Kovács Zsuzsa: Göcsejer Dorfmuseum. Austellungsleiter (Zalaegerszeg, 2008)

1. SCHMIEDE Am Rande des Dorfmuseums - wo dieser feuergefährliche Beruf auch in den Dörfern ausgeübt wurde - d.h. neben dem Eingang ist die aus Hottó stammende Schmiede zu finden, das einzige aus Boden mit Schlagtechnik gebaute Gebäude. Die Schmiede besteht aus einem Raum. Davor unter einem mit dicken Eichensäu­len unterstützten Dach, die sog. Beschlagshalle hat der Schmiedemeister die Gegen­stände zur Reparatur aufbewahrt und hier hat er auch die Pferde beschlagen. Den Beschreibungen nach waren in Göcsej unter den selbständigen Handwerkern die meisten Schuster und Schmiedemeister. Die Schmiedearbeit hat man bei der Wirtschaft oft gebraucht, es gab ja immer einige schartig gewordene, gebrochene Werkzeuge oder Rad zum Beschlag, die dringend repariert werden mußten. Der Bauer, der ein kleines Grundstück und viele Kinder hatte, hat den einen Sohn mit Vorliebe den Beruf der Schmiede oder den der Wagner erlernen lassen. Die einen Beruf erlernten Jungen mußten nicht aus dem Grundstück sondern aus ihrem Beruf leben. Zum Schmiedemeister gingen die Leute immer gerne, sie waren ja immer auf dem laufenden, denn die sie aufgesucht haben, konnten ihnen von hin und her mit Neu­igkeiten dienen. Bei dem Beschlag und Reparatur der Werkzeuge wurde man vom Schmiedemeister über die Neuigkeiten informiert, was in den benachbarten Sied­lungen passiert ist. Viele von ihnen haben auch von der Heilung verstanden, also wenn jemand Zahn -oder Knochenschmerzen hatte, wendete sich an sie für Hilfe. Die im Dorfmuseum zu sehende Schmiede und die Einrichtungsgegenstände wa­ren im Besitz des Schmiedemeisters Antal Soös, bevor sie ins Museum kamen. Der 75 Jahre alte Meister hat in seiner Schmiede, die seine Familie schon seit 100 Jahren benutzt hat, bis zum Zeitpunkt gearbeitet, als sie an die zu bauende Ausstellung verkauft wurde.

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