Zalai Múzeum 10. 50 éves a Zalaegerszegi Göcseji Múzeum (Zalaegerszeg, 2001)

Horváth, László András: Neue Angaben zum Übergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn

Neue Angaben zum Ubergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn 55 Vucedol-Laibach-Kultur (MÜLLER-KARPE 1974, 219). In Zók-Várhegy kamen die Reste einer Bronzewerkstatt in der Siedlung der Vucedol-Kultur zum Vorschein, in der mehrere Fragmente von GuBformen der Schaftlochâxte des Kömlőd-Typs gefun­den wurden (ECSEDY 1983, 72-85; ECSEDY 1995b, 16. kép). Diese Tatigkeit wurde vom Verfasser als die früheste Métallurgie der frühen Bronzezeit bezeichnet (ECSEDY 1983, 84; ECSEDY 1995b, 33-36), wahrend die Zeit der Àxte der Typen Bányabükk, Fájsz, Dunbra­viora, Kozarac und Stublo nannte er spátkupferzeitlich und datierte sie in eine Übergangsperiode zwischen der Kupfer- und Bronzezeit. 19 Àhnlich datierte M. Roska die Funde von Dunakömlőd (ROSKA 1957, 6-8). Die altesten Schaftlochâxte in Mitteleuropa gehören zur Zeit der Jevisovice 'B'-Kultur (die oberste Schicht von Brno­Lisen) und der ostalpinen Mondsee-Kultur. Westlich von dieser Formung in Böhmen lebte die gleichzeitige Rivnac-Kultur, die uns mit ihren reichverzierten KreuzfuBschalen zur Vucedol-Kultur führt (MÜLLER­KARPE 1974, 216). Unserem Exemplar entspricht die Variante 3 unter den Kozarac-Àxten am bestén (ZE­RAVICA 1993, 32 und Taf. 6, 48-49). Für die Àxte dieses Types - und für seine Varianten - ermöglichen je­né Stücke und GuBformen, die aus Fundverbánden der Vucedol-Kultur oder aus Depots mit facherförmigen Flachbeilen stammen, eine genaue chronologische Be­stimmung (ZERAVICA 1993, 29). Die südbosnischen Exemplare, z. B. die des Debelo-brdo-Typs gehören der spaten Vucedol-Kultur an (DIMITRIJEVIC 1979, 305, 315). Aufgrund weiterer Vergleiche datiert E. F. Mayer den Kozarac-Тур in die jüngere bis spate Kupferzeit da­tieren (MAYER 1977, 22; Anm. 35). Mehrere GuB­formen solcher Àxte stammen aus dem Laibacher Moor, wo sie zusammen mit anderen Funden der Laibacher Gruppé auftreten (KOROSEC - KOROSEC 1969, 138, Taf. 104, 1,2,6; Taf. 114, 3; MAYER 1977, 22; DURMAN 1983; ZERAVICA 1993, 28). Ausschlaggebend für eine feinere Datierung kann die Feststellung von B. Co vie sein, nach der die Àxte von Kozarac-Тур nur ausnahmsweise aus Arsenbronze her­gestellt wurden, und kein einziges Stuck Zinn enthalt, was diese Gerâte bzw. Waffen nur in die Spatstufe der Vucedol-Kultur datieren lâfit (COVIC 1976, 110, Anm. 26). 20 G. Bandi wollte diesen Тур ebenfalls dieser Phase verbinden (BÁNDI 1984, 118). Im westlichen Teil des ehemaligen Jugoslawiens tritt er im spaten Abschnitt des allgemeinen Erscheinens der Kupferaxte auf, wahrend seine Laufzeit zumindest im adriatischen Gebiet mit dem Aufkommen der Àxte vom Skodarer Тур endete (ZERAVICA 1993, 29). Die typologischen Verknüp­fungen zusammenfassend datierte Z. Zeravica diesen Тур in die spate Kupferzeit und er verband ihn mit der Vucedol-Kultur (ZERAVICA 1993, 30). Gute Datie­rungshilfe bot dazu u.a. der Fund von Mala Gruda mit seiner silbernen Schaftlochaxt. Das in diesem Hügelgrab freigelegte Inventar der Vucedoler bzw. Laibacher Kul­tur könnte relativchronologisch an den Anfang der mit­telminoischen Période, auf dem westlichen Balkan aber an das Ende der Kupferzeit bzw. in die frühe Bronzezeit gesetzt werden (ZERAVICA 1993, 129). Auswertung Einschneidige Àxte sind in Südosteuropa von dem Jungneolithikum bis in die Früh- und Mittelbronzezeit bekannt. Unter den mehreren Typen interessieren uns jetzt die altesten Stücke, die noch mit der aneolithischen Kupfermetallurgietradition im Zusammenhang stehen (KUNA198L35). Die vielen Kupferwaffen und GuBformen der Vucedol-Kultur im ehemaligen Jugoslawien und in Südungarn beweisen die Existenz einer lebhaften Métallurgie und eine selbstandige Produktion zu dieser Zeit. Die erwahnten Axttypen treten in Ungarn in zwei verschiedenen Horizontén auf: Zuerst in der Vucedol ­Spatbaden - Cotofen-Zeit, spáter in der Spâtvucedol ­Somogyvár-Vinkovci - Kosihy-Caka - Jigodin - Glina III-Periode (ECSEDY 1979, 112-113; ECSEDY 1983, 84; ECSEDY 1995b, 36). Um unsere Axt möglichst genau einer Kultur zuordnen zu können, möchten wir die rela­tivchronologische Lage der Wende zwischen der Kupfer- und Bronzezeit in Transdanubien überblicken. Die erwahnte Zeit ist in Transdanubien und damit zusammen auch in unserem Komitat bzw. auf dem Sammelgebiet des Göcsej-Museums zu Zalaegerszeg nur lückenhaft bekannt. Auf dem letztgenannten Territórium, d. h. auf dem nördlichen-nordöstlichen Teils unseres Komitates wurde in der spaten Kupferzeit spárlich bevölkert, hier sind nur 12 Fundstellen der Badener Kultur bekannt. Die Mehrheit dieser Fundstellen konnte der spatklassischen und spaten Phase der Badener Kultur zugeordnet werden. 21 Aile sind einschichtige Flachsiedlungen von kleinem oder mittelgroBem AusmaB. Bemerkenswert ist, daB sich allé bekanntgewordenen Siedlungen auf der östlichen Halfte des benannten Areals befinden, westlich von Gellénháza sind keine Spuren dieser Kultur belegt (HORVÁTH ­SIMON im Druck, Karte 6). 22 Nicht weniger proble­matisch ist die andere groBe archáologische Einheit dieser Zeit, die Kostolac-Gruppe (Kultur). Sie hat bis heute nur eine einzige Fundstelle an der südöstlichen Grenze unseres Komitates (Keszthely-Fenékpuszta) (BONDÁR 1996, 38, Abb. 11; BONDÁR 1984, Abb. 2, 4), die heute offensichtlich ihr westlichster Fundpunkt ist (BONDÁR 1984, Abb. 6). Weitere Fundorte konnten auch im Laufe der zwölfjáhrigen systematischen Gelan­debegehungen und Ausgrabungen im nördlichen und

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