May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)
Die Briefe Regulys an A. A. Kunik
47 theils im gespräch mit meinen altern, theils auf meinem zimmer mit lecture zu, und soll mich etwas auf meine frühere kränklichkeit erinnern, so ist es bloss dass ich mehr maas (!) in allen meinen thun beobachten muss, als vielleicht ein anderer. Ich wünschte wohl recht gerne zu wissen wie Du deine reise bis hause gemacht hast, wie Du lebst und was Du treibst - doch muss ich diese (nachrichten) noch entbehren bis ich Dir nicht in meinem nächsten brief angeben werde können, wohin ich mich zuerscht (!) in Deutschland wenden werde ich zweifle wohl kaum dass dieser ort Berlin seyn wird — bestimmt will ich es aber doch nicht behaupten. Grüsse alle freunde, besonders das junge ehepaar bei Madame Westendahl habe ich etliche recht angenehme abende zugebracht. Ich wünschte 20 exemplare von meiner Karte zu haben, spreche doch gefälligst mit Koppen deswegen. (!) Dein treuester Reguly ich reise heute nach Pressburg und lasse mir mein ballengeschwülst operieren, merkwürdig dass meine beiden schwestern (!) auch solche geschwülte (!) auf dem köpf hatten und haben, die ältere hat sich voriges jähr zwei ausschneiden lassen. 27. Mein liebster Freund! Gestern haben sich bei mir Blut-hemorhoiden geöffnet. - Das ist für mich ein so freudiges und bedeutendes ereigniss, dass ich nicht unterlassen kann Dich sogleich davon zu benachrichtigen. Ich hoffe dass ich in etlichen wochen, soweit an kräften zugenommen werde haben, dass ich Dir näheres über mir schreiben werde können. Dein ergebner Reguly 28. In der Wasserheilanstalt zu Lehsen in Meklenburg d. 20 Mai 1848. Priessnitz hatte also recht, als er behauptete, mein übel komme von versteckten heomorhoiden her. Indem ich jede Gemüthsbewegung (auch freudige) vermeiden soll, und Petersburg mir zu nahe liegt, als dass ich aus ihr, ohne solchen einen brief bekommen könnte, so verzichte ich vorläufig auf eine antwort.