György, Josef: Die Goethe-Sammlung Balthasar Elischers in der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (A MTAK kiadványai 39. Budapest, 1963)

bei dem Rechtsanwalt an der königlichen Tafel Adam Edvi Illés fort, 3 6 worauf er in Pest am 24. Sept. 1840 das Rechtsanwaltsdiplom und am 27. Okt. 1842 die Befähigung zur Wechseladvokatur erlangte. Balthasar Elischer wohnte damals im I. Stock des Klopfingerschen Hauses 3 7 in der Oberen Donauzeile (heute Akademiestrasse); dieses Haus lag in der Nähe des Deutschen Theaters, wahrscheinlich neben der heutigen Redoute, und war an Stelle des 1814 niedergerissenen Ruppschen Hauses erbaut wor­den. Hier begann Elischer seine Tätigkeit als Rechtsanwalt; doch zur Zeit, als er sich 1847, und nochmals im Juli 1848 vergeblich um das Wechselnotariat bewarb, wohnte er schon, wie aus den diesbezüglichen Schriften ersichtlich, Göttergasse Nr. 175, dann Nr. 185 (infolge der Strassenregulierung wurde daraus später Bálvány-Gasse 6, dann xo); an letzterem Orte wohnte er bis zu seinem Tode. Elischer hatte sich also in Pest niedergelassen und hier übte er seinen Beruf aus, wovon auch ein am 21. Sept. 1852 beim Kreisgericht eingereichtes Gesuch zeugt, worin es heisst, dass er seit 15 Jahren ununterbrochen hier wohne und seit ungefähr 12 Jahren ununterbrochen als Advokat tätig sei. 3 8 Von der politischen Bewegung der Jahre 1848/49 wurde Elischer kaum berührt, ihn beschäftigte nichts anderes als sein Beruf und seine Studien. 39 Nach der Niederwerfung des Freiheitskrieges rief das Bachsche Regime eine neue Advokatursordnung ins Leben und ordnete eine sogen. Advokatial-Überprüfung an. Nachdem Elischer 1853 vom Justizministerium zur Ausübung der Rechtsanwaltschaft provisorisch zugelassen worden war, 4 0 wurde er den 20. April 1854 der neuerlichen Ablegung der Advokatursprüfung enthoben und definitiv zum Rechtsanwalt ernannt. Schon damals galt er als Autorität in seinem Fache und infolge der Ämter, die er bekleidete, sowie seiner guten Kenntnisse in den neuen Gesetzen und Verordnungen, sahen sich die Behörden veranlasst, ihn von der Wiederholung der Examina zu be­freien. Schon im Jahre 1851 (24. April) hatte ihn der Unterrichtsminister zum Prü­fungskommissär an der „Staatlichen Prüfungkommission judizieller Abteilung" er­nannt. 4 1 In den Jahren 1850—1854 trug er als Privatdozent an der juridischen Fakultät 36 Bescheinigung von Adam Edvi Illés. GS­37 Johann Klopfinger war Bindermeister in Pest. Sein Haus wurde 1814 nach den Plänen Mathias Zitterbarths erbaut. Schriften des Verschönerungsvereins. N0. 1158. 1814. N0. 281 und 319. (Hauptstadt. Archiv.) 38 Eigenhändig geschriebene Eingabe Elischers. GS. 39 Nach den bisherigen Lebensbeschreibungen soll Elischer an dem historischen Landtag zu Pressburg und an der Reformbewegung der ungarischen Jugend teilgenommen haben, und darauf nach Leipzig gezogen sein, um dort seine Rechtsstudien zu beenden. Meine Nachforschungen (1962) im Archiv der Universität Leipzig haben ergeben, dass Balthasar Elischer dort nicht inskri­biert war und auch Fabinyi-Teutsch : Die Studierenden aus Ungarn und Siebenbürgen auf der Universität Leipzig von 1409—1872. Archiv des Vereins für Siebenbürgische Landeskunde. N. F. 10 (1872) S. 386—417 führt seinen Namen nicht an. Wilhelm Elischer bezeichnet Wien als den Studienort Balthasar Elischers, in einem den 25. April 1923 an Oberpostdirektor Gabriel Szalay gerichteten Schreiben. Das hätte schön mehr Wahrscheinlichkeit an sich. Auch Franz Eckhart vermochte nicht festzustellen, ob Elischer in Pest Jura hörte. „Der erste Privatdozent (des Wech­selrechts) an der Fakultät war Balthasar Elischer, der als solcher schon 1851 an den Fakultätssit­zungen teilnahm. Scheinbar hat er die Befähigung nicht an der Pester Universität erhalten." Eckhart konnte hier nur an die Habilitation gedacht haben. A Kir. Magy. Pázmány Péter Tudo­mányegyetem Története. II. к. A jog- és államtudományi kar története. 1667—1935. (Gesch. der Budapester Universität. II. Bd. Gesch. der rechts-und staatswissenschaftl. Fakultät. 1667.—1935.) S. 412. — Leider ist die Universitätsmatrikel unzugänglich. Die Annahme, Elischer habe in Leip­zig studiert, beruht sicher auf einem Irrtum. Er reiste erst später, 1852, nach Leipzig; nach Wien kam er erst, als er schon fertiger Rechtsanwalt war, wovon auch die Korrespondenz mit Robert Volkmann Zeugnis ablegt. 40 Das Gesuch Elischers und das Ernennungsdekret ist auch in zeit- und kulturhistorischer Beziehung interessant. GS. 41 Reskript des Vorsitzenden des Pester Obersten Gerichtshofes aus dem Jahre 1851. GS. J5

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