Zalai Múzeum 8. (Zalaegerszeg, 1997)

Vékony-Vadász Éva: Das Hügelgrab von Kismező bei dem Ságbereg

28 Vékony- Vadász Eva spáter, in der antiken Welt verbreitet (SNODGRASS 1964, 137, pl. 33). Von unserem Standpunkt aus haltén wir es fur entscheidend, dali die zwei Lanzenspitzen und die Speerspitze zusammen in Grábern vorkommen, derén Fundmaterial zur ersten Hâlfte der àlteren Hallstattzeit (HC I) gehört, bzw. solche Traditionen bewáhrt (TERZAN 1990, 160, Fig. 162-163; STEGMANN-RAJTAR 1992, 149, Taf. 10-12 [Horakov, Hügel „Hlasnica"]). Unter den Waffen befinden sich auch verschiedene Beile. In unserem Fali ist eines davon ein dick geform­tes Tüllenbeil (Abb. 1, 6). Seine Form weicht von den schlanken Formen der, unter den siidostalpinen Typen hàufig auffindbaren Beile ab (STARY 1982, 38-39, 81­89), und zeigt eine Áhnlichkeit und Verknüpfung mit den wenigen Eisenbeilen der Spâtbronzezeit (STEG­MANN-RAJTAR 1986, 215, 218, Anm. 48). Das eiser­ne Ármchenbeil (Abb. 1, 5) kann in der zweierlei typo­logischen Vergleichung den Beilen zugeordnet werden, die bereits in der Spâtbronzezeit in Rumànien und im Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens in grofier Anzahl auftauchen. 3 Die fragwiirdigen Stiicke der Waffenausriistung sind noch ein Bruchstiick eines Vollgriffs mit kugelförmigem Knauf und ein Ortband in Kegelform mit einer kleinen Beendung, beide aus Eisen (Abb. 1, 1) (LÁZÁR 1951, Taf. 29c; PATEK 1993, 121, Abb. 99, 3-9). Diese sind nach der Meinung von J. Lázár Teile eines Dolches, denn sie gehórten im Moment der Freilegung zu­sammen. Seine Behauptung wurde aber von dem gegen­wàrtigen Stand der gefundenen Objekte nicht mehr kon­firmiert. Wenn wir J. Lázár' s Behauptung annehmen, mufi unser Dolch von einem wohlbekannten östlichen Тур sein, der auf Grund des Vollgriffes zu der eiseraen Variante des Typs Leibnitz-Goloyjatino gehört. Wir kennen aber keine Analogien dieses Objekts. Der Griff und das Ortband dieser Dolche sind námlich in al­ien Fallen aus Bronze, und die Form der letzteren ist ganz anders (TERENOZKIN 1975; STROHSCHNEI­DER-VAHLKAMPF 1980). So mufi unser Dolch eine originelle Variante sein, der - in einem Einzelfall - aus neuem Rohmaterial, aus Eisen, an Ort und Stelle herge­stellt wurde. Diese Vermutung ist im Falle eines so wichtigen metallurgischen Herstellungszentrums wie der Ságberg gar nicht unvorstellbar. Der Stabgriff mit Kugelende und die eiserne Schei­denspitze, die der des Dolches von Kismezô àhnlich ist, kommen bei grófién Eisenmessern vor. Zu diesen Ob­jekten finden wir aber nur unter den friihskythischen Funden Analogien (VULPE 1990, 99, 102, Taf. 32, 213; DUSEK 1966, 32, Anm. 125, Taf. 6, 6, Taf. 47, 5; IL­nNSKAJA 1968, Tabl. 13, 1 [Aksjutincy, Kurgan 466]). Es hat eine ahnliche Folge, wenn wir die Funk­tionen der zwei Objekte trennen, und die Scheidenspitze als einen Lanzenschutz interpretieren (PÁRDUCZ 1955, Taf. 10, 5-6 [Grab 142]; PARDUCZ 1965, 183­194). In diesem Fall können wir aber die Rolle des „Vollgriffes" nicht defmieren. Unter den Begleitfunden sind noch zwei, in Gröfie und Struktur voneinander abweichende Eisentrensen. Eine von ihnen ist ein dickgeformtes, zweiteiliges Mundstiick, in dessen Endösen je ein Zügelring hangt. An diese Kappen knüpfen sich kleine Bruchstiicke von Geweihknebeln durch Korrodierung, in denen die Über­reste von Eisenstiften bemerkbar sind (Abb. 2, 7). 4 Es gibt in der Forschung eine Vermutung, dafi sich die hallstattzeitliche Ringtrensen oft an Seitenstücke aus or­ganischem Material knüpften (WERNER 1988, 110­111). Überzeugende Beweise für diese Behauptung lie­ferte uns die Prunktrense aus Százhalombatta, dessen Einzaumungsart in Transdanubien gar nicht iiblich ge­wesen sein konnte (HOLPORT 1985, 28-29; HERCEG 1985, 68, Abb. la). Das Gebifi mit Geweihknebel, bzw. dessen Verwendung wurzeln tief in der Spâtbronzezeit, in unserem Fall umso mehr, da die Geweihknebel vom Тур Mörigen in der Siedlung auf dem Ságberg in der gröfiten Anzahl in Transdanubien zum Vorschein ka­men. 5 Eine Überraschung bereitete die Röntgenaufnah­me unserer Trense, die zwecks der Bestimmung der Ei­senstifte in den ehemaligen Geweihstangen gemacht worden war. Im korrodierten Klumpen làfit sich die Endöse eines anderen Gebisses sehen (Abb. 3„ 1). Es gab also noch eine Trense im Grabhügel, deren Form und Montierung der des vorliegenden Mundstückes gleichartig sein können. Das Trensepaar dient wohl zu einem Wagengespann. • Auffallend ist noch - im Vergleich zu dem früheisen­zeitlichen Durchschnitt - die kleinere physiologische Spannweite des dicken Mundstückes. Die 6 - 7 cm be­tragende Lángé der beiden Gebifistücke steht den thra­ko-kimmerischen Bronzegebifistangen nahe (KOS­SACK 1959, 88-89; KOSSACK 1970, 124; PARE 1991, 10). Es ist schwer zu entscheiden, ob diese Áhn­lichkeit mit den Pferdearten im Zusammenhang steht. Die Gebififreiheit im physiologischen Sinn und deren Zusammenhang mit der Gröfie der Pferde wurden narn­lich noch nicht geklàrt. 6 Wenn dieser Zusammenhang besteht - wie es einige Archâologen auf Grund der Ge­bifigröfien vermutén -, müssen wir im Falle des Hügel­grabes von Kismezô mit Pferderassen verschiedener Art und Abstammung rechnen, die namrlich zu zweierlei Zwecken - als Zug- und Reitpferde - dienten. Die Lán­gé des eiseraen Mundstückes der anderen Trense (Abb. 2, 8) entspricht schon der durchschnittlichen Spannwei­te der HC-Periode (KOSSACK 1959, 88-89; KOUTEC­KY-SPACEK 1982, 79; KOUTECKY-SPACEK 1993, 38, 42) 7 Die Kappen des Gebisses, in denen je ein Zü­gelring hángt, wurden an die mittlere Öse der grofien Seitenstangen geknüpft. Das Kopfgestell wurde mit Hil­fe von zwei kleinen Durchzügen (Schnurösen) verbun-

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