A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 2. (Veszprém, 1964)
Gedeon Tihamér–Nemcsics Antal: A balácai római villa freskóinak technikai vizsgálata
Technische Untersuchung der Fresken der römischen Villa von Baláca Einige Bruchstücke des bemalten Anwurfes der römischen Villa in Baláca, ausgegraben durch das Museum von Veszprém, wurden einer ausführlichen Untersuchung unterzogen. Mit analytischer Methode und mit Röntgenuntersuchung (Debye-Scherrer) wurde die Zusammensetzung, wie auch die der einzelnen mineralogischen Bestandteile festgestellt. Unsere wichtigsten Feststellungen sind die folgenden: es wurden drei Sorten des Malters gefunden. Ein Malter teilweise mit groben, scharfen, 2—5 mm großen Körnchen; ein Malter, teilweise mit winzigen, 0,5—2 mm großen Körnchen; ferner ein wenig Sand und hauptsächlich noch ein lößartiges, schlammiges Material enthaltender Malter. In allen drei Fällen konnte aber auch die Beimischung von grünen Pflanzenteilen festgestellt werden. Die Menge der zum Mörtel gemischten Pflanzenteile konnte maximal auf 10% geschätzt werden. Hauptsächlich wurden Pflanzenteile von Gramineen gefunden. In einem Bruchstück haben wir auch Teile des Blattes und Stiels vom Schilfrohr (Phragmites communis) beobachtet. Eine weitere Feststellung ist, daß die Oberfläche des Anwurfes von Baláca mit 2—3 mm dickem weißem Glättmörtel überzogen war. Einen bedeutenden Teil dieses Glättmörtels bildete das in Transdanubien vielerorts vorkommende Dolomitmehl, das mit gelöschtem Kalk gebunden wurde. Der Dolomitmehl-Inhalt bewegte sich zwischen 45—48%. Die römischen Handwerker haben die verschieden gefärbten Felder auf diese schneeweiße Oberfläche aufgetragen. Die Farbstoffe wurden mit Röntgen untersucht: der Stoff der roten Farbe ist der Bauxit, welcher 4 km weit von Balácapuszta, in Vörösberény zu finden ist. Der Stoff der gelben Farbe ist der Goethit (Limonit), dessen Fundort von den vielen Fundorten dieses Minerals in Transdanubien zu bestimmen noch nicht gelungen ist. Der grüne Farbstoff der Umrahmung der großdimensionierten bemalten Felder ist der Glaukonit, ein grünes Mineralprodukt, das den vergleichenden Untersuchungen nach aus Urkut stammt. Die Grenzen der Bemalung wurden mit weißen Streifen umrahmt. In dieser Farbe fanden wir auch Bleiweiß. Die schwarze Farbe des Dionysos-Zimmers wurde aus Ruß verfertigt. Es wurde noch festgestellt, daß man einen ziemlich dicken Farbstoff gebraucht hatte. Die Spuren der Pinselstriche waren nämlich sowohl bei dem grünen Streifen, wie bei den weißen Schlußstreifen gut erkennbar. Aus Balácapuszta stammen auch einige solche Malterbruchstücke, bei denen der schneeweiße Glättmörtel fehlte und auf die das Muster mit dünnerer Farbe aufgetragen wurde. Auf Grund dieser Feststellungen geht hervor, daß der Bau, die Erweiterung und die Zusammensetzung der Bestandteile des Anwurfs in verschiedenen Zeiten vorgenommen wurden. Tihamér Gedeon—Antal Nemcsics 470