Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Horváth László: Einige chronologische Fragen des keltischen Gräberfeldes von Rezi

ZALAI MÚZEUM 8 1997 Horváth László: Einige chronologische Fragen des keltischen Grâberfeldes von Rezi In der Sandgrube von Rezi, etwa 10 km nördlich von der Stadt Keszthely kamen die ersten keltischen Funde im Jahre 1960 ans Tageslicht. Die Notgrabung des Grâ­berfeldes fand zwischen 1972-74 statt, und wir habén mit den früher geborgenen fünf Grâbern insgesamt 66 Bestattungen erschlossen. Ich möchte bemerken, dali ich alléin die Notgrabung durchgeführt habé, was bedeutet, dali ich nach dem Abschieben der oberen Erdschichte mit einer Maschine die Graber eigenhandig ausgegraben, dokumentiert, restauriert und die Funde gezeichnet habé. Eines der gröfiten keltischen Gráber­felder Transdanubiens habé ich im ersten Band des Kel­tischen Corpus eröffentlicht. Der Grâberfeldplan ist lei­der im Corpus nicht zu finden! Der Band ist ersl zehn Jahre nach der Fertigstellung des Manusriptes erschie­nen, in dieser Zeit habé ich den Grâberfeldplan zweimal gezeichnet und der Druckerei überreicht. Diesen Man­gel möchte ichjetzt nachholen (Abb. 1.). In der Folge der Notgrabungen zeichnete sich die Ausdehnung des Grâberfeldes klar heraus Den Sandlui­gcl schliefien Felsen an der Süd- ünd Wcsiseile ab. und dies bestimmte seinerzeit den Platz der Graber Die Gra­ber habén die Kelten immer in den Sandboden gegra­bén. Mit den früheren Funden zusammen war das Gra­berfeld in Nord-Süd-Richtung etwa 230 m láng, die Ausbreitung konnte in West-Ost-Richtung 90 m sein. Im cca. 21.000 nr grófién Graberfeld konnten ur­sprünglich etwa 120-130 Graber sein, also wir konnten die Hálfte der Graber retten. Die Graber befanden sich in fast regelmafiigen Rei­hen: wir konnten 14 solche Reihen absondern und in den einzelnen Reihen fanden wir im Durchschnitt 6 Graber. Wir konnten drei Bestattungsarten beobachten: in fünf Fallen habén wir S-N-orientierte Körperbestat­tungen erschlossen, 39 Graber waren Brandbestattun­gen. Bei 17 Brandgrábern und nur bei einem Körper­grab fanden wir Steinpackung. Der Ritus der früher ge­fundenen Graber ist unsicher. Zeitgenössische Stoning konnten wir bei drei Körperbestattungen beobachten. Aufgrund der Funde wurde das Graberfeld von der LT-Bi. Période bis Ende der LT-C 2 .Periode benützt. Die Stützpunkte der Chronologie sind in erster Linie die Fonnanderungen der Schmucksachen, aber diese kann man von den übrigen Gegenstânden natürlich nicht trennen. man mufi ja aus den Grabensembles herausge­hen. In vielen Fallen benützte man einige Gegenstànde langere Zeit hindurch. so ist es sehr wichtig, den jüng­sten Fund zu bestimmen. In unserem Vortrag möchten wir nicht die einzelnen Schmucktypen detailliert behan­deln, wir erwâhnen nur die Hauptcharakteristiken. In den frühesten Grábern des Grâberfeldes von Rezi kommen glatte Bonzehohlringe mit Muffe als Arm­oder Fufiring und Torques, eine frühe Duxcr Fibel und die altère Variante der Knotenringe mit Petschaftende vor. Für die LT-C] Période sind die folgenden charakteri­stisch: mittel-LT-/eitliche Fibeln aus Bronze und Eisen. gegossene Knotenannringe, genppte Bronzehohlring als Arm- und Fufiringc. 6-9teilige Hohlbuckelringe, Ei­senhohlringe als Torques, Arm- und Fufiringc. Die typischen Schmuckformen der LT-C 2-Peridc sind: gestreckte Fibel mit flachcm Körper, der Fufi um­armi den Bügel. eine eckigere Variante der \origen Fi­bel. > 4teilige Hohlbuckellüfinngc. /weilknöpfige Ei­sen ti bel. In mehrere Fallen konnten wir nicht exakt entschei­den, in welche Période das Grab einzustufen ist, da die Funde ausnahmslos atypisch waren. Wcnn wir die gut datierbarcn Graber an dem Grâberfeldplan bezeichnen. geht es lienor, dafi síében Bestattungen aus der LT-B Période stanunen. und dicse iin Graberfeld zerstreut vorzufinden sind (Abb 3.). in der LT-CV (Abb. 4.) und auch im LT-C-Periode hingegen eher die südliche Hálf­te des Grâberfeldes benützt wurde (Abb. 5.). Bei der Bearbeitung der Grâberfelder von Rezi und Kamond tauchte die Frage auf, in welchem Vcrháltnis und in welcher Territorialverteilung sich die in der LT­B- und LT-C- Période fortlaufend benützten Grâberfel­der befínden. Die verglcichende Tabelle der charakteri­stischen Schmuckformen der vier vorgestellten transda­nubischen Grâberfelder zeigt, dafi die Grâberfelder von Rezi und Kamond vom Anfang der LT-B-Periode bis Ende der LT-C-Periode benützt wurden. Das Graberfeld von Magyarszerdahely hingegen wurde am Ende der LT-B- oder am Anfang der LT-C-Periode eróffnet und am Ende der LT-C- Période aufgelassen. Die Graber des

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