Ljudje ob Muri. Népek a Mura Mentén 2. kötet (Zalaegerszeg, 1998)
Leopold Toifl (Graz): Kurioses und Makabres von der Militärgrenze
Leopold TOIFL Militaria, Schuber 1555/2 (September-Oktober), Nr. 201514/2246. 20 Schreiben der Elena Stadler an die Verordneten ddo 1555 Oktober 16 Ehrenhausen. StLA, Militaria, Schuber 1555/2 (September-Oktober), Nr. 201514/2254. 21 Schreiben des Georg von Wildenstein an die Landschaft von Krain ddo 1543 Dezember 13 s.l.: StLA, Militaria, Schuber 1543, Nr. 201514/1378. 22 Schreiben des Hans von Werneck an Anton von Thurn ddo 1543 Dezember 13 s.l.: StLA, Militaria, Schuber 1543, Nr. 201514/1379. 23 Schreiben des Ausschußes der Niederösterreichischen Länder ddo 1544 Jänner 16 s.l.: StLA, Militaria, Schuber 1544, Nr. 201514/1389. 24 Schreiben des Hans Lenkowitsch an die Verordneten ddo 1551 September 15 Zengg: StLA, Militaria, Schuber 1550-1552, Nr. 201514/1907. 25 Schreiben des Franz von Teuffenbach an die Verordneten ddo 1558 Juli 9 Warasdin: StLA, Militaria, Schuber 1558/2 (Juli-Dezember), Nr. 201514/3521. RESUME Eine Unmenge von Literatur legt Zeugnis ab über eine militärische Einrichtung, die vom 16. bis zum 19. Jahrhundert die Steiermark, Kärnten und Krain vor Angriffen der Türken schützte: die Militärgrenze. Zumeist handelt es sich um Spezialgeschichten zu Struktur, Aufbau und Verwaltung dieser Institutuion. Weniger oft wird über das Leben der Grenzer berichtet und wenn, dann über ernste Begebenheiten. Daß das Leben an der Grenze auch skurille, makabre und heitere Seiten hatte, bewies die Durchsicht der Militariaakten im Steiermärkischen Landesarchiv. Der vorliegende Beitrag umfaßt fünf Berichte, die von derlei kuriosen Begebenheiten handeln. So wird von der Eroberung und Rückeroberung der Burg Seisenberg im Jahr 1559 erzählt, die ausnahmsweise nicht mit Waffengewalt, sondern durch List und Gegenlist erfolgte. Auch der Bericht über tagelange Verzögerungen bei der Postbeförderung, die durch Trinkgelage reitender Boten verursacht wurden, gehört eher zur heiteren Seite. Weit weniger angenehm ist aber zweifellos das Erlebnis des Uskokenhauptmannes Frania Vlysgaritzsch, der von den Türken gezwungen worden war, das Fleisch seines getöteten Bruders zu essen und anschließend sogar noch in Verdacht geriet, mit dem Erbfeind kollaboriert zu haben. Gleichgeschlechtliche Beziehungen waren auch im rauhen Alltag des Grenzerlebens verpönt und scheinen eher selten vorgekommen zu sein. Warum sonst hätte der Grenzkommandant Hans Lenkowitsch sich über alle Maßen über die homosexuellen Neigungen der zu den Türken übergelaufenen Brüder Steffan und Fraune Posesedärßkhy so aufgeregt? Korrekter war natürlich eine körperliche Beziehung zwischen Mann und Frau, soferne der Mann nicht gerade Türke und Verwaltiger eines Christenmädchens war. Daß eine Vergewaltigung für einen Feind durchaus ungeahnte und tödliche Folgen haben konnte, zeigt der letzte Bericht. Sicherlich gab es an der Militärgrenze des öfteren Plünderungen, Raubzüge, Vergewaltigungen, Gelage und andere Exzesse. Weil es aber für die Führung der Militärgrenze wichtiger war um Soldgelder, Proviant und Waffen zu bitten, sind Nachrichten obigen Inhaltes eher selten und stellen somit echte Raritäten dar. 178