Náday Károly–Sáfrán Györgyi: Történeti kutatások Kufsteinban. Czuczor Gergely rabsága (A MTAK közleményei 14. Budapest, 1984

Képek

140 Da am Anfang nicht einmal Ferenc Toldy Besuch-Erlaubnis bei Czuczor er­hielt, hat Frau Toldy dies probiert. Als Verwandte von Czuczor meldete sie sich beim gefürchteten Haynau und er schrie sie an: "Schámen Sie sich nicht, zu einem so compromittierten Manne zu gehen?" Frau Toldy hat sich aber nicht geschámt, eher bat sie auch für andersmal zum Besuch-Erlaubnis. In Begleitung des altén Dieners der Akademie besuchte sie Czuczor. Die nachher gebetene Erlaubnis konnte sie nicht mehr benützen, denn es kam ein dramatischer zwischenfall dazwischen. Diese Geschichte kennen wir aus dem "Literatischen Erixmerunge n (1905) von Ká­roly Vadnay. Die Mutter von Frau Toldy besass das Hotel "Tigris"(Tiger)das einen guten Ruf hatte. Ihr zweiter Gatte war Arzt, der in der Pester Gesellsehaft wegen seinen Stegreif-Dichtung in deutscher Sprache bekannt war. Es geschah, dass beim Doktor­Gastwirt eine Gesellsehaft zusammen kam. An diesem Empfang nahm auch die Toch­ter des Hauses teil, sie erschien mit ihrem Gatten, Ferenc Toldy. Unter den ein­geladenen Gasten befand sich auch ein Offizier, der im "Neugebáude" Dienst tat. Wáhrend des Gesprachs hat er eine Geschichte zu erzáhlen begonnen die Sensation versprach: "Wir habén jetzt einen interresanten Gefangenen, der Dichter und Pries­ter ist." "Gergely Czuczor? — fragte einer der ungarischen Gaste." "Ja, der ist es" — antwortete der Offizier und hat hastig hinzugefügt, warum er diese Geschichte erzáhlen wollte: "Eine schöne junge Dame pflegt zu ihm zu kommen, wahrschein­lich ein zártliches Verháltnis... aber es besteht der Verdacht, dass sie in politi­scher Sendung zu ihm geht. Darum wurde es beschlossen, wenn sie noch einmal hineinkommt, wird sie entkleidet und untersucht, ob nicht verdachtige Schreiben bei ihr zu finden sind?" Károly Vadnay, der noch aus erster Hand davon Kenntnis er­hielt, hat weiter erzáhlt: "Und das hörte Fau Toldy, die Tochter des Hauses. Sie wurde tief rot, dass sie in einem solchen Verdacht kommen könnte und sprach dann energisch: 'Herr Adjutant! Diese Dame steht mit Czuczor in keinem zártlichen Verháltnis. Diese Dame hat einen Gatten, den sie liebt und schátzt. Ich kann Sie darüber ver­sichem, denn die Dame bin ich! Der Offizier bat entsetzt die junge Dame um Entschuldigung und die noch hin­zufügte: In Czuczor interessiert mich nur eines: es tut mir leid um den leidenden Menschen.' Als sie aber dies vehement und selbstbewusst aussprach, erschrack sie gleichzeitig, denn sie verriet vor einem Offizier, dass die Besucherin von Czu­czor die Gattin von Ferenc Toldy ist. Sie ging zum Offizier und bat ihn: — 'Bitté behalten Sie dieses Geheimnis, dass meinem Mann nichts geschieht'. Der Offizier versprach dieses und er hielt auch sein Wort ritterlich. Frau Tol­dy ging nicht mehr zum Gefangenen." Czuczor und seine Freunde hatten es gern gesehen, wenn er seine Haft in Pest oder Buda hátte verbringen könne. In dieser Sache wurden Gesuche und Briefe ge­schrieben: "Bewege alles, dass ich wenigstens nicht ins fremde Land eingesperrt werde" — bat Czuczor Toldy am 4. Feber 1849.— "Meine Gesundheit ist geschwácht und nur die Hoffnung kann mich heilen, dass ich in meiner Heimat bleiben kann" (10. Feber) — "Ich würde Unterhaltungs-Bücher benötigen, bis meine innere Ruhe

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