Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Vékony-Vadász Éva: Das Hügelgrab von Kismező bei dem Ságbereg

ZALAI MÚZEUM 8 1997 Vékony-Vadász Éva: Das Hügelgrab von Kismező bei dem Ságberg In der Forschung der Hallstatt-Periode ist das Materi­al der groíien Hügelgráber aus der Umgebung des Ság­berges (Komitat Vas) wohlbekannt. Für die Forschung und Analyse der Funde standén bis heute leider nur die oft zitierten zwei Artikel von J. Lázár zur Verfügung, die aber nur Illustrationen schlechter Qualitát enthalten (LÁZÁR 1951; LÁZÁR 1955). Unter anderen füllte E. Patek mit ihrer letzten Arbeit gerade diese Lücke aus, indem sie andere alté, áhnlich revidierte Fundpublikationen gab. Ihr Werk ist aber in vielen Fallen ungenau - was bei neueren Publikationen von álteren Funden völlig unerlaubt ist. Wir begegnen im Werk lückenhaft geschilderten und unkompletten Fundgruppen, falschen Zeichnungen. Auch Bruchstük­ke, die in ihren Zusammenhângen undeutbar sind, kann man im Werk finden. Der Zweck der Arbeit war nicht die detaillierte Analyse der Funde, sondera die Wieder­gabe eines zusammenhângenden Bildes über die Frühei­senzeit in Transdanubien. Doch müBte sich die reale Mengenangabe in den statistischen Tabellen widerspie­geln. Auch die feineren chronologischen Beziehungen fehlen (PATEK 1993). Da die internationale Forschung die Funde der HC­Periode aus Transdanubien mit groBem Interessé be­trachtet, finden wir, dali die Ausbesserung und Ergán­zung des Fundmaterials in einer neuen Publikation mehr als nötig wáre. Unser Vortrag, in dem das Fund­gut des Hügelgrabes von Kismező behandelt wird, mit besonderer Rücksicht auf die Metallfunde, ist ein Teil dieser Arbeit. Der Aufbau bzw. die Struktur des Hügels und des Grabbaues ist auf Grund der Beschreibung und der idea­lisierten Zeichnung von J. Lázár ziemlich eindeutig. Die Form und Bautechnik der Grabkammer sind ganz üb­lich. Einzigartig ist aber die Steinmauer, die den inne­ren Raum zweiteilt, und auch die Tatsache, dali sie ebenso hoch ist wie die Seitenwánde. Solche Falle treten meistens bei Grabkammern auf, die aus Holz verfertigt wurden (PICHLEROVÁ 1969, 102, obr. 65 (Hügel 6). 1 J. Lázár erwáhnt in seiner Beschreibung den Scheiter­haufen gar nicht. Als Grund dafür kann die Tatsache dienen, daB die damaligen Ausgráber nicht den ganzen Hügel, sondera nur die Kammer aufdeckten, und sich nur darauf konzentrierteQ. Über die Stelle der Begleitfunde wissen wir nur sehr wenig. Die Verteils-Proportion der 15 GefaBe in den zwei Kammerteilen ist uns unbekannt. In der einen „Kammer" kamen die verbrannten Bronzeriemenbesàtze und zwei Bronzenadeln zum Vorschein. Hier fand man auch Aschenüberreste in gröBerer Menge, die nach der Meinung von J. Lázár vermutlich in den zerdriickten und zertrümmerten Urnen lagen. Ein Teil der kleineren Bronzegegenstânde geriet also vom Scheiterhaufen in die Grabkammer, mit Ausnahme der zwei Nadeln. Sie weisen námlich keine Brandspuren auf, d.h. sie wurden spáter, wahrscheinlich mit den Kleidern zusammen hin­gesetzt. Auf áhnliche Weise gelangten die eisernen Waffen und Zaumzeuge in den Grabbau. Diese Tatsache körmén wir aber nicht mit Sicherheit behaupten, denn die Schmelztemperatur des Eisens ist - wie bekannt ­höher als die der Bronze. 2 Eine der Lanzen wurde von aufien unter die Mauer eingedrückt. Über die Lage der anderen Objekte teilt J. Lázár keine Angaben mit, er er­wáhnt sie nicht. Die Zusammenstellung der Waffenausstattung und des Zaumzeuges im Hügelgrab von Kismező ist fur die HC-Periode in den südöstlichen Alpen und in Transda­nubien charakteristisch und üblich. Das Grab enthált aber solche spezifische Funde, die wegen der Chronolo­gie und der Verbindungen von Interesse sind. Zu den Angriffswaffen gehören die zwei grofien Lan­zenspitzen und eine Speerspitze (Abb. 1, 2-4). Das ge­meinsame Vorkommen dieser Waffen ist relativ selten ­wir kennen diese Kombination aus dem Hügelgrab 2 von Dóba (GALLUS-HORVÁTH 1939, Taf. 63, 6-7). Über die Funktion dieser Waffen sind verschiedene Meinungen vorhanden, natürlich mit Meinungsunter­schieden (SNODGRASS 1964, 137-139). Zuerst ist es bemerkenswert, daB die Lanze an einer ganz ungewohn­ten Stelle gefunden wurde. Auf Grand dessen besteht die Möglichkeit, daB sie nicht nur zur Verteidigung ver­wendet wurde, sondera zu sakralen, rituellen Zwecken diente. Auch С Dobiat erwáhnt eine áhnliche Erschei­nung bei einigen Grabera aus Forstwald (DOBIAT 1980, 144). Die Lanze und den Speer als Kampfwaffen zu kombinieren ware es logisch, wenn man die erste zum StoBen und die zweite zum Werfen verwendete. Für die Zusammenpaarung der zwei Waffenarten finden wir einige schöne Beispiele auf den griechischen Dar­stellungen, aber ihre parallèle Verwendung war nur

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