A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 2. (Veszprém, 1964)

Sz. Czeglédy Ilona–Koppány Tibor: A Balatonfűzfő–mámai románkori templomrom

Die romanische Kirchenruine von Balatonfűzfő-Máma Im Jahre 1964 wurde eine fachgemässe Re­staurierung der romanischen Kirchenruine von Ba­latonfűzfő-Máma unternommen. Vorher war aber eine archäologische Erschließung notwendig, zwecks Feststellung der genauen Anlage, des authentischen Grundrisses und des äußeren, sowie inneren Niveaus. Hinter dem Chor der röm. kath. Kirche der Ge­meinde Balatomfűzifő steht die Ruine der Kirche des verödeten mittelalterlichen Dorfes Máma. Heute stehen nur noch der Chor, der Triumphbo­gen und — stark beschädigt — die Nord — und Südwände der einschiffigen, mit geradem Chorab­schluss versehenen Kirche. Der südwestliche Teil fehlt. Das Innere und die unmittelbare Umgebung war von der Vegetation überwachsen und Trümmer häuften sich um sie an. Der Ortsname Máma kommt zuerst im Grün­dungsdiplom des Nonnenklosters von Veszprémvölgy vor, verliehen durch König Stephan d. I. (1000— 1038). Im 13.. Jh. wird seine Kirche, zu Ehren Ladis­laus d. I. (1077—1099) erbaut, erwähnt. Das Dorf bleibt bis zur Zeit der Zerstörung des Klosters von Veszprémvölgy im Besitz der Nonnen. In der 40-er Jahren des 16.. Jhs wurde es aber vorübergehend Lehensgut der Burg Palota. Die einstigen Besitztü­mer des Klosters von Veszprémvölgy erhielt im J. 1625 das Jesuitenkollegium von Győr. Die Jesuiten renovieren 1702 die in der Türkenzeit ruinierte Kirche und bauen eine Sakristei in Barockstil dazu. Nach der Auflösung des Jesuitenordens geht sein Besitztum an den staatlichen Unterrichtsfonds über. Máma gehört 1717 als verödetes Dorf zur Gemeinde Vörösberény. Seine Kirche wird aber gelegentlich auch noch Ende des 18. Jhs gebraucht (1773). Der vollkommene Verfall der Kirche erfolgte erst im 20. Jh. Ihre Westwand und Südwestecke wurden bei der Errichtung der neuen Kirche in den Jahren 1930—1932 abgetissen. Ihre Bausteine, wahrscheinlich auch die geschnitzten Steine, wurden verschleppt; das Innere wurde durch Schatzgräber an mehreren Stellen bis zum Grund aufgewühlt. Der erste Schritt der archäologischen Er­schließung war die Beseitigung der Vegetation und der sich aufgehäuften Trümmer. Das authentisch mittelalterliche Niveau wurde im Inneren des Langhauses und des Sanktuariums festgestellt, und demgemäß gesenkt, auch das äußere mittelalter­liche Niveau an beiden Seiten der Kirchenruine mit Suchgräben gesucht. Auch die Fundamentierung wurde untersucht. Die Fundamente der abgerissenen Westwand und Südwestecke wurden erschlossen, wie auch die teilweise herausgehobenen Reste des ursprünglichen Eingangs (Schwelle). Im Laufe der Ausgrabungen wurden die Fundamente eines Seiten­altars an der Nordseite des Langhauses, sowie in der Linie des Triumphbogens drei gestörte Gräber freigelegt. In der nördlichen Seitenwand zeigt sich die Tür der Sakristei. Diese, sich an die Nordwand anshliessende Sakristei wurde gleichfalls er­schlossen, Ihr Mauerputz und Ziegelf ußboden sind erhalten geblieben, Die Spuren des Ziegelgewölbes waren an der Außenseite der Nordwand auch vor unserer Ausgrabung sichtbar. Auf den inneren und äußeren Wänden der Kirchenruine ist der mittelalterliche Verputz und auf diesem der Verputz der Barockzeit in großen Flächen erhalten geblieben. Unter den Kleinfunden sind hauptsächlich keramische Reste zu nennen. An der Außenseite der Nordwaind kamen Gefäß­bruchstücke aus der Árpádenzeit, im Inneren der Kirche, solche aus dem 16—17. Jh. zum Vorschein. Im situ wurden ein aus rotem Stein geschnitzter Weihwasserbehälter und ein Bruchstück eines Türrahmens gefunden. Aus dem Langhaus kam auch ein mittelalterlicher Mühlstein ans Tageslicht. Die Kirche ist — wie es die Anordnung des Grundrisses, die Urkunden und die Kleinfunde beweisen — im 13. Jh. erbaut worden. Nur die Sakristei ist ein Zubau der Barockzeit. Der obere, dichte Verputz und der Fußboden der Sakristei deuten gleichfalls auf diese Zeit hin. Bei der Restaurierung wurden kleinere Mauerer­gänzungen vorgenommen, um gewisse Formen 157

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