Zalai Múzeum 11. Kereszténység Pannóniában az első évezredben (Zalaegerszeg, 2002)

Tomka, Péter: Christ oder Heide? Das Grab 317 von Táp-Borba

Christ oder He ide? Das Grab 317 von Táp - Borba 213 (Abb. 6. 4.) 9. Armring, dem vorangehenden ahnlich, auf dem lin­ken Handgelenk. Dm 5,4 x 6,7 cm. InvNr. 89.29.9. (Abb. 6. 5.) 10. Fingerring mit Glaseinlage in Drahtfassung am Kopf, auf dem Mittelfinger der rechten Hand. Dm. 2,2 cm. InvNr. 89.29.10. (Abb. 6. 3.) 11. Fingerring auf dem Mittel- oder Zeigefinger der linken Hand. Dm (gebrochen) 1,9 cm. Inv.Nr. 89.29.11. (Abb. 6. 2.) 12. Ohrgehange, das Paar des Fundes Nr.l., unter der linken Seite des Unterkiefers. L. 2,8 cm, Dm des Ringes 1,8 cm. InvNr. 89.29.12. (Abb. 5. 2.) 13. Fingerring, mit Kopf aus Zinn-Legierung, auf dem Mittel- oder Zeigefinger der linken Hand. Gebro­chen, L. des Kopfes 1,5 cm. InvNr. 89.29.13. (Abb. 6.1.) 14. Eisenmesser, zwei Bruchstücke, neben dem linken Unterarm. L. 15 cm. InvNr. 89.24.14. (Abb. 6. 9.) Auswertung Die Ohrringe (Abb. 5. 1-2; Photo: GLI AVARI 1995, 86 4 ) reprâsentieren eine seltene Variante der Ohrgehan­ge mit zylindrischem Anhânger, der Mantel hat nâmlich eine 5-seitige Pyramidenstumpfform. Die zwei Ringe sind nicht identisch: der eine ist glatt, der andere zum Teil tordiert. Die Anhânger sind auf die Ringe aufgezo­gen, oben mit einer unregelmassigen Platte, unten mit Hilfe einer Platte und einer Halbkugel abgeschlossen und reichlich granuliert. Deckplatte und Halbkugel tra­gen ebenfalls pyarmidenförmige Granulation, am Man­tel sind Dreier- und Vierergruppen zu sehen, die Löcher zum Ringdurchzug und das Zusammenfugen des Man­tels mit der unteren Deckplatte sind in zusammenhân­genden Reihen granuliert. Man hat erst den Mantel zusammengebogen (Seite A und E überlappen sich), dann die Löcher durchbohrt (die zwei Exemplare unter­scheiden sich: die Löcher befinden sich in der Mitte der Seite A und entweder an der Kante zwischen Seite D und E oder in der Mitte der Seite C), die Deckplatten und Halbkugel montiert, die Oberflâche granuliert, schliesslich das fertige Anhângsel auf den Ring gezo­gen. Eine nahe Analogie stammt aus Mór-Kecskehegy, Grab 2 (ANTONI 1979, Taf. I.,3-4, auf die Kantén hat BÁLINT 1989, 161 hingewiesen, dort heisst es "Ohr­gehange mit oktaederförmigem Anhânger"). Datiert wurde nach GARAM 1975, 40 auf die zweite Halfte des 7. Jh.s. Der Grundtyp wird nach wie vor einstimmig in die Mittelawarenzeit, in die zweite Halfte oder in das letzte Drittel des 7. Jahrhunderts gesetzt (z.B. KOVRIG 1975,217,230; CILINSKÁ 1975,72-74; GARAM 1980,164; GARAM 1993a, 26). Ob unsere Variante in der Entwicklung der spâteren prismenförmigen Tűben der Ohrringe mit Perlenanhanger eine Rolle gespielt habén könnte, ist heute noch nicht zu entscheiden. Das Agraffenpaar (Abb. 5. 3, Photo: GLI AVARI 1995, 86) ist aus vergoldetem Silberblech gefertigt, nicht gepresst (wenn es auch überraschend sein mag 5 ) sondern gehâmmert (getrieben) und beidseitig mit ver­schiedenen Punzeisen bearbeitet (ziselliert), auffallend flach gearbeitet. Die Kantén sind umgebogen, die Grundplatte war aus Bronze. Das Innere war mit einer Substanz gefiillt, die fast völlig vergangen ist, bei der Oxidation sind die verzierten Scheiben zersprungen, bei der Auffindung war es in sehr schlechtem Zustand, man musste es bei der Restaurierung verstârken. Zur Haken-Ösen Konstruktion bohrte man die Kante durch und die diinnen Bronzedrâhte waren im Fiillmaterial befestigt (Heute sind sie ersetzt). Es war aller Wahr­scheinlichkeit nach aufgenâht. Das Muster besteht aus einem rundén, flachen, erhabenen mittleren Feld mit zwei glatten und dazwischen einem geperlten Ring, kreuzförmig angeordneten tropfenförmigen Pseudozel­len mit erhabenem Feld und mit geperltem Rand (die Spitze wendet sich zum Rand des Gegenstandes) und 4 breiten, nach aussen offenen Bögen zwischen den Pseu­dozellen, deren Inneres eingetieft und mit geperlten, glatten und wieder geperlten Rippen begrenzt ist. Obwohl ich derzeit keine mustergleiche Analogie kenne, fügt sich aufgrund der verwendeten Techniken und der einzelnen Stilelemente unser Agraffenpaar rei­bungslos in die Reihe mittelawarenzeitlicher Blecha­graffen ein. Ein rundes Mittelfeld haben die Agraffen von Dunapentele-Öreghegy Grab 12 (MAROSI - FET­TICH 1936,16,49-50, Taf. VI, 39-40), Nagyréde-Ragy­ogópart Grab 3 (SZABÓ 1968, 32-35, 47-48. Taf, VI,3), sogar auch ein flaches, wie die Stücke von Kecel-Határdülő Grab 4 (CS.SÓS 1958, 5, Taf. 11.14), Gerjen Grab 33 ( KISS 1984, 107, 115, Taf. 46), Alat­tyán Grab 84 (KOVRIG 1963,16, 115-116, Taf. VIII.3), Tápé Grab 6 (KÜRTI - WICKER 1991, 19, Abb. 2/4), Szegvár-Szőlőkalja Grab 75 (KÜRTI - WICKER 1991, 19, Abb. 2/6), ja auch das Pressmodell von Biskupija (CSALLÁNY 1933, Taf. VIII,23) und das am nahesten gefundene Stuck, Grab 286 von Táp. Aus Tropfenfor­men herausgebildete Stern-, Vierpass- oder Kreuzform ziert die viereckigen Agraffen von Győr Grab 427 (mit echten Zellen, FETTICH 1943, 28, Taf. XXIV, 25) und Kékesd Grab 146 (KISS 1977, 54, Taf. XVIII, 146/4). Die Bogenform kommt (allerdings enger, 6 oder 8 mal) in Dunapentele (MAROSI - FETTICH 1936, loc.cit), Nagyréde (SZABÓ 1968, loc.cit.), Gerla Grab 4 (KÜRTI - WICKER 1991, Abb 3/4), Sommerein Grab XXI (DAIM - LIPPERT 1984, 57-58, 216-217, Taf. 6/5), Kiskőrös-Városalatt Grab 2 (HORVÁTH 1935, 35, Taf. XXIII, 1-2) vor, in anderen Fallen ist sie nach innen gewendet oder mit trapezoidén Form ersetzt. Éva Garam hat unlângst die Aufmerksamkeit auf die for­menkundliche Verwandschaft der Agraffen zu den Scheibenfibeln (und Scheiben des Halsschmucks) gelenkt (GARAM 1989, 146-147). Tatsâchlich sind eben diese Elemente der Verzierung auch bei einer

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