Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Horváth, Andrea: Untersuchungen im Krreis von altchristlichen Grabinschriften in Pannonien

Untersuchungen im Kreis von altchristlichen Grab in schriften in Pannonién 39 kommen entfaltete, streng geregelte Tradition betreffs der Grabinschriften gab. Abgesehen von zwei Ausnahmen HeB man die zur Verfïigung stehenden Denkmaler fur Familienmitglie­der machen. Der Grad der Verwandtschaft zwischen den Verstorbenen und den Familienmitgliedern, welche die Inschriften machen HeBen, wurde recht haufig an­gegeben. Auch ihr Schmerz wurde haufig ausgespro­chen ("coniugi carissimae" 18 , "dulcissimae filiaedo­lens" 19 , "fideli matri dulcissimae" 20 ). Die Form "pius", bzw. dieselbe im Superlativ erscheint haufig besonders bei dem Namen der Person, die das Denkmal errichten lieB. 21 Das Lebensalter wurde auf 21 Grabsteinen ange­geben. Dièse zeigen die fur das Reich auch sonst kenn­zeichnenden Tendenzen: die sehr hohe Kindersterb­lichkeit, inbegriffen auch die Altersklasse von 5 bis 12 Jahren, das durchschnittliche Lebensalter um 40 Jahre und die nur ausnahmsweise vorkommende höhere Lebensdauer. 22 Es ragt ein Ehepaar von Savaria mit sei­nen Lebensaltern von 81 und 86 Jahren hervor. Es gibt zwei Grabsteine, die nicht von Familienmitglie-dern errichtet wurden. Unter dem ersten ruhen zwei Wander­maler, die ihrem Alter nach Meister und Lehrling gewe­sen sein könnten. 23 Auf dem anderen Grabstein aber setzen zwei liberti ihrer Herrin Denkmal. 24 Die textanalytischen Untersuchungen der Grabin­schriften sind wegen der Bruchstückhaftigkeit und Kürze der Inschriften nur beschrankt verwendbar. So weisen überwiegend die grammatischen Fehler auf die Sprachkenntnisse bzw. auf die Liicken der Schrift­lichkeit hin. Am haufigsten kamen das "e" anstatt "ae", ferner die Weglassung von Buchstaben und Vokalaus­lauten vor. Die unregelmâBig gehauenen Buchstaben (A, F, E) zeigen die Unerfahrenheit des Steinmetzers. Das einzige griechische Denkmal gehört dem Handler Basilianos, der in Sirmium zur ewigen Ruhe beigesetzt wurde. Der griechische, mit latenischen Buchstaben geschriebene Text von Siscia, dessen lateinische Vari­ante haufig vorkommt, besteht nur aus zwei Wörtern ­"Ianuaria zaesis." 25 Die Verwechslungen der Buchsta­ben im Text weisen auch in diesem Fall darauf hin, daB der Hersteller mit der Schriftlichkeit Problème hatte. Ich bestrebte mich, die an den Denkmâlern gemach­ten technischen Untersuchungen nach vielen Gesichts­punkten durchzufiihren. Die meisten Inschriften wur­den in Marmor, weniger in Kalkstein und einige in Zie­gel geschnitzt. Die als teuer geltenden weiBen und rosa geâderten marmornen Grabsteine wurden wahrschein­lich von geiibten Meistern sorgfàltig behauen. Die Form der Grabsteine kann wegen ihrer Bruchstückhaf­tigkeit eindeutig nicht geklârt werden. Es ist ebenfalls umstritten, wie die Steinplatten an den Grâbern, Grab­bauten befestigt wurden. Es gibt eine einzige Beobach­tung, wonach man Mortelspuren auf der Riickseite des Grabsteines fand. Dieser Stein wurde also wahr­scheinlich an der Wand befestigt. Analysiert man das Schnitzen und Aufteilung der Oberflâche, kommt man immer mehr zu der Uberzeu­gung, daB die Hersteller keine groBe Übung hatten. Die Engschrift, die immer kleineren Buchstaben und die immer mehreren Abkiirzungen am Ende der Inschriften weisen darauf hin. Einige Buchstaben wurden auf dem­selben Grabstein abweichend geschnitzt, und auch die Zeichen zwischen den Wörtern können unterschiedlich sein. Auf einigen Grabsteinen erscheinen einzigartig ausgefuhrte Buchstaben, hauptsachlich im Falle der Buchstaben A, L, Q, M. Grabsteine von demselben Meister konnten aber nicht bewiesen werden. Meine Beobachtungen sind folgendermaBen zusam­menzufassen. Mit Hilfe der Grabinschriften wurden die auch frü­her bekannten altchristlichen Zentren bestatigt, namlich konnte kein einziger bedeutender neuer Fundort nach­gewiesen werden. Die analysierten schriftlichen Quel­lén liefern sehr wichtige Informationen iiber die Chri­stianisierung der Provinz. (Wie oben erwâhnt, vertreten die Christen, welche die Inschriften machen HeBen, nicht die ganze christliche Bevölkerung der Provinz.) Die ungleiche territoriale Verteilung der Funde weist auf stârkere, gröBere christliche Gemeinschaften in den südlichen Gebieten, d. h. in der Drau-Savegegend hin. Die da in groBer Zahl vorkommenden norditalischen Namen beleuchten die Zusammensetzung und den Ursprung der christlichen Bevölkerung. Damit können wir wahrscheinlich das hâufige Auftreten der typischen christlichen Symbole auf den hiesigen Fundorten erkla­ren. AH das kann auch dadurch unterstiitzt werden, daB die Grabbauten ebenfalls nach Norditalien zeigen. 26 Siidostpannonien scheint dagegen die baukundlichen Wirkungen aus einer ganz anderen Richtung bekom­men zu haben. 27 Die von hier stammenden sehr weni­gen Inschriften machten es nicht möglich, die Namen der hiesigen christlichen Gemeinschaft zu analysieren und den Ursprung deren zu untersuchen. Die Analogien der aus einer unterirdischen Grabkammer und einer Kapelle bestehenden sog. zweistöckigen Grabbauten sind auf dem Balkan zu finden. Die Friedhöfe mit ver­hâltnismaBig groBer Grabzahl deuten auch in diesem Gebiet auf bedeutende Gemeinschaften hin (Sopianae, Alsóhetény 28 ). In den nördlichen und nordöstlichen Zentren der Provinz treffen wir viele Menschen öst­lichen Ursprungs. Das kann vielleicht für die immer noch bestehenden östlichen Verbindungen als Beweis dienen. Teils damit können wir erklaren, daB die kost­bare Errichtung von Inschriften von einer immer noch reichen Schicht (vielleicht von den Handlern) in den Gebieten den oft belastigten Limes entlang bezahlt wer­den konnte. Die hier bekannten Grabbauten sowie die auch in Dalmatien und anderen Teilen des Reiches sich eingebürgerte Typen italischen Ursprungs (bogenrunde Bauten). 29 In diesem Gebiet sind zwei gröBere Zentren hervorzuheben, namlich Aquincum und Savaria, in denen das Existieren altchristlicher Gemeinschaften von verhaltnismaBig groBer Bedeutung auch durch die

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