„Stephan Dorffmaister pinxit”. Dorffmaister István emlékkiállítása (Zalaegerszeg, 1997)
Buzási Enikő: Die Bildnisse und Auftraggeber Dorffmaisters
in einem dazugehörigen Gartenpavillon befand. Ein Stück der Folge zeigte Zsigmond Horváth und József Gludovácz in der von Castor und Pollux verkörperten Freimaurerallegorie der Wahren Freundschaft („Vera Amicitia"), umgeben von der Familie Horváth. Die übrigen Bilder hatten die Sieben Weltwunder zum Thema. (Zur vollständigen Dekoration des Saales siehe den Beitrag von Zsuzsa Boda im vorliegenden Band.) In der bisherigen Literatur galt das Schloß als Besitz der Familie Gludovácz, da Dorffmaister in der Einleitung zu seiner Schrift den „Bilder-Saal" mit der Person des József Gludovácz in Verbindung brachte. Nach Aussage der topographischen Literatur gehörte aber Hegyfalu der Familie Szentgyörgyi Horváth. (Fényes 1841, 1. 391; Fényes 1851, 1. 97; MW Vas Vármegye, 1898, 41; Vas Vármegye és Szombathely 1932, 253.) Wir müssen also den anderen Dargestellten des gemeinsamen Bildnisses, Zsigmond Horváth für den Auftraggeber der Folge und der gesamten Dekoration des Saales halten. Zsigmond Horváth (1737-1808) bekleidete bedeutende Ämter, er diente zwischen 1760 und 1766 bei der Königlich Ungarischen Adeligen Leibgarde, dann war er Kommissär bei der Gerichtstafel des Distrikts Transdanubien. In den Jahren 1790, 1792 und 1796 war er Landtagsabgeordneter des Komitats Sopron, 1798 Hofrat, ab 1806 kaiserlicher und königlicher Kämmerer, ab 1809 Obergespan des Komitats Békés. Er erwarb erhebliche Besitztümer, seine Güter lagen in verschiedenen Teilen des Landes, in den Komitaten Vas, Sopron, Zala, Veszprém, Somogy, Tolna, Pest und Békés. Er war Freimaurer, Mitglied der Wiener Loge „Zur Beständigkeit". (Abaß 1900, 140; Hellenbronth 181; Fallenbüchl 1994, 67.) Möglicherweise war er bereits zur Zeit seines ersten Mandats Hausbesitzer in Sopron, in der Konskription von 1793 ist nämlich das Haus Nr. 11 der St. Georgengasse unter seinem Namen verzeichnet, im Jahr 1798 wird er in der Steuerliste der Stadt angeführt. (Thirring 1939, 337; Thirring 1941, 8.) Von der anderen Person der Szene ist nur so viel bekannt, daß er in Keled sein Gut hatte und 1770 Sekretär der Königlich Ungarischen Kammer war. (Fényes 1851, I. 195; MW Vas Vármegye 1898, 50, 565; Vas Vármegye és Szombathely 1932, 96; Nagy Iván IV. 415.) Dorffmaister nannte ihn in seiner Schrift Hofrat. Sonstige Angaben zu seiner Person sind ebensowenig bekannt wie seine etwaige Zugehörigkeit zum Freimaurertum. Zur Ikonographie des Bildnisses im Zusammenhang mit der Freimaurerfreundschaft siehe Näheres im Aufsatz. Literatur: Dorffmaister, Stephan: Kurze Erklärung des historisch gemahlten Bilder-Saals zu Hegyfalu. 1794; dasselbe auf Ungarisch: (Czinke, Ferenc) A' Hegyfalvi történetbéli Képes szálának magyarázatja. Vitézi versekben németből szabadon fordította egy tisza-háti magyar ... 1794; SzendreiSzentiványi 1915, 393; Csatkai 1925, 270-271; Fábián 1936, 28-30; Garas 1955, 111, 173, 214; Buzási 1984, 230, 234/Anm. 66-67. Nur aus schriftlichen Angaben bekannte Werke von ungewisser Autorschaft: 36. Graf Károly Festetich (1733-1771) Um 1770 Das Bildnis wurde um die Jahrhundertwende in Wien als ein Werk des Vinzenz Dorfmeister aus dem Besitz von Goschwin Graf Seidern ausgestellt. Die Zuschreibung an Stephan Dorffmaister stammt von Klára Garas. Graf Festetich hatte Besitzungen am Raab, und ab 1761 besaß er auch einen Palast in Sopron unter Nummer 11 der St. Georgengasse (Szabó 1928, 96; Thirring 1941, 8). Literatur: Spitzen und Porträtausstellung. Wien 1906; Garas 1955, 275/Anm. 134; Galavics 1965, 234/Anm. 20. 37. Landesrichter Graf Kristóf Niczky (17141787) Nach 1778 Das Bild hing einst im kleinen Sitzungssaal des Komitatshauses von Temesvár in der Reihe der Obergespanbildnisse. Hinsichtlich der Maße oder einer etwaigen Signatur gibt es keine Angaben. Niczky wirkte 1778 als königlicher Kommissär an der Rückgliederung des Banats Temes, war dann ab 1779 bis zu seinem Tode Obergespan des Komitats Temes. Davor bekleidete er seit 1765 das Amt des Obergespans im Komitat Verőcze/Wirowititz. Zwischen 1782 und 1783 war er Schatzmeister und Kammervorsitzender, ab 1782 Oberinspektor des Unterrichtswesens. 1783 wurde er zum Vorsitzenden des Statthalterrates und Oberst-Schatzmeister ernannt. Von 1786 bis zu seinem Tode war er Landesrichter. 1765 erhielt er den Grafentitel, 1764 das Ritterkreuz, 1778 wiederum das Kommandeurkreuz des Sankt-Stephans-Ordens. Er hatte ausgedehnte Besitzungen in den Komitaten Sopran, Vas, Zala, Somogy und Veszprém (Szentkláray 1885; Fallenbüchl 1988, 134; Fallenbüchl 1994, 100). 1757 erwarb er in Sopron den Palast unter Nr. 176