Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Tomka, Péter: Christ oder Heide? Das Grab 317 von Táp-Borba

212 Tomka, Péter Belegungsvorgang des Graberfeldes, wie gesagt, von Nordwesten nach Südosten. Weitere Analysen unter­stützen dieses Ergebnis, so z.B. die hier nicht gezeigte Analyse der Perlenschnüre - das Übergewicht habén die kleinen Hirsekornperlen, "oben" im Grab 402 waren relatív frühe Typen vorhanden (neben den Hirse­kornperlen kleine blaue bikonische Perlen und auch dunkle, gedrungen kugelige Perlen, also Augenperlen ohne Augen). Zwar sind einige melonenkernförmige Stücke schon in diesem frühen Teil vorhanden, sie tre­ten aber in immer grösserem Anteil in dem mittleren Areal auf und dominieren im Südosten, woher die rei­nen Melonenkernperlschnüre stammen. Eine Zwischenbemerkung: es war intéressant zu beobachten, dass Übergangsformen oder gemischtes Auftreten von früheren und spâteren Merkmalen meistens in Kinder­grâbern vorkamen. Das Grab Nr. 317 liegt zwischen mittelawarischen Grâbern, gehört aber nicht der allerersten Generation an. Weit ist es nicht davon entfernt, mit etwas Phantasie kann man sich vorstellen, dass die junge Dame zur ersten Generation gehört hat, die in Táp geboren wur­den. Beschreibung des Grabes Grab 317. (Abb. 4.) Grab einer jungen Frau (eines der reichsten Graber des Graberfeldes). Tiefe: 170 cm (die Grabsohle ohne Vertiefungen), Orientierung 4,5 Strich (etwa 25 Grad) von Norden nach Westen. Unter dem Subhumus (also am Erscheinungsniveau) konnte man markante Störungsspuren mit unregelmassigen Kontúrén an der NW-Ecke des Grabes beobachten. Im Laufe der weiteren Ausgrabung stellte sich heraus, dass sich an der Ostseite des Grabschachtes eine Ausbuch­tung befindet - keine Seitennische, sondern ein zufallig beim ehemaligen Ausheben des Grabschachtes erfolg­ter Versturz der grob-kiesigen Grabwand. Der Sarg wurde zum Teil in diese Pseudo-Nische eingeschoben. So war es möglich, dass die Grabrâuber gescheitert, das Skelett und die Funde nicht erreicht worden sind. Die Linie des Sarges habén wir 15 cm über dem Ske­lett bemerkt, die Verfárbung zeigte eine Muldenform. Es ist nicht ausgeschlossen, dass eigentlich ein Ein­baumsarg verwendet worden ist - demgemâss liegt das Skelett zum Teil zusammengerutscht, zum Teil nach links gedreht. Der Sargdeckel stürzte ein, die Knochen waren mit dünnem Holzmulm bedeckt, die Metall­gegenstande mit Holzüberresten überzogen. Die Wunde, besonders aber der Boden des Sarges zeigten schwarze Verfárbung (Verkohlen). An der linken Seite des Fusses war die Linie der Sargwand unregelmassig nach aussen gebogen (umgefallen). Die Tote war eigentlich in Riickenlage in den Sarg gelegt worden. Die Knochen sind sehr schwach erhal­ten, der Schâdel zusammengepresst auf seiner linken Seite liegend, der Unterkiefer entzweigebrochen (sonst in "untergefallener" Lage). Das rechte Schulterblatt befindet sich auf den Rippen, der rechte Oberarm eben­falls. Die Wirbelsaule war von den rechten Rippen ver­deckt. Der rechte Arm beugt sich leicht, die Knochen des Unterarmes lagen entzweigerutscht an beiden Sei­ten der Beckenschaufel. Die Funde 3 1. Ohrgehânge (silberner Ring mit aufgezogenem pyramidenstumpfformigem goldenem Anhânger) an der rechten Seite des Schadels (also oben), an der Kante des Unterkiefers. L. 2,9 cm, Dm des Rin­ges 1,8 cm. InvNr. 89.29.1. (Abb. 5. 1.) 2. Agraffenpaar (aus Blech, vergoldet) vor der Spitze des Unterkiefers geklemmt - das Untere lag unter dem Unterkiefer, aber über dem linken Schlüssel­bein, abwârts gewendet. An der Rückseite waren Textilüberreste (auch der Zwirn, mit dem sie auf­genâht waren) vorhanden. Dm 4,4 cm, D. 0,3 cm. InvNr. 89.29.2. (Abb. 5. 3.) 3. Perlenreihe aus 131 gélben und schwarzen Hirse­kornperlen, mindestens in zwei Reihen angeordnet. Die Abfolge war gut bemerkbar, obwohl die Perien Gruppén mit Zwischenrâumen bildeten. Die Reihe beginnt unter dem Kinn, es waren Perlen auch unter der Agraffen zu finden. Auf der rechten Seite haben wir die Reihe entlang des Schüsselbeines, des Brustbeines und der Rippen bis zur Mitte des linken Oberarmes verfolgt, da lag in die Perlenrei­he eingefügt Fund 4, das Kreuz. Dicht auf und unter diesem waren auch Perien vorhanden. Die Perlenreihe biegt sich links etwas höher (am Wand des muldenförmigen Sarges) zurück zur rechten Schulter und über diesem erreichte sie wieder das Kinn. InvNr. 89.29.3. (Abb. 5. 4.) 4. Kreuz aus vergoldetem Silberblech, es lag auf dem linken Oberarm, in Lângsrichtung in die Perlenrei­he eingefügt, sein Fuss zeigt nach links. Von den eingelegten blauen "Steinen", d.h. Glaseinlagen fehlten schon zwei. Am unteren Teil sind Textil­überreste wahrzunehmen. L. 6,8 cm, Br. 5,6 cm. InvNr. 89.29.4. (Abb. 5. 5.) 5. Zierblech, rhombusförmig, vergoldet, neben dem linken Ellbogen, auf seiner Kante liegend. Die ver­zierte Seite zeigt nach links, an der Rückseite war ein schmaler Textilstreifen angerostet. L. 5,7 cm, Br. 3,3 cm. InvNr. 89.29.5. (Abb. 6. 6) 6. Spinnwirtel, bikonisch, in sehr schlechtem Zustand, ausserhalb des linken Ellbogens. H. 2,1 cm, Dm 3,4 cm. InvNr. 89.29.6. (Abb. 6. 7.) 7. Eisenschnalle, auf der linken Beckenschaufel, mit dem Dorn nach links. L. 3,9 cm, Br. 3,4 cm. InvNr. 89.29.7. (Abb. 6. 8) 8. Armring aus Bronze beim rechten Handgelenk (genauer: im Becken, aber zwischen den kleinen Handwurzelknochen). Dm 6,3 cm. InvNr. 89.29.8.

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