Büky Béla, Csengeryné Nagy Zsuzsa: Székely Bertalan illusztrációi egy tervezett Petőfi-életrajzhoz (A MTAK kiadványai 36. Budapest, 1963)

Illustrationen von Bartholomäus Székely zu einer geplanten Petőfi - Biographie Bartholomäus Székely (1835—1910), einer der grösstenGestalten der ungarischen historischen Malerei des vorigen Jahrhunderts, hat sich nicht nur als Gemälde- und Wandmaler hervorgetan, sondern auch als Buchillustrator bedeutende Leistungen auf­zuweisen, die bis unsere Tage wenig bekannt sind. In Druck sind nur verhältnismässig wenige seiner Illustrationen erschienen. Die bedeutendsten von diesen sind vielleicht diejenigen Illustrationen, die in der im Folioformat herausgegebenen Prachtausgabe der Gedichte Petőfis (1874) erschienen sind. Das Thema zu »Frau Agnes«, der Ballade von Johann Arany, bearbeitete er später in einer Litograpliie. Es stellt auch eine der allgemein bekanntesten Illustrationen dar. Neben diesen seit langem bekannten Schöpfungen muss grosses Interesse jenen Illustrationsplänen entgegengebracht werden, die wir in der Handschriftenabteilung der Bibliothek der Ungarischen Akademie der Wissenschaften bei der Bearbeitung der hand­schriftlichen Hinterlassenschaft von Székely entdeckt haben. Von diesen ist vielleicht von grösstem Interesse die Illustrationsserie (52 Zeichnungen), die Székely zu einer Petöfi-Biographie angefertigt hat, die in Wirklichkeit nie geschrieben worden ist. Diese Biographie sollte der Feder Albert Páklis (1823—1807), einem der besten Freunde von Petőfi, entspringen, jedoch hinderte ihn seine Krankheit, der er auch erlag, an ihrer Fertigstellung. Die obenerwähnten 52 Zeichnungen trug Székely in ein kleines grünes Notizbuch ein, in das er damals seine geplanten Illustrationen einzuzeichnen pflegte. In diesem kleinen Notizbuch (Signatur Ms 5005/eee/l0) sind uns ausser den Petöfi-Illustrationen auch noch andere Illustrationpläne erhalten. Über jede der 52 Illustrationen vermerkte der Künstler in einigen Zeilen die wichtigsten Daten jenes biographischen Moments, den die Zeichnung verewigen sollte. Bei einem Teil der in den Abb. 1—6 vorgeführten Illustrationen sind diese mit der Hand geschriebenen Aufzeichnungen deutlich zu lesen. Gerade durch diese Angaben wird dieser Illustrationsserie vom literarhistorischen Gesiclit­punkt ein besonderes Interesse verliehen. Liest man nämlich die Texte, die über den Zeichnungen stehen, so stellt man sich die Frage, woher Székely diese Angaben bekommen hat. Eine geringe Informationen gibt uns durch die Bemerkung, die bei der ersten Illust­ration zu finden ist: »Illustrationen zu Petőfis Leben, besprochen mit Päkh« der Künstler selbst, denn dies schrieb an der erwähnten Stelle Székely eigenhändig nieder. Hatte also Székely die Angaben zu den Illustrationen von Albert Päkh erhalten? Für diese Möglich­keit waren alle Vorbedingungen gegeben: Székely war gut bekannt mit Albert Pákli und beide waren begeistert darum bemüht, den Petöfi-Kultus zu wecken. Die Tatsachen widersprechen jedoch ein wenig unserer Annahme. Auf Vorschlag des bekannten Petöfi­Forschers Joseph Kiss nahmen wir die 18(54 erschienene, erste Petöfi-Biographie in die Hand, die seinerzeit in ziemlich journalistischer Form von Karl Zilahv geschrieben wurde und verglichen die darin befindlichen Daten im einzelnen mit dem Angaben, die über die Illustrationen von Székely zu lesen waren. Hernach stand ausser Zweifel, dass Székely einen Teil seiner Angaben dieser Biographie entnahm; an mehr als einer Stelle stimmten nämlich die Texte wort-wörtlich überein. Ausser dieser Übereinstimmung des Textes konnten wir indessen bei verschiedenen Angaben keine Verbindung mit der Zilahyschen Biogrnpliie nachzuweisen, ja wir stellten sogar Abweichungen von dieser fest. Eine Abweichung bildet z. B. die Episode, in der beschrieben ist, wie Petőfi als Soldat in Sopron am Wachposten gestanden hat. Wie es Zilahy beschreibt , haben Petőfi hierbei mehrere seiner Freunde, auf dem Wege zu einer Hochzeit oder Unterhaltung aufgesucht und ihn mitnehmen wollten. Als er sich auf seinen Dienst berief, nahm ihm einer seiner Freunde 13

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