György, Josef: Die Goethe-Sammlung Balthasar Elischers in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (A MTAK kiadványai 39. Budapest, 1963)
der Mitgliederliste des folgenden Jahres. 6 8 Seine Verbindung mit Zarncke und Rollett gab ihm immer häufiger Gelegenheit, die besonderen Stücke seiner Goethe-Sammlung der Forschung zur Verfügung zu stellen. Mehrere Handschriften veröffentlichte er selbst in den Jahrbüchern der Goethe-Gesellschaft. Der aus Pressburg stammende Germanist Karl Julius Schröer 6 9, Vorstandsmitglied des Wiener Goethe-Vereins, stand ebenfalls in Verbindung mit Elischer. In einem Schreiben vom 8. Dez. 1887 teilte er Elischer mit, dass er seine Anmeldung zum Mitglied des Vereins ausgeführt habe. Von diesem Jahre an figuriert der Name Elischers im Verzeichnis der 1878 gegründeten Gesellschaft. Noch drei Persönlichkeiten sind zu nennen, die zwar nicht Germanisen warent, jedoch bei der Entstehung der Elischerschen Sammlung eine bedeutende Rolle spielten. Es waren die dies Leipziger Verleger Salomon Hirzel 7 0 sowie Georg und Otto Wigand 7 1. Elischer hatte Georg Wigand wohl durch die Vermittlung Heckenasts kennengelernt, entweder zur Zeit, als Wigand noch in Pressburg, oder in Pest als Verleger tätig war; Otto Wigand wurde von Elischer bei Gelegenheit einer „Goethe-Reise" in Leipzig (1856) aufgesucht. Ebenso bedeutend war Elischers Verbindung mit Salomon Hirzel. Dieser war nicht nur als Verleger, sondern auch als Besitzer einer bedeutenden Goethe-Sammlung bekannt. Der Katalog seiner Kollektion : „Verzeichnis einer GoetheBibliothek" erschien in mehreren Ausgaben (1848, 1862, 1874, 1884, 1932). Besonders bemerkenswert ist die grosse Ähnlichkeit, die zwischen der Sammlertätigkeit Hirzeis und der Elischers bestand; auch ihre letztwilligen Verfügungen, die sie über das weitere Schicksal ihrer Sammlungen trafen, weisen verwandte Züge auf. 7 2 Sicher stammte die Verbindung Elischers mit Hirzel und den beiden Wigand schon aus verhältnismässig trüher Zeit; sie erwies sich als fruchtbar, da Elischer durch sie in der Vermehrung seiner Sammlung bedeutend gefördert wurde. Ein Zeugnis davon, dass diese Beziehungen auch später nicht abbrachen, bietet ein Brief Hirzeis an Elischer vom 27. Aug. 1863. 73 Elischer blieb seinem verehrten Dichter bis ans Lebensende treu, und dank der Hilfe 68 Jahresbericht der Goethe-Gesellschaft. Goethe-Jahrbuch. Bd. VIII. 1887. Anhang. S. 60. Unter den Mitgliedern finden wir auch Gustav Heinrich und Rudolf Fuchs. 69 Karl Julius Schröer (1825—1900), Literarhistoriker, geboren zu Pressburg, bis 1894 einer der Leiter des 1878 gegründeten Wiener Goethe-Vereins welcher von 1886 an die monatlich erscheinende „Chronik des Wiener Goethe-Vereins" herausgab. In den Schlusszeilen seines Briefes an Elischer schrieb Schröer: „Mich sollte es recht freuen, wenn wir in Verbindung blieben, von einander Fühlung behielten. Es sind ihrer so wenige, die von unserm Meister was wissen". Dies bedeutete zwar eine Anerkennung für Elischer, zeugte aber von keiner allzu hohen Meinung von der heimischen Goethe-Philologie. 70 Salomon Hirzel (1804—1877), Leipziger Verleger und Kunstsammler. 71 Georg Wigand (1808—1858) und Otto Wigand (1795—1870). Vgl. Allgemeine Deutsche Biographie. Bd. 42. S. 449. 72 Im Archiv der Universität Leipzig findet sich eine, den 21. Febr. 1877 datierte Abschrift der am 27. Juni 1872 'abgefassten letztwilligen Werfügungen Hirzeis. Hierin trifft er ähnliche Anordnungen wie Elischer. Seine Sammlung soll unter dem Namen Goethe-Bibliothek in einem besonderen Räume aufgestellt werden. Die Folianten und das Grimmsche Wörterbuch — das bekanntlich von Hirzel herausgegeben wurde — sollten gesondert aufgestellt werden. (Die ZwingliHandschriften, für die Leipzig nicht der geeignete Boden war, vermachte Hirzel der Universitätsbibliothek Strassburg.) Aus Dankbarkeit für das Ehrendoktorat schenkte er seine Sammlung, der Univ. Leipzig. Das Hirzelsche Goethe-Zimmer zu Leipzig, geradeso wie das Elischersche in Budapest, hörte infolge des Zweiten Weltkrieges zu existieren auf. 73 „Gestatten Sie, verehrter Herr, dass ich mich in Ihr Andenken zurück rufe, indem ich mit diesen Zeilen Herrn Professor Springer von Bonn bei Ihnen einführe, der Ihnen meine herzlichsten Grüsse bringt. Mein Freud wird Ihnen ein paar Exemplare gedruckter Goetheana für Ihre Sammlung überreichen, die Sie in Ehren und streng geheim halten wollen", heisst es in dem Brief. Der Bomner Kunsthistoriker Anton Heinrich Springer (1825—1891) lebte später in Leipzig. GS Personalia. 21