Kovács Zsuzsa: Göcsejer Dorfmuseum. Austellungsleiter (Zalaegerszeg, 2008)
,Lükü' Die Hirse war eine beliebte Nahrung der armen Bauer, sie ist ja sehr schnell, drei Monate lang von dem Säen an gewachsen und konnte geerntet werden. Die Hirse ist eine verhältnismäßig anspruchslose Pflanze. Wenn das Wetter nicht schön war und gab es nur eine knappe Ernte, hat die Hirse die Familie vom Hungertod gerettet. Die Heidenabschälung erfolgte in einem aus hartem Holz angefertigten Gerät, im sog. „lükü". Die Frauen haben die Hirsen in die Höhlung des Gerätes gegossen, dann haben sie sich mit dem einen Bein auf den Griff gestellt und sich mit der Hand an der diesem Zweck dienenden Stande festgehalten. Das Gerät wurde mit dem Bein bewegt und so das Getreide gebrochen. 5. SCHEUNE AUS NÁPRÁDFA Außer den Wohnhäusern waren die Scheunen die wichtigsten Gebäuden der Bauerngehöften. Auf dem Dreschplatz der Scheune mit großem Luftraum wurde gedroschen und drinnen wurde das Futter für die Tiere gelagert. Die Scheune auf dem Hof des Hauses aus Kálócfa besteht aus zwei Teilen, einem Nebenteil der Scheune und einem Dreschplatz, der geräumig war und wo auch das Fuhrwerk Platz hatte. Die Tür der Scheune wurde mit einer besonderen Konstruktion, einem Holzschloß gesperrt, das viel sicherer war, als die einfachen Schlösser. Die komplizierten und dicken Schloßkonstruktionen konnte man nicht aufsprengen wie die mit Schloß gesperrten Türen.