May István: Die Briefe von Antal Reguly an A. A. Kunik, 1845–1855 (A MTAK közleményei 25. Budapest, 1990)

Die Briefe Regulys an A. A. Kunik

41 Deinen brief an Voss schickte ich die zweite woche nach meiner Ankunft (denn die erste hatte ich kein Geld) durch meinen bedienten auf die Post, der Kerl wird ihn doch nicht mit dem postgelde verthan haben, hast Du noch keine antwort bekommen? Von Böckh habe ich meinen Wechsel vorgestern bekommen, es ist bereits den 15 e n November ausgestellt worden, heute nimmt ihn ein Herr von hier nach Wien mit (die reise dauert anderthalb tage) wo er ihn einwechseln und das geld mir per post zu­schicken wird, habe Nachsicht edler Freund wegen solchen unvorgesehenen umständen. Wann reisst (!) Du aus Petersburg, meine Notizen hast Do wohl bekommen. Wie findest Du sie? Bollensen sein Paket habe ich auch schon längst an End[Boll] lieber 1 1 abgeschickt, er hat vielleicht schon eine antwort von ihm. Wie gefällt (!) Dir die preussische Thronrede? So ist es, wenn der, [welche] der dem Volke politisch vorsteht an geistiger Entwicklung ihm nachsteht. Diese Thronrede ist ein offenes Bekenntnis, dass man seiner [Berufen] Stellung nicht gewacksen (!) ist. 1 2 Schedel schreibt mir, dass man zu meiner Unterstützung schon im Herbst ein buch unter dem nahmen Reguly-Album, zum druck fertig hatte - nur fehlten noch einige notizen über mich - meine marschroute - und eine karte die meinen ganzen weg von meinem eintritt in Schweden bis zu meiner rückkehr nach Petersburg im vorigen jähre darstellen soll. - Diese letztere sollte nun nothwendig eine ethnographische karte sein, die alle die Völker die ich besuchte oder passirte (!) anzeigen möchte, möchte nicht Koppen, dem ich für die mir zugeschickte ethnographische karte Finnlands meinen ergebensten Dank sage, nicht die Gnade haben, mir einen abdruck von seiner, wenn auch noch nicht ganz fertigen, ethnographischen karte - zu diesem zwecke schicken, es würde bloss der nördliche strich von Lappland bis zum Ob, (und) bis in die breite von Dorpat, Moskau [und] Simbirsk und Ekaterinburg nöthig sein. Sie wird in Pesth leicht durch einen Pantographen verkleinert werden können da falls sie für das buch vermuthlich zu gross wird sein, habe die freundschaft, und antworte mir je eher über dies auch schicke mir wenn es möglich ist die karte sogleich. Denn Schedel ist ungedul­dig. - Sage aber vorläufig von diesem buch an niemanden nichts. Schedel schreibt mir auch ob ich nicht Custos bei der Universitäts Bibliothek in Pesth werden wollte, mit 800 Guld. Münze und freie wohnung. Er meint ich könnte diese stelle als ein subsidium immer behalten, wenn ich auch bei der Academie oder sonst wo angestellt werde, die stelle soll ende dieses jahres besetzt werden und auf ein jähr könnte ich dann noch dispensation bekommen und im auslande zu bleiben. — ich werde mich noch genauer erkundigen bei ihm, — ich werde und ich muss noch reisen und wie könnte dies mit der Custos Stelle vereinigt werden. - (sage von diesem auch nichts.) Von meinen Altern hatte ich auch Briefe, sie sind sehr gesund und erfreut über meine Rückkunft, mein vater schreibt mir, dass der graf Teleki, der Praeses un­serer Academie 1 3, als er Kunde von meiner rückkehr nach Petersburg erhalten hat, mit dem verstorbenen Palatin (wegen meiner) gesprochen hat und das (!) dieser sehr bereit­willig versprach, mich in seinen Schutz zu nehmen und mich wegen eines amtes da zu empfehlen, wo ich nur Lust hatte. Er ist gestorben aber der Sohn wird gewiss des vaters wort halten.

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