A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 5. (Veszprém, 1966)
Nagybákay Péter: Veszprémi és Veszprém megyei céhládák
61. Veszprémi ( ?) cipészcéh VBM. Ltsz. C-136. M. 53X33X35 cm. Fel: „1852" Zársz. csp. (66. kép). 62. Devecseri ismeretlen céh VBM. Ltsz. 55.67.1. M. 80x52x56 cm. Fel: „1853" Zársz. csp. (67. kép). 63. Veszprémi csizmadiacéh VBM. Ltsz. C-139. M. 65,5X51,5X50 cm. Fel: „Veszprémi Cs.Cz.Ké. 1870." Zársz. csp. (68. kép). 64. Gaja és Bakony vizimolnárcéh Református Múzeum Sárospatak. Ltsz. G. 1947. 351. M. 54x38x34 cm. Fel: „W.M. GAJA ÉS BAKONY VIZIMOLNÁRCZÉH. 1854". Lapf. csp. int. 65. Felsőgörzsönyi takács legénytársaság VBM. Ltsz. C-119. M. 52X35,5X37,5 cm. Fel: „1863" Lapf. csp. Diese Erörterung befaßt sich im Rahmen der Serie über die zunftgeschichtlichen Denkmäler der Stadt und des Komitats Veszprém mit den Zunftladen. Die Reihenfolge der behandelten Punkte ist : die allgemeine und lokale Rolle der Zunftladen, dann deren Struktur, Werdegang und stilgeschichtliche Entwicklung, zuletzt die eingehendere Beschreibung von den Zunf f laden der Stadt und des Komitats. Die Zunftlade diente zur Aufbewahrung von den Wertsachen, der Privilegienurkunde, dem Siegel und Geld der Zunft. Darüber hinaus war ihre Bedeutung viel größer, indem sie zum Symbol der moralen und beruflichen Zusammengehörigkeit und zu dem der Zunft selbst wurde. Die Zunftlade wurde von dem Zunftmeister, die Laden der selbständigen Gesellenvereine wurden von dem Oberältesten bewahrt. Die Zunftlade wurde von besonderer Ehrerbietung umgeben. Alle bedeutenden Ereignisse der Zunft haben vor der geöffneten Zuftlade stattgefunden. Die Versammlungen begannen mit dem Öffnen und endeten mit dem Schließen der Zunftlade. Sie wurde alljährlich, anläßlich der Wahl des Zunftmeisters, in einem Festzuge mit Musikbegleitung zum Hause des neuen Zunftmeisters gebracht. Dieser Brauch hat sich in dem Gedächtnis der Gewerbetreibenden von der Gemeinde Herend im Komitat Veszprém in den dreißiger Jahren des 20-sten Jahrhunderts noch ganz lebendig erhalten. Die Lichtbildaufnahmen von der Begleitung der Zunftlade wurden in diesen Jahren gemacht. (Bilder 1—6) Von der Zunft- bzw. Vereinslade, die als Kasse der Zunft, oder des Gesellenvereins galt, wurde im Falle von Krankheit oder Arbeitsunfähigkeit auch Unterstützung gegeben. Die Lade hat also als Vereinskasse 66. Tüskevári egyesült céh VBM. Ltsz. C-129. M. 60X 36,5 X 31 cm. Fel: „A Tüskevári Egyesült céhnek Ládája készült a 866-dik évben" Lapf. csp. 67. Szentgáli bognárcéh Magántulajdonban Szentgálon. Fel: „A.B.B.És.K.K. T.L.C.M.B.J.A.B.L.B.T.G.Lg.HB.G.K.TL 1876" Ismertette Vajkai Aurél: Szentgál. Budapest 1958. 287 1. 68. Zirci kőműves és cserepes egylet Zirci Reguly Antal Múzeum Ltsz. 55.275. M. 58 X 41x42 cm. Fel: „ÉLJEN a Becsült Kőműves—Cserepes Egylet" Lapf. sin. (69. kép). 69. Szentgáli asztaloscéh Magántulajdonban Szentgálon. Vaj kai Aurél: Szentgál. Budapest 1958. 287 1. bzw. eine Art Urinstitution der gegenseitigen Krankheits- und Altersversicherung gegolten. Die religiöse Anschauung des Mittelalters suchte für jede Institution nach einem biblischen Vorbild. In dem Falle der Zunftlade wurde dieses in der alttestamentarischen Bundeslade gefunden. In der Funktion der zwei Laden liegt in der Tat eine große Ähnlichkeit vor und am auffälligsten ist es, daß beiden eine gewisse Rolle der Zusammenhaltung zugeschrieben wurde. Die Struktur und der Aufbau der Zunftladen (Bild 7) haben im Laufe der Zeit keine große Mannigfaltigkeit aufgezeigt. Von der Gotik bis zur Biedermeierzeit kann der Einfluß der aufeinander folgenden Stilströmungen meistens nur and den Dekorationen verfolgt werden. Die drei Hauptteile der Zunftlade sind: der Sockel, der mittlere Teil oder der Ladenkörper und der Deckel. Die Lade stand gewöhnlich auf Beinen. Der mittlere Teil trug sehr oft das Wappen oder das Emblem der Zunft. Der Deckel war in den ersten Zeiten ein einfacher Flachdeckel. Zum Abdecken des Schlüsselloches des Flachdeckels wurde vom Ende des 16-ten Jahrhunderts an ein mit einem ausziehbaren Deckelchen versehenes, heraustehendes Glied angebracht. Dies ist der charakteristische Schloßkasten, der mit Verzierungen versehen wurde. Der Deckel wurde durch zwei langen Scharnierbändern an den Ladenkörper gefestigt. Später — zwecks der Schlußsicherheit der Lade — wurde eine andere Lösung getroffen. Der Ladendeckel konnte entlang zweier an die Schmalen Seitenwände angebrachten Schienen, mittels der flachen senkrecht an den Ladenboden gefestigten Eisenstänge, aufgezogen werden. Bei dieser Lösung kann der Deckel in waagerechter Lage über der geöffneten Lade festgemacht werden. Zuntfladen von der Stadt und vom Komitat Veszprém 135