebenden Tataren übrig geblieben? So viel man über das Bekanntwerden dieses Denkmals weis (!), ist fol­gendes: Joh. Nänäsi wohnhaft in Fülöpszállás (neben Tatar Sz. Miklos) in Klein Cuma­nien hat 1730-1740 unter Stephan Rákosi's Rectorat befohlen genanntes Vaterunser

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