Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Horváth, Andrea: Untersuchungen im Krreis von altchristlichen Grabinschriften in Pannonien

ZALAI MÚZEUM 11 2002 Horváth, Andrea Untersuchungen im Kreis von altchristlichen Grabinschriften in Pannonién Als Grundlage dieses Référâtes diente meine 1997 in der Zeitschrift Századok veröffentlichte Studie. Anstatt die forschungsgeschichtliche Einleitung zu wiederho­len, möchte ich diesmal einige, im Laufe meiner Arbeit aufgetauchte Problème behandeln. Das gröBte davon war, das christliche Fundmaterial von dem nicht-christ­lichen abzusondern. Darum strebte ich in jedem Fali nach der vielseitigen Untersuchung der einzelnen Inschriften. Das andere Problem ist - und davon bin ich überzeugt -, daB das zusammengetragene Material trotz des sorgfáltigen Verfahrens nicht komplett ist. Es ist all­gemein bekannt, daB sich unbekannte Funde in den Magazinén verstecken, und man weiB auch von verlo­rengegangenen, sogar unpublizierten Funden. Das gilt besonders auBerhalb Ungarns, beim Fundmaterial süd­lich von uns. An 14 Fundorten Pannoniens sind insgesamt 84 Grabinschriften bekannt. 1 Mit Ausnahme eines Ortes (Mosonszentjános) kann das Existieren einer christli­chen Gemeinschaft auch aufgrund von anderen Funden nachgewiesen werden. Cibalae, Mursa, Sirmium und Siscia waren Bistümer, wáhrend man eine kleinere Gemeinschaft im 4. Jahrhundert in Brigetio annehmen kann (aller Wahrsheinlichkeit nach is Sopianae,Sava­ria 2 und Aquincum auch). Im Gegensatz dazu auf sechs von den aufgezáhlten Fundplatzen kamen keine alt­christlichen Grabbauten bzw. Bestattungen zum Vor­schein (Siscia, Savaria, Brigetio, Cibalae, Mursa, Mosonszentjános). In Savaria kann die Stelle des alt­christlichen Friedhofes etwa 200-300 m weit von der Stadt entfernt mit groBer Wahrscheinlichkeit lokalisiert werden. Die inschriftlichen Denkmaler können nach den fol­genden Kennzeichen als altchristlich bestimmt werden: In erster Linie kann das Christusmonogramm bzw. die für christlich gehaltenen Formeln als Grundlage dienen. Wenn solche fehlen, zieht man den Fundort oder den in der Inschrift lesbaren Namen in Betracht. Die als Ergeb­nis der Untersuchungen erhaltenen Zahlen sind natürlich relative Angaben, die sich nach dem Vorkommen von neuen Funden modifizieren. Darum scheint es zweckma­Biger zu sein, die Verhaltnisse bei den Analysen zu beach­ten. 3 Die Verteilung der Inschriften nach den Fundorten ist ungleich. Die meisten Denkmaler kamen in Syr­mium, bzw. in Savaria vor (46 bzw. 13). In Sopianae sind sechs und in Siscia fünf Inschriften bekannt. Auf den anderen Fundstellen kennen wir nur ein oder zwei Stücke. Besonders auffàllig ist, daB nur einige Inschrif­ten im verhaltnismáBig groBen Friedhof von Ságvár und Pécs vorkamen und ein einziges Stuck wurde in Aquincum gefunden. Das kann - aber nur teils - eine Forschungslücke sein, aber auch die Zerstörungen in den spateren Jahrhunderten und vielleicht die vonein­ander abweichenden Sitten konnten dabei eine Rolle spielen. Ich konnte beobachten, daB es nördlich der Drau- und Savegegend wenigere christliche Inschriften gibt, und das gilt besonders den Limes entlang. Die Ursache dieser Erscheinungen ist nicht unbedingt von wirtschaftlichem Charakter, da sowohl der biliige Kalk­stein und Ziegel als Rohstoff zu den Inschriften ver­wendet wurden.Eine allgemeine Tendenz ist der Rückgang der Anzahl der Inschriften im 3., besonders im 4. Jahrhundert, hauptsachlich in den Gebieten den Limes entlang. Der Anspruch auf die römische Schrift­lichkeit lieB also gewissermaBen nach. Die Population, welche die Inschriften machen lieB, vertritt natürlich nicht die ganze christliche Bevölke­rung Pannoniens, sie ist nur ein Teil davon. Die Perso­nen, die (in politischer, militárischer, oder religiöser Hinsicht) eine aktivére, stárkere, bedeutendere gesell­schaftliche Rolle spielten, lieBen auch die Inschriften der vorangehenden Jahrhunderte machen. Eine áhnli­che Tendenz kann auch bei den Christen beobachtet werden, die Menschen, derén Namen auf den Inschrif­ten zu lesen sind, waren bedeutende Mitglieder der Ge­meinschaft. In anderen Fallen tauchen die Namen von bedeutenden, in dem religiösen Lében eine wichtige Rolle spielenden Personen auf den Inschriften auf (cus­tor cymiteri, famula XPI, diaconus, pictor). Andermal wollten die Familien von ihrer religiösen Zugehörigkeit auf den Grabsteinen Zeugnis ablegen. Háufíg werden Personen erwahnt die in der Verwaltung tatig waren, oder eine militárische Rolle spielten (praefectus 4 , vete­ran 5 , vir perfectissimus 6 , centurio 7 ). Diese Menschen verfúgten wahrscheinlich über mehr Güter als der Durchschnitt. Im Gegensatz zur früheren Praxis war aber die Anführung des Berufs und der Würde (cursus

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