Büky Béla, Csengeryné Nagy Zsuzsa: Székely Bertalan illusztrációi egy tervezett Petőfi-életrajzhoz (A MTAK kiadványai 36. Budapest, 1963)

das Gewehr ab, zog seinen Mantel an und hielt anstelle Petőfis Wache. Der Dichter ging also doch zum Vergnügen, unterhielt sich dort gut und traf noch zu rechter Zeit zur Wachablösung ein. Von diesem Streich steht in den Angaben von Székely kein wort, es ist bloss erwähnt, dass Petőfi der Versuchung seiner Freunde nicht nachgeben konnte, »er musste dort im Schneegestöber aushalten«. Ähnliche Abweichungen von der Zilahy­schen Biographie sind auch an zahlreichen anderen Stellen zu beobachten. Angesichts der Übereinstimmungen und der Abweichungen muss wohl gesagt werden, dass die Angaben Székelys für die Illustrationen zwei Quellen hatten: 1. die Zilahysche Petőfi-Biographie aus dem Jahre 1864, 2. die mündlichen Mitteilungen von Pákh und seine der Zilahyschen Biographie hinzugefügten kritischen Bemerkungen. Wann sind diese Zeichnungen entstanden? — das ist eine sehr wesentliche Frage zur Datierung. Die Zilahysche Biographie, aus welcher Székely zum Teil die Angaben für die Illustrationen schöpfte, erschien 1864: sie können also nicht vor 1864 entstanden sein. 1865 berichtet die Zeitung »Hon«, dass man beabsichtigt eine illustrierte Petőfi­Biographie erscheinen zu lassen, die Albert Pákh schreiben und Bartholomäus Székely illustrieren wird. Die Unternehmung war demnach bereits in einem so fortgeschrittenen Stadium, dass auch bereits die Zeitungen davon Kenntnis nahmen. Die Entstehung der Illustrationen müssen wir demzufolge auf die Jahre 1864—65 setzen. Wir wissen aber auch, dass Székely sich — auch unabhängig von der Pákhschen Petőfi-Biographie — mit den Illustrationen des Werkes über das Leben Petőfis bereits viel früher als die Jahre 1864—65 befasst hat. Am Ende Bleibt noch die von literarhistorischem Gesichtspunkt interessante Frage, ob sich nicht aus den Székelyschen Angaben und aus den Illustrât ionss/.enen selbst auf den Charakter der nicht fertiggestellten Pákhschen Petőfi-Biographie schliessen lässt ? — Auf einige charakteristische Züge dieser Lebensgeschichte könnte wahrlich aus den lediglich im Interesse der Illustrationen aufgezeichneten biographischen Angaben hingewiesen werden. Die Biographie hätte über Einzelheiten des Lebens von Petőfi sicherlich unbekannte Angaben enthalten, im Material für die Illustrationen begegneten wir nämlich einigen Daten, von denen man in anderen Quellen und Lebensbildern nichts weiss. Die Notizen. die sich Székely aus der Zilahyschen Biographie gemacht hat, tragen an mehreren Stellen die Korrektur von Pákh, und eine der vornehmlichsten Aufgaben der Petofi-Biographie von Pákh sollte daher darin bestehen, die Daten der flüchtig geschriebenen Petofi-Biographie Zilahys richtigzustellen. Die Biographie hätte im Umfang die von Zilahv weit übertroffen, worauf bereits die grosse Zahl der Illustrationen (52 St.) hinweist, was nur bei einem grösseren Umfang begründet ist. Es steht aber auch fest, dass die Biographic für einen breiten Leserkreis geschrieben werden sollte. Hierfür sprechen die zahlreichen Illustrationen, in denen Szenen aus dem Leben Petőfis dar­gestellt sind, die auch für das Publikum von Interesse sind und mehr als einmal theat­ralisch wirken. Diese Zeichnungen sind selbstverständlich auch von bildkünstlerischen Gesichts­punkt von Interesse. Auf einem Teil der Zeichnungen ist ein mit flüchtigen Zügen geschrie­bener Text zu lesen, dem eher eine literarhistorische Bedeutung zukommt. In bildkünstle­rischer Beziehung sind für uns jedoch vor allem die reiferen, zum Bild geformten Illustra­tionen interessant. Die Illustration mit der Überschrift : »Geburtsstätte Petőfis in Kőrös. Aufsteigen­der Komet« (Abb. 1) stellt ein kleines Bauernhaus dar, das allein die Phantasie des Künstlers geschaffen hat und nicht identisch mit dem Geburtshaus Petőfis ist. Das ein wenig theatralische Motiv des »aufsteigenden Kometen« begründet der in der Romantik tiefwurzelnde allgemeine Geschmack der 60er Jahre, wobei die wirkungsvolle »roman­tische« Unterstreichung durch die Lebensbahn Petőfis wahrlich angebracht war. In der Komposition (1er Zeichnung »Der Vater trägt die Geburt seines Sohnes in die Bibel ein« liegt die Mutter im Bett, an dessen Rand sitzt der Vater und schreibt die Geburt ein. Über diese Gruppe ist eine aufgeschlagene Bibel in der Grösse (1er Figuren abermals dar­gestellt. Eine (1er besten Lösung der Serie ist die Sepiazeichnung: »Sein Vater ein Metzger« (Abb. 2), eine durch Leichtigkeit und schwungvolle Darstellung ausgezeichnete kleine Skizze. Beachtenswert darin ist die ausdrucksvolle, realistische Vorführung des Vaters in seiner Arbeit und (1er am Haken hängenden Fleischteile. Diese realistische Betonung ist der Auffassung Székelys nicht fremd. Im selben Notizbuch finden wir auch Zeichnungen, die aus dem Alltagsleben des Dorfes gegriffen sind, und auch sein sogenanntes »Tagebuch aus der Jugendzeit« — heute im Besitz der Ungarischen Nationalgalerie — enthält in grösser Zahl Zeichnungen aus dem Volksleben des Alltags, Zeichnungen, die die Jahres­14

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