Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Horváth László: Einige chronologische Fragen des keltischen Gräberfeldes von Rezi

80 Horváth László Gráberfeldes von Miklósfa beinhalteten ausschlielilich Funde, die für die zweite Hàlfte der LT-C-Periode cha­rakteristisch sind (Abb. 6-7.). Wir habén diese Graberfelder Transdanubiens auf ei­ner Karte bezeichnet, die in der LT-B- und C-Periode fortlaufend benützt wurden, und die Graberfelder, die erst in der LT-C-Periode eröffnet wurden. Nur diese Graberfelder haben wir in Betracht genommen, aus de­nen mindestens 4-5 Gráber bekannt sind oder die Streu­funde groJizâhlig sind. Die Karte zeigt die friiher schon öfters betonte Tatsache eindeutig, dali sich die fur die erste keltische Besiedlung charakteristische LT-B- Gra­berfelder auf die nordwestliche Halfte Transdanubiens beschrânken. Wir gehen jetzt auf die LT-A-Fundorte entlang der Donau nicht ein. Die südöstliche Halfte von Transdanubien - wie auch die iibrigen Gebiete des Kar­patenbeckens - wurden durch die Kelten in der LT-C­Periode besetzt, mit Ausnahme des Nordrandes der Tief­ebene, der Körös- und Marosgegend, wo schon das Fundmaterial der ersten Welle auch in grölierer Zahl vorzufinden ist. Uns interessiert nàher die Situation in Transdanubien und da können wir aus unserer Karte ei­ne weitere, bis jetzt kaum in Betracht genommene Konklusion ziehen: das im IV. vorchristlichen Jahrhun­dert entstandene Siedlungsbild Nordtransdanubiens hat sich in grolien Ziigen auch in der LT-C-Periode nicht geándert. Also die ersten Eroberer Nordtransdanubiens haben sich nach der Besetzung des Gebietes angesiedelt, und ihre Graberfelder fortlaufend benützt. Die Graber­felder der zweiten Welle am Anfang der LT-C-Periode entstanden in den friiher nicht besetzten Gebieten, fast ergànzend die in der Fruhperiode enstandenen. Vorlâu­fig ist es noch nicht klar, in wie weit Transdanubien von den, aus den Balkan-Streifzugen ins Karpatenbekken zuriickkehrenden Stammen und Volksgruppen betroffen wurde. Die in der LT-B- und C-Periode fortlaufend benütz­ten Graberfelder Transdanubiens stehen auch im umlie­genden Gebiet nicht ohne Beispiel. Besonders bemer­kenswert ist, daJi wir im Nachbargebiet Trasdanubiens, HORVÁTH 1976 = Horváth L., Kelta temető leletmentése Miklósfán. Zalai Gyűjtemény 6, 5-20. HORVÁTH 1978 = Horváth L., Újabb kelta sírok Miklósfán. Zalai Gyűjtemény 8, 3-10. HORVÁTH 1979 = Horváth L., A magyarszerdahelyi kelta és római temető. Zalai Gyűjtemény 14. HORVÁTH 1987 = L. Horváth, The surroudings of Keszthely, hi: Corpus of Celtic Finds in Hungary I. Transdanubia 1. in der Westslowakei und in Ostösterreich àhnliche Situ­ation vorfinden. Das ethnische Bild des LT-C­zeitlichen Transdanubiens entstand im wesentlichen schon in der friiheren Période. Die sich in der LT-B­Periode angesiedelten Kelten blieben noch mindestens bis in die zweite Halfte" der LT-C-Periode in ihrem ursprunglichen Siedlungsgebiet. Wir stellen uns dieses Bild namrlich nicht als eine starre Formation vor. Wahrscheinlich haben die mit der zweiten Welle angekommenen Kelten dieses Bild gefarbt, und es ist nich unvorstellbar, dali sich kleinere Gruppén den ersten Besiedlera angeschlossen haben. Die in den jüngsten Grabern der fortlaufend benützten Graberfelder gefundenen „uniformisierten" Funde zeigen, dali sich diese Fusion schnell abspielte und lebhafte Beziehungen zwischen den verschiedenen Gebieten nach der zweizeitigen Einwanderung enstanden konnten. Eben wegen der sakralen Bedeutung der Graberfelder ware es vorstellbar, dali die Neuankömmlinge in den fortlaufend benützten Grâberfeldern bestattet wurden. Dieser Annahme widerspicht die Tatsache, dali die Grá­ber dieser Graberfelder in einem System angeordnet sind. Besonders lehrreich ist das Verhâltnis der âlteren und der jüngeren Graber im Gráberfeld von Rezi, wo wir dir Grâber in regelmaliigen Reihen gefunden haben, und die einzelnen Reihen wahrscheinlich als Bestat­tungsplatz einzelner Familien betrachtet werden kön­nen. Aile vier untersuchten Graberfelder wurden am Ende der LT-C-Periode aufgelassen. Von Frankreich bis zur Slowakei ist es allgemein, dali die Graberfelder am Ende der Mittel-LT-Zeit unterbrochen werden. Die meisten Forscher führen das auf eine tiefgreifende gesellschaftlich-wirtschaftliche Ànderung zuriick. Es kann kein Zufall sein, dali die Entstehung der Oppidi, der befestigten Höhensiedlungen - die Stammes- und Wirtschaftszentren - die Anfange der Münzpragung eben mit der Unterbrechung der Graberfelder der friiheren Période zusammenfallen. Budapest. HUNYADY 1942, 1944, 1957 = Hunyady I., Kelták a Kárpát­medencében. Táblakötet. Diss.Pann.Ser. П. No. 18. ­Szövegkötet. - Leletanyag. Rég.Fűz. 2. NEUGBAUER 1992 = J.-W. Neugbauer, Die Kelten im Osten Österreichs. St.Pölten-Wien. SZABÓ 1992 = M. Szabó, Les Celtes de EEst. Paris. Literatur:

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