Büky Béla, Csengeryné Nagy Zsuzsa: Székely Bertalan illusztrációi egy tervezett Petőfi-életrajzhoz (A MTAK kiadványai 36. Budapest, 1963)
zahl 1857 führen und gleichfalls eine realistische Auffassung widerspiegeln. Die Sepiazeichnung »Sein Bruder István kommt zur Welt — Kinderjahre« lässt trotz ihrer Skizzenhaftigkeit den lebensnahen Charakter der Gruppenkomposition empfinden und gibt die liebliche Stimmung wieder, in der die Zeichnung entstanden ist. (Abb. 3.) Das Thema des Bildes — Familienleben, spielende Kinder — beschäftigt oftmals den zu dieser Zeit Jungverheirateten Székely, der im Jahre 18(i0 die Ehe geschlossen hat. Die Sepiaskizze »Er geht in Pest zur Schule« ist eine geschlossene Dreieckkomposition und stellt den im Lesen eines Buches vertieften kleinen Knaben dar. Die Bleistiftzeichnung »Er bereitet sich auf Pest vor — zeigt Pákh seine Gedichte« (Abb. 4) zeigt uns den grossen Weg antretenden Dichter mit über die Schulter geworfenen Mantel und einem Stab in der Hand. In der kleinen Zeichnung ist der »Wanderer«-Typ des 19. Jahrhunderts, gleichfalls ein in der Romantik wurzelndes Motiv personifiziert, und die erregte Überraschung Páklis, des Freundes trefflich zum Ausdruck gebracht. Dramatische Wirkung enthält die mit wenigen Strichen gezeichnete Sepiazeichnung zum Text: »1844 geht er in tobendem Schneesturm, in Lumpen gehüllt zu Fuss nach Pest«. (Abb. 5.) Die beiden Bleistiftzeichnungen »Er selbst legt den Leichnam Etelkas in den Sarg« und »Weint an ihrem Grabe still vor sich hin« sind völlig skizzenhaft, selbst Keime einer Komposition sind an ihnen nicht zu entdecken. Das Interessante an ihnen besteht darin, dass er aus dem Leben Petőfis zwei typisch romantische Szenen auswählt, die die Phantasie der Leser im 19. Jahrhundert dem Zeitgeist entsprechend beschäftigen. Székely reagierte offensichtlich empfindlich auf diese Motive, und in der frühen Periode seiner Kunst begegnen wir auf vielen seiner Bilder romantischen Stimmungselementen. Diese romantische Einstellung belegen mit ihrem Thema auch die erwähnten beiden Illustrationen, die jedoch nicht zur Bildformung gelangt sind. Die Bleistiftzeichnung mit der Überschrift: »Er schaut nach dem Rauch seiner Pfeife und denkt über die Freundschaft nach« ist eine skizzenhafte, in groben Zügen gezeichnete Arbeit, die sich an einen kurzen, im Frühjahr 1840 in Szalkszent márton geschriebenen Vers Petőfis knüpft. Wir überblickten alle Zeichnungen, die von bildkünstlerischem Gesichtspunkt für uns von Interesse sein könnten. Zwei wesentliche Fragen bedürfen noch der Klärung, von denen die eine die Frage des Zeitpunktes der Entstehung der Zeichnungen ist. Sie tragen keine Jahreszahl und auch die hinzugefügten Aufzeichnungen geben keine Möglichkeit zu ihrer Datierung. Es steht jedoch fest, dass sie erst nach der Erscheinung der Petöfi-Biographie von Karl Zilahy, im Jahre 1864—65 entstanden sein konnten. Auch in der Zeitschrift »Hon« lesen wir im Oktober 1865 von den in Arbeit befindlichen Szekely-Illustrationen. Die andere Frage, die zu klären wäre, ist welche Bedeutung diese Zeichnungen in den von Bartholomäus Székely geschaffenen Kunstwerken haben. Hier sei betont, dass diese Zeichnungen stets als Illustrationen zur Biographie Petőfis zu bewerten sind. Betrachten wir sie lediglich als Zeichnungen, so büssen sie einen beträchtlichen Teil ihres Interesses ein, flüchtig gezeichnete Skizzen sind ja im künstlerischen Nachlass Székelys reichlich geblieben. Ein ganz anderes Gewicht ist ihnen jedoch beizumessen, wenn wir sie als Illustrationen, insbesondere als Illustrationen einer Petöfi-Biographie untersuchen. Bartholomäus Székely fand an Illustrationen Interesse. In seinem »Tagebuch aus der Jugendzeit« genannten Skizzenbuch finden wir Illustrationen zu Petőfis Gedicht »Feentraum« und zu Goethes »Hermann und Dorothea«. Er illustriert die Gedichte seines Zeitgenossen, das namhaften ungarischen Dichters Baron Joseph Eötvös und fertigt eine Zeichnung zu »Frau Agnes«, der Ballade eines der grössten Dichter Ungarns, Johann Arany an. Er trägt sich auch mit dem Gedanken, die Gedichte von Michael Vörösmarty und Michael Tompa zu illust rieren, doch bleibt es nur beim Plan. Zahlreiche Illustrationen finden wir schliesslich in dem 1874 und 1877 in Prachtausgabe erschienenen Petöfi-Gedichtband. In nicht geringer Zahl finden wir also im Schaffen von Bartholomäus Székely Pläne zu Illustrationen wie auch Illustrationen selbst, wozu ihm Anregungen einerseits seine Zuneigung zu den spekulativen, intellektuellen Gebieten, da doch die Illustration Möglichkeit bietet das Gedankenelement in die Schöpfungen der bildenden Künste einzubeziehen, andererseits seine romantische Einstellung gaben, die sich insbesondere in der Frühperiode seiner Kunst geltend gemacht hat. Ünd gerade die Romantik ist es, die sich par excellence den Illustrationen zuneigt, wofür Beispiele in den künstlerischen Schöpfungen zahlreicher Meister von Delacroix bis Michael Zichy vorliegen. Auf Grund des oben Gesagten wird es verständlich, dass Székely sich auf Anregung seines Freundes Albert Pákh gern in die Illustrierung der vorbereiteten Petöfi-Biographie eingeschaltet hat und dies um so mehr, da er für den Dichter grosse Sympathie hegte. Auf seine Begeisterung für den Dichter verweisen auch zahlreiche seiner Petöfi-Illustratio15