Kovács Zsuzsa: Göcsejer Dorfmuseum. Austellungsleiter (Zalaegerszeg, 2008)

Kopfbedeckung Dieses runde, mit Baumwolle bezogene Kissen diente der Be­quemlichkeit der den Korb tragenden Frauen. Sie haben das Kissen auf ihren Kopf gelegt, darauf den Korb, der so nicht gewackelt hat. Die schweren Körbe, in denen Eier, Gemüse und Obst auf den Markt oder in die benachbarten Straßen geliefert wurden, konnten am leichtesten auf dem Kopf getra­gen werden. So hat das Gewicht ihren ganzen Körper belastet und nicht die einzelnen Körperteile und Glieder. Neben der Kammer steht der Stall, wo der Bauer seine Pferde und Ochsen hält. Die Einrichtung des Stalles ist im allgemeinen sehr einfach. Im Stall des Hauses aus Kálócfa wurde der Behälter, aus dem die Tiere das Heu gefüttert haben, an die Wand gehängt. Auf dem gestampften Boden gibt es einen Abfluß, der es leichter macht, die Ställe sauber zu halten, ist wärmer als der gestampfte Boden und auch die Hufe der Tiere werden in der Jauche nicht aufgeweicht. In der Ecke steht das Strohbett, „dikó". Das Strohbett Das im Stall benutzte Strohbett ist ein einfacher Bettrahmen, der mit gedrehtem Strohgeflecht gewickelt wird. So war es nicht so hart und man mußte keinen Strohsack darauf legen. Im Stall, neben den Tieren mußten die Dienstjungen und die Jungen aus der Familie schlafen, denn wenn es Feu­er gegeben hätte, hätten die dort Schlafenden die Tiere sofort retten können. Auf diesem Gebiet waren die Tiere die Hauptquelle des Unterhaltes der Familien und damit auch ihr wichtigstes Vermögen. So haben sie auf die Tiere oft besser aufgepaßt, als auf sich selbst. Die bedeckte Diele vor und hinter dem Wohnhaus war ein besonders wichtiger Teil der Wohnhäuser. In der Diele stand die Bank, auf der sitzend die Frauen am Nachmittag eine leichtere Arbeit ausgeübt haben. An angenehm warmen Som­mernächten wurde das Strohbett aus dem Stall in die Diele gelegt und oft wurden hier auch die Haushaltsgegenstände aufgestellt, die in den Kammer keinen Platz mehr hatten. In der hinteren Diele des Hauses aus Kálócfa steht das einmalige Gerät der Gegend, der Mörser, das sog. „lükü", der bei der Hirsenabchälung gebraucht wurde.

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