A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Veszprém, 1966)

Füzes F. Miklós–Sági Károly: A Keszthelyi-öböl regressziós jelenségei

Regressionserscheinungen der Balaton-Bucht bei Keszthely Der wichtigste Faktor des wirtschaftliche Lebens von Keszthely seit 1861 ist der Balaton; deshalb beo­bachten die Einwohner der Stadt sehr lebhaft die Er­scheinungen des Sees und reagieren sehr rege auf die erkannten Übelstände. Aus diesen Manifestationen können bezüglich der Regressionszeitfolge des Balatons sehr nützliche Folgerungen gezogen werden. Der größte Feind des Badebetriebs und Fremden­verkehrs am Balaton sind die Laichkrantpf lanzen. Die erste Angabe über Laichkrantpflanzen in der Bucht von Keszthely stammt aus 1871. Das Gewächs mag damals noch eine seltene Erscheinung gewesen sein, da die Fischer von Keszthely nur im Jahre 1884 darauf aufgemerkt haben. Im Jahre 1889 war es schon eine Massenerscheinung. Tn diesem Jahre hat der Keszthelyer Antal Hencz an den Redakteur des Ter­mészettudományi Közlöny Muster von Laichkranst­pflanzen zwecks Bestimmung geschickt. Die ein­geschickten Muster haben sich als Potamogeton per­foliatus L. und Mycrophillum spicatum L. erwiesen. Mit der Ausrottung des sih sehr rasch vermehrenden Gewächses als Hauptthema hat Tmre Deininger, Di­rektor des Landwirtschaftlichen Instituts von Keszt­hely, im Jahre 1890 eine weitreichende Konferenz einberufen. Als im Jahre 1891 Vince Borbás von der Balaton-Kommission zum Studieren der Laichkrant­pflanzen-Vegetation des Balatons ausgesandt wurde, konnte er schon überall am nördlichen Balatonufer das Gewächs finden, am Südlichen Ufer hingegen war es noch nicht angesiedelt. Im Jahre 1926 hat Adam Boros die Ansiedelung der Wassernuß (Trapa natans L.) in der Bucht von Keszthely beobachtet, das sich nach Adolf Lendl und Oszkár Keller im Jahre 1933 verbreitete. 1962 erschien das Gewächs in der Nähe von Balatonföldvár und Ábrahám­hegy, im Jahre 1963 auch in Zamárdi. 1943 wurden die ersten Exemplare der Wasserpest von Kanada (Elodea canadensis Rich.) von Olga Se­bestyén im Balaton beobachtet. Seitdem hat es sich auch in der Bucht von Keszthely angesiedelt. 1938 hat Rezső Soó schon 24 Abarten von Laich­krantpflanzen im Balaton beschrieben was auf Grund der obigen Schilderung die Gleichgewichtsstörung des Sees als Biotops andeutet. Seit den 1910-er Jahren an ist neben dem Laichkrant­gewächs-Problem die Verschlammung der Bucht von Keszthely, worauf die öffentliche Meinung ge­richtet ist. In diesen Jahren hat der Ingenieur Antal Reiger auch einen Plan für das Setzen des Schlammes vom Fluß Zala ausgearbeitet. Sein Plan wurde aber außer Acht gelassen und später vergessen. 1922 mußte man schon die Strände von Keszthely wegen der Verschlammung mit Sand bestreuen. Unter dem Eindruck der Drohung der Verbreitung von Laichkrant pflanzen- und Verschlammung hat das Ministerium für Landwirtschaft im Jahre 1936, in Keszthely, mit dem Einzug der Verwaltungs-Kommission für die Balaton­Angelegenheiten eine weitreichende Konferenz gehal­ten. Da wurde das Messen der Anschwemmung vom Fluß Zala beschlossen. 1937 schrieb Richard Reischl in einem offenen Briefe, daß nicht nur Keszthely sondern auch das ganze südliche Ufer von der Verschlammung bedroht waren. 1942 wird die öffentliche Meinung durch die Zeitungsartikel von Professor Jenő Cholnoky auf die Errettung der Bucht von Keszthely gelenkt. Beein­flußt durch Cholnoky's Artikel hat Lajos Tavy sich ausgesprochen, daß nach den Meßresultaten die An­schwemmung der Zala die von Cholnoky angenomme­ne Quantität nicht erreiche und demzufolge die Sauber­keit des Balaton nicht stark gefährdet sei. Heute ist es schon bekannt, daß die damaligen Meßergebnisse nicht ganz genau waren und die Rolle der Zala hinsichtlich der Regression des Balaton sehr beachtenswert ist. Zu obigen Problemen hat sich kürzlich im Einbruch des Schilfes (Phragmites communis Trin.) ein neueres gesellt. Gegen die Jahrhundertswende war das Schilf am südlichen Balatonufer noch nicht angesiedelt. Von 1914 an hat Gábor Kolosváry die Uferstrecke von Ke­nese-Aliga beobachtet und 1929 hat er auf zwei Land­skizzen den Einbruch von Schilfdickichten gezeigt. Im Jahre 1942 waren Géza Entz und Olga Sebestyén noch der Meinung, am südlichen sandigen Ufer könnte das Schilf keinen Fuß fassen. Heute ist das Schilf an diesem Uferteil schon überall verbreitet. 356

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