May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

49 dass ich von nervösen Affectionen ziemlich ganz gefreit bin und meinem Berufe mich recht bald widmen werde können. Dass sich bei H. v. Koppen einige Exemplare meiner Karte vorgefunden und er die Güte mir selbe überlassen zu wollen habe, freut sich recht sehr und bitte meinen verbindlichsten Dank ihm dafür zu sagen. Den hiesigen Büchhändler Hartleben habe ich unterrichtet und bitte das Paket unter der Adresse " Voss in Leipzig und Hartleben in Pesth" an mich gelangen zu lassen. Die Kosten der Expedition wird Hartleben be­richtigen. Dem Erscheinen von Hoffmanns Reise sehe ich mit vielem Interesse entgegen und bin begierig die abweichungen seiner Zeichnung der betreffenden Gegenden im Ver­gleiche zu der meinigen übersehen zu können. Bei dieser Gelegenheit kann ich eine Bemerkung nicht unerwähnt lassen. Du wirst Dich erinnern, dass ich der Aufforderung der Herrn v. Koppen und v. Struve meine geogr. materialen zu ordnen und zur mög­lichen Benützung der uralischen Expedition, der geogr. Gesellschaft zu übergeben, wenn auch zagend aber doch mit freudiger Bereitwilligkeit gefolgt bin. Wie das gekom­men ist, dass es der erwähnten Gesellschaft, für meine arbeit, die gantz in ihr Eigenthum übergegangen und von der mir nur einige wenige Exemplare bestimmt wurden, nicht eingefallen ist, mir ihren Dank zu sagen, das kann mir nicht klar werden. Die Summe von 100 Dukaten sollte mir die Kosten des Aufenthaltes während der 10 wöchentlichen Arbeit decken. Und wenn ich die Gelegenheit, für die vielfachen Unterstützungen, die mir in Russland zu Theil geworden, einen Beweis meiner Dankbarkeit zu geben, mit Freuden benütze, so hatte es doch die Sitte mit sich gebracht, mir wieder als Entgeg­nung, einen Dank zu sagen. Die Versäumniss gewisser Formen wird zur Zurücksetzung für den betreffenden. Und dass die erwähnte Gesellschaft solche Absicht gehabt hatte, das kann ich nicht voraussetzen noch glauben. Nun da die Gesellschaft wohl überzeugt seyn mag, dass meine Arbeit mit Gewissenhaftigkeit verfasst einerseits, andererseits auch wohl durch selbe mancher Vorschub zur Orientierung und leichterer Ubersicht der betreffenden Gegenden ihrer Expedition geleistet wurde: so wäre die Gelegenheit passend das versäumte nachzuholen. - Ich glaube es mir schuldig zu seyn diese Bemer­kungen Dir mit der Bitte mitzutheilen, selbe den Herrn Akademikern v. Koppen u. v. Struve gütigst zur Kenntnis zu bringen. - Auch wird wohl auch Hoffman dieselbe Kar­te, in der Eigenschaft in der sie der Expedition mitgegeben wurde, nicht unerwähnt lassen. Uber mein Leben und meine Erlebnisse seit der Zeit da wir uns gesehen; behalte ich mir vor ein andermal umständlich zu schreiben. Februar 1850 bin ich zum ersten Custos der hiesigen Universitäts Bibliothek ernannt worden. Meine Stellung ist ange­nehm. Ich erfreue mich der Freundschaft sehr schätzbarer Menschen; und meine Rich­tungen im Bezug auf Sprache und ältere Geschichte sind von den Männern unserer na­tionallen (!) Wissenschaft [anerkannt] mit wenigen ausnahmen, anerkannt und ange­nommen worden. wenn Du die Güte haben wirst mit Deinen Zeilen mich zu erfreuen, so bitte ich dich um nachrichten über Baer, dem ich meine sehr ergebene Empfehlung zu sagen bitte, und über dessen Familie; gleichfalls über Koppen u. Sjögren. Wer ist Schmidt's

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