Kovács Zsuzsa: Göcsejer Dorfmuseum. Austellungsleiter (Zalaegerszeg, 2008)
GÖCSEJEK DORFMUSEUM Zwischen den zwei Fenstern war der meist auffallendste Teil des Zimmers, hier standen die Religionsgegenstände und die Erinnerungsgläser aus dem Kirmes. Zwar ist die vorgestellte Familie wohlhabend, trotzdem haben sie keine „gute Stube", deshalb halten sie ihre verzierte Bettwäsche in dem Zimmer, das sie auch an Alltagen benutzen müssen. Das Bett mit den verzierten Kissen wird nicht zum Schlafen gebraucht, nur das andere, das tagsüber mit einer einfachen Decke bedeckt wird. In der Rauchküche neben dem Zimmer kann man sehen, wie man zu festlichen Anlässen kocht. Der vorgestellten Geschichte nach werden die Bewerber, die um die Hand des Mädchens angehalten haben, auch bewirtet. Die schüchterne Braut wäre von sich selbst nicht allein ins Zimmer gegangen, wo die Gäste gesessen haben, deshalb hat sie die Aufgabe bekommen, den Wein oder das zubereitete Essen ins Zimmer zu bringen. Dann hatten die Bewerber die Möglichkeit, das in Verlegenheit sich befindliche junge Mädchen zu betrachten und sich von seinem Fleiß und Tüchtigkeit zu überzeugen. In der Küche wurde ein sog. geöffneter Schrank mit Regalen für die Lagerung des Geschirrs benutzt, die neben die Wand am Ofen gestellt wurde. An der Wand hängen eine Stange zum Wassertragen und Holz für den Sauerteig, darunter steht eine Bank, auf der Wasserkrüge und Milchtöpfe stehen. Am Ofen umgestürzt stehen die Töpfe und auf der Ofenbank hält die Hausfrau in einem kleinen Strohgefäß das beim Kochen ständig gebrauchte Salz. Zur Arbeit am Abend gibt das sog. „fokla", ein Leuchtgerät ein schwaches Licht. „Fokla", das Leuchtgerät Nach der Verbreitung der Petroleumlampen blieb das „fokla" noch lange Zeit das Leuchtgerät der Küchen. Das „fokla", d.h. die harzige, deshalb gut brennende, dünne, gespaltete Kieferholzlatte wurde in einen Behälter gestellt und wie sie brannte, ständig getauscht. Die Höhe des in der Küche gehaltenen Leuchtgerätes kann reguliert werden. In den Häusern im Museum kann man aber auch noch andere Typen sehen. In der Küche des Hauses aus Felsőszenterzsébet ist ein sehr einfacher Behälter für dieses Leuchtgerät zu sehen. Das ist ein in eine Holzunterlage gestochene Ast, in dessen Schlitz das Leuchtgerät kommt. Neben der Küche hat die Familie eine verhältnismäßig große Kammer, in der die Lebensmittel und die Werkzeuge Platz haben. Dem Eingang gegenüber stehen mit vier kleinen Türen versehene Verschlage, in denen Getreide gelagert wurde. Hinter den kleinen Türen, in den voneinander mit Holzbrettern getrennten Verschlagen wurden Hafer, Roggen, Gersten und Weizen separat gelagert. Davor stehen Gefäße aus Stroh für die Lagerung von Produkten, das Faß für das Kraut, der Stuhl für Maisabkörnen und an der Wand die schon als Mehltruhe dienende mit Tulpen verzierte Truhe. Links vom Eingang an den Balken hängend hängt der Brotbehälter.