Zalai Múzeum 10. 50 éves a Zalaegerszegi Göcseji Múzeum (Zalaegerszeg, 2001)
Horváth, László András: Neue Angaben zum Übergang von der Kupfer- bis Frühbronzezeit in Südwestungarn
56 Horváth, László András mittleren Teil unseres Sammelgebietes nicht gefunden werden (HORVÁTH - SIMON im Druck), was darauf hinweist, dafó unser Gebiet höchstwahrscheinlich schon auBerhalb des Kostolac-Verbreitungsgebietes lag. Historisch gesehen ist die Beziehung der Spatbadener und Kostolacer Siedlungen problematisch, weil die Fundstellen beider Kulturen in den meisten Fallen auf dem gleichen Territórium Hegen, 23 wahrend ihr raumliches Nebeneinanderleben unvorstellbar ist. Ein selbstandiger, nachbadenzeitlichér Horizont der Kostolac-Kultur ist in Transdanubien zwar nicht ausgeschlossen, die neuerlich publizierten Fundorte (BONDÁR 1998b) scheinen diese Annahme zu unterstützen. Jedoch brauchen wir noch viele neue Angaben, darüber schon etwas Sicheres sagen zu können. Die dritte, mit der spatkupferzeitlich-frühbronzezeitlichen Welt in Verbindung stehende archaologische Einheit ist die Vucedol-Kultur. Ihr Verbreitungsgebiet deckt in Ungarn nur den südlichsten Streifen des Landes, nördlich vom Tal des Kapos-Flusses (Gyulaj-Banyahegy) ist sie nicht mehr zu finden (BANDI 1982, 165; KALICZ-SCHREIBER 1991, Abb. 8; ECSEDY 1979, Abb. 7). Daraus könnte man folgern, daG die Fundorte dieser Kultur im Komitat Zala oder im allgemeinen in Westungarn schon nur von geographischen Grundén aus nicht zu finden sind. Im Laufe unserer Gelandebegehungen fanden wir aber einige Funde, die hier naher behandelt werden müssen. Im Fundort Söjtör-Rapát (Abb. 1, 3b), 24 zwanzig km südlich von Zalaegerszeg (Abb. 1, 1) fanden wir im Laufe unserer Gelandebegehungen auBer atypischen urzeitlichen Keramikbruchstücken das Randstück einer kalottenförmigen Schüssel. (Abb. 2, 3) Sie wurde aus grauem Ton gefertigt, mit Sand gemagert und mit einem braunen bzw. schwarzen Slip überzogen. Das gutgebrannte GefaB mit geflachtem Rand wurde auf seiner inneren Seite mit waagrechten und senkrechten parallelen Furchenstichlinien, auf dem Rand aber mit einem eingetieften Zickzackmuster verziert, in dem hie und da die Spuren von winzigen Einstichen zu beobachten waren. Die innenverzierten GefâBe, besonders die KreuzfuBschüsseln, die I. Ecsedy in die jüngere Phase dieser Kultur datierte (ECSEDY 1985, 99), sind in der Vucedol-Kultur ziemlich allgemein, das braucht heute schon keine besonderen Beweise. Ihre Parallelen sind an den Fundorten dieser Kultur haufig zu finden. 25 Die Verzierung des GefaBrandes war in der Vucedol-Kultur eine übliche Sitté, besonders in der Spatphase gibt es gute Entsprechungen (DIMITRIJEVIC 1977-78, Taf. 10, 1; Taf. 13, 4-5; BENAC 1979, Taf. XXXVIII, 3; RUTTKAY 1975, T. 7, 1,4) und wir kennen auch mit Zickzackmustern verzierte Stücke (BENAC 1979, Taf. XXXVI, 2; ECSEDY 1985, Abb. 10, 1-3; 26 BANDI 1982, Abb. 2, 6-7; KOROSEC 1975, T. 14. 2; RUTTKAY 1975, T. 4, 1,4; BATOVIC 1975, T. 31, 5). Der andere Fund kam unweit von der erstgenannten Fundstelle in Söjtör-Telekalja (Abb. 1, За) vor. Unter den Funden mehrerer Epochen, u. a. den der verschiedenen Perioden der Bronzezeit fanden wir das Seitenbruchstück eines rundbauchigen GefaBes (Abb. 2, 2). Der hartgebrannte, sandgemagerte Bêcher wurde mit zwei (oder vier) englichtigen Henkeln versehen und mit eingeritzen Mustern verziert, in denen die Spuren einer weiBen Inkrustation zu sehen sind. Die seicht eingetieften Linien zeichnen beiderseits des Henkels je ein metopenartiges Muster aus, in dessen einer Ecke quergestreifte Linien laufen. Das Metope ist eines der Leitformen des Musterschatzes in der Vucedol-Kultur. Es kommt allgemein vor (DIMITRIJEVIC 1977-78, Taf. 13, 3; BENAC 1979, Taf. XXIX, 5; Taf. XXXIII, 3; KOROSEC 1959, Tab. I, 1; Tab. V, 2, 8, 10, 14) und es fehlen auch die schraffierten Stücke nicht (DIMITRIJEVIC 1977-78, Taf. 10, 9; BENAC 1979, Taf. XXXIII, 5; RUTTKAY 1975, T. 6, 12). Die unserem Exemplar ahnelden kleinen zylindrischen Henkel sind in der Regei auf dem Bauch von rundén GefaBen zu finden (DIMITRIJEVIC 1977-78, Taf. 9, 5; BENAC 1979, Taf. XXXI, 1; KOROSEC 1959, Tab. I, 1, 4; Tab. V, 6, 8; RUTTKAY 1975, T. 4, 4). Für uns sind hier die Exemplare von Bedeutung, auf denen die englichtigen Henkel samt Metopenmuster(n) auftreten (DIMITRIJEVIC 1977-78, Taf. 8, 1; Taf. 12, 8; Taf. 13, 2; Taf. 18, 7; BENAC 1979, Taf. XXXI, 1; KOROSEC 1975, T. 3, 1; T. 4, 1). Die GefaBform, die an unserem Beispiel die erwahnten Elemente trug, ist in der spatklassischen Phase der Vucedol-Kultur in Kroatien (BENAC 1979, Taf. XXXII, 4) in der Laibacher-Gruppe (Kultur) (KOROSEC 1959, Tab. I, 1; Tab. VI, 11) und auf dem namengebenden, in die Vucedol 'C'-Phase datierten Fundort Zók-Várhegy (ECSEDY 1983, Abb. 37) ebenfalls bekannt. Das letzte Stuck kam eben in dem Objekt (1977/36) vor, das die GuBformen der, unserem Exemplar ahnelnde Àxte von Kömlőd-Kozarac-Typ enthielt. Das Auftreten von Kulturelementen der VucedolKultur wirft die Frage der hiesigen (Komitat Zala in Ungarn) Existenz dieser archaologischen Einheit auf. Wie oben erwahnt, endete das Verbreitungsgebiet der klassischen Vucedol-Kultur im südlichen Teil Transdanubiens, weit von unserem Komitat. Der westliche Zweig derselben Einheit, auch Laibach-Vucedol-Kultur genannt, lebte aber nicht nur in Slowenien (DIMITRIJEVIC 1977-78, 70) und im östlichen Österreich (RUTTKAY 1975, Karte 1), sondern auch in Westungarn (DIMITRIJEVIC 1977-78, Abb. 1; BÓNA 1992a, 11; BANDI 1978, Abb. 1; KALICZSCHREIBER 1991, 9; TASIC 1989, Abb. 2).Die Vucedol-Kultur erreichte zu dieser Zeit (Période 'С') ihre gröBte Ausdehnung (DIMITRIJEVIC 1982, 453-