Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Horváth, Andrea: Untersuchungen im Krreis von altchristlichen Grabinschriften in Pannonien

38 Horváth, Andrea honorum) nicht mehr wichtig, da es nur sehr selten auf­taucht. Das GroBteil der Denkmâler kann aber nur indirekt datiert werden. Die einzige Ausnahme ist eine Inschrift von Sirmium, auf der die Zeit der Errichtung an­gegeben wurde (24. Február 352). Die meisten Inschrif­ten sind keinesfall früher als 313 zu datieren, und sie verschwinden mit dem Untergang der römischen Herr­schaft, sie tauchen also nach dem ersten Drittel des 5. Jahrhunderts nicht mehr auf. Meine Beobachtungen können in fünf Punkten zu­sammengefaBt werden. Von den altchristlichen Symbolen erscheinen das Alpha-Omega, bzw. das Christusmonogramm am hâufigsten. Die Grabinschriften mit diesen Symbolen (sowohl zusammen als auch abgesondert) sind ohne Zweifel fúr altchristlich zu haltén. Nach den Beobach­tungen befindet sich die Symboigruppe meistens in der Mitte des oberen Teiles der Grabsteine und sie kommt auf einem Denkmal nur einmal vor. Die 21 Christogramme kommen mit dem Alpha-Omega-Zeichen in 13 Fallen zusammen vor. Das Alpha-Omega ohne Christogramm taucht auf drei Inschriften auf. Die Verteilung der Symbole nach den Fundorten zeigt ein einheitliches Bild. Die meisten Exemplare kamen in Sirmium zum Vorschein (21), wáhrend zwei Stücke in Savaria und je eine Inschrift in Siscia und Cibalae bekannt sind. Obwohl die Funde von Sirmium etwa 60 % der Inschriften ausmachen, ist es bemerkenswert, daB ca. 80 % der Grabsteine mit Monogramm von hier stammt. Nördlich von der Drau-Save-Gegend kamen Steine mit diesen Symbolen nur in Savaria zum Vorschein. Das Christusmonogramm selbst kommt in seinen Details in sehr vielen Varianten auf. lm Grundé genom­men ist die Form kennzeichnend, als das X (khi) den Stiel des P (rho) kreuzt. Die Buchstaben laufen auf den Inschriften von Savaria in kleine FüBe aus 8 , und auf einem Stein von Sirmium ist ein, mit einer waagrechten Linie gekreuztes P zu sehen. Es kam vor, daB das Zei­chen in ein Médaillon eingeschlossen wurde 9 . Das Alpha und Omega befinden sich immer entweder zwi­schen den Stielen des X oder auf der rechten oder lin­ken Seite des Monogramms ein wenig weiter, aber immer in derselben Reihe. Nur wenige sonstige Verzie­rungen, wie bruchstiickhafte TierfuBe (Siscia 10 ), Vogel und Weintrauben (Sirmium 11 ), der Gute Hirt (Sava­ria 12 ), sind bekannt. Der Gute Hirt wird von den For­schern fur ein aus Rom stammendes Stuck gehalten, das spàter an Ort und Stelle verwendet wurde. Die se­kundar verwendeten Denkmâler (Mosónszentjános, Sa­varia, Ulcisia Castra) bezeugen, daB die früher behaue­nen Teile unverândert blieben, auch noch die Abkür­zung D M. Die auf den Inschriften vorkommenden Namen ge­hören zu dem folgenden Fragenkreis. Auf den Grabstei­nen sind 81 Namen fast in ihrer Vollkommenheit zu lesen, und in 16 Fallen kann man den ursprimglichen Namen mit groBer Wahrscheinlichkeit bestimmen 13 . Sowohl die allgemeinen Tendenzen der Namenge­bung als auch die Besonderheiten der christlichen Na­mengebung erscheinen auf den Grabsteinen. Die Ein­namigkeit tritt also in den Vordergrund: Die meisten Leute, die einen Grabstein errichten lieBen, lieBen nur ihren cognomen verewigen 14 . Ihr gentilicium erscheint seltener, haufig abgekürzt. Auf dem Grabstein einer Familie wurde das letztere nur bei dem Namen der Eltern angeführt. Gentilicii sind in vier Fallen bekannt, wâhrend die cognomina ein buntes Bild zeigen, z. B. Basilianus, Petronilla, Amina, Artemidora, Urcisinus, Thimoteus, Constantinus, Urcunia, Paulinianus, Dal­matius usw. Sowohl die von Kajanto 15 als auch die von András Mócsy 16 erwáhnten christlichen Namen vertre­ten einen sehr kleinen Teil des Materials. Die Untersu­chung der von den pannonischen Christen getragenen Personennamen nach Vorkommens- und Stammungsort brachte das folgende Ergebnis. Die Menschen mit typi­schem christlichem Namen vertreten die zahlenmaBige Überlegenheit, aber ich fand nur wenige Angaben über die Herkunft ihrer Trager. Diese Angaben zeigen auch nach Nordafrika, Norditalien und den östlichen Provin­zen. 17 Der náchsten Gruppé können die in Norditalien haufig vorkommenden Namen zugeordnet werden. Die meisten hierher gehörigen Namen sind in Sirmium be­kannt, einige davon kamen auch in Nordafrika vor. Die Namen östlichen Ursprungs, die zumeist auf den In­schriften von Savaria zu lesen sind, bilden nur die drit­te Gruppé. Die insgesamt vier Namen von Savaria stammen aus drei Familien. In Sirmium fand ich drei cognomina, in Aquincum und Szentendréje ein cogno­men dieses Typs. In der südlichen Halfte der Provinz trugen die Christen - nach dem Zeugnis der Inschriften - überwiegend Namen norditalischen Ursprungs. Die­ser Namentyp kommt in den östlichen Gebieten in klei­nerer Zahl vor, und auf dem nördlichen Teil der Provinz fehlt er vollkommen. In diesen Gebieten wurden aber Grabsteine fast ausschlieBlich von den Menschen östli­chen Ursprungs errichtet, besonders den Limes entlang. In den Familien trugen entweder aile Familien­mitglieder einen Namen christlichen Charakters oder die Eltern gaben ihren Kindern Namen christlichen Charakters. Von den Formeln der Inschriften ist die Lage bei "bonae memoriae", "in pace" und "requiescit" eindeu­tig, da diese nur in christlichem Zusammenhang vor­kommen. Mit diesen ist der Ausdruck "bene memoran­dae" verwandt, und auch die Formel "vivas in Deo" ist fúr altchristlich zu haltén. Die Formeln "his iacet", "hie locus est" treten dagegen nicht nur in christlichem Zu­sammenhang auf. Ihrer Struktur nach können die Inschriften in vier Untergruppen eingeordnet werden, aber sie weichen davon auch haufig ab. Darum konnte ich feststellen, daB es aller Wahrscheinlichkeit nach keine sich voll-

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