May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

48 Ich habe vor drei tagen ein dankendes schreiben von unserm Palatin (mit eigen­händiger Unterschrift) erhalten für die ethnographischen gegenstände die ich unserm museum geschenkt habe. 29. Pesth den 15 e n Märtz 1853. Verehrter Freund! Es kommt mir vor als sollte ich aus einem Scheintode erwachen. Ich möchte gerne einige Exemplare meiner uralischen Karte und die kurtzen Erläuterungen die ich zursel­ben geschrieben (!) besitzen. In wie weit haben wohl die aufnahmen der Expedition meine Zeichnung bestätigt oder unrichtig gefunden? Ich will mich der Hoffnung hin­geben dass diese Zeilen dieselben freundschaftlichen Gefühle bei Dir vorfinden werden, die ich einst zu besitzen das Glück hatte. Ich habe seit wir uns in Freiwaldau gesehen viel ertragen, war ununterbrochen krank und bin es leider noch jetzt. Doch zeigt sich seit Herbst eine allmälige (!) Besserung die mich hoffen lässt wieder zu genesen. Mann (!) kann die Schlage des Schicksals zuweilen nur durch Schweigen ertragen. Es ist mir auch diessmal (!) schwer mehr zu sagen. Ich danke Fr. v. Schiefner recht sehr (!) dass sie mir durch Ihre Briefe an Fr. v. Bärtfay erfahren hat lassen dass Ihr Euch meiner er­innert. Ich konnte dazumal nicht Gelegenheit nehmen Dir zu schreiben und dafür zur danken denn mein Geist war derzeit noch nicht im Stande an so theueren Erinnerun­gen wie sie mir Euer Andenken bietet, zu verweilen. Ich grüsse alle die sich meiner Wohlwollend erinnern und bleibe mit Hochachtung Dein ergebenster Reguly Adresse. Pesth in dem Gebäude der Universitäts Bibliothek, 30. Pesth den 28 febr. 54. Mein theuerer Freund! Für die freundliche Erinnerung mit der Du meine Bitte vom vorigern Jahre be­wahrt hast, sage ich dir meinen herzlichsten Dank. Dein Schreiben vom 20 Mai wel­ches in freudigster weise mich bewegt hat, hab ich zuerscht (!) wegen meines leidenden Zustandes während der darauf folgenden Monate nicht beantwortet und später wollte ich mir die Befriedigung gewähren, mit meiner Antwort zugleich auch die Kunde mei­ner Genesung zu Dir gelangen zu lassen. Wenn ich nun in folge Deines Schreibens vom 20 Jan. solche Nachricht Dir zu geben, noch nicht so glücklich seyn kann: so kann ich dennoch sagen, dass sich mein Zustand seit vorigem Märtz dermassen gebessert hat,

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