A Veszprém Megyei Múzeumok Közleményei 1. (Veszprém, 1963)
Tóth Sándor: A veszprémi székesegyház középkori kőfaragványai (A Bakonyi Múzeum kőtárának ismertetése I.)
Die mittelalterlichen Werksteine der Kathedrale von Veszprém Die aus der Kathedrale stammenden Werksteine bilden die bedeutendste Gruppe des Lapidariums vom Bakonyer Museum. Diese Steine sind die wichtigsten Dokumente der Baugeschichte der Kathedrale. Die Mehrzahl derselben kam, bei dem letzten Umbau der Kathedrale (1907—1910) zum Vorschein. Zum Ausgangspunkt der Untersuchung hat Veriasser die bekannten plametten verzierten Gesimsbruchstücke genommen. Eine Untersuchung der Fundstellen derselben deutet darauf, dass sie zuletzt im XVIII. Jh., teilweise für andere Zwecke, verwendet wurden. Ein Arkadenkapitell, dem Stil nach eng verwandt mit den Gesimsbruchstücken, wurde tiefer gefunden, als die an anderen Stellen beobachteten romanischen Fussbodenniveaus. Der Widerspruch der Fundumstände dieser Bruchstücke und des Kapitells hat sich dadurch aufgelöst, dass auf den Bruchstücken Spuren von nachträglicher Umarbeitung, bezw. Bemalung zu beobachten sind. Da unsere Werksteine in der Barockzeit nicht also Baudetails verwendet wurden, ist zweifellos, dass sie diesmal nicht sekundär, sondern terziär eingebaut worden sind. Über die frühe Baugeschichte der Kathedrale bildeten sich zwei Ansichten aus. Der einen Meinung nach sei der 1907 erschlossenen und teilweise abgetragenen, aus rotem Sandstein gebauten Kathedrale ein früherer, im IX. Jh. gebaute Kirche vorausgeganden. Die palmettenverzierten Steine sollen zu dieser Kirche gehört haben. Der anderen Auffassung! nach seien diese Steine auf das XI. Jh. zu datieren und sei die Möglichkeit des einstigenl Bestehens einer früheren Kirche ausgeschlossen. Die Frage wird dadurch entschieden, dass im Jahre 1907, teilweise unter einem der 1 roten Sandsteinpfeiler, ein quadratisches Postament, mit einer runden Aushöhlung auf seiner oberen Fläche gefunden wurde. Die Funumstände dieses Postamentes beweisen es mit Bestimmtheit, dass an Stelle der aus roten Sandsteinen gebauten Kirche vorher eine andere gestanden hatte. Diese Postamente wurden wahrscheinlich aus römischen Steinen zu Säulenständern umgebildet. Ihre Datierung entspricht im grossen der Datierung der palmettenverzierten Steine auf das XI. Jh. und den geschichtlichen Daten über die Gründung der Kathedrale. Die füheste Kathedrale von Veszprém lässt sich also auf die X — XI. Jahrhunderte datieren. Auf Grund der Reste könnte man sich die erste Kathedrale als eine Basilika mit Säulen vorstellen Die Gesimsbruchstücke mögen zum inneren Gesims des Hauptschiffes gehört haben. Diese Bestimmung des Baumaterials und der chronologischen Stellung der frühesten Kathedrale steht zum Bestehen der aus roten Sandsteinen gebauten Kathedrale in keinem Gegensatz. Einige Details der letzteren deuten nämlich darauf hin, dass der Bau erst Ende des XI., oder Anfang des XII. Jh-s fertig geworden ist. Die frühe Kathedrale war demgemäss verhältnismässig von kurzer Lebensdauer. Nach Fertigwerden der Kathedrale von XI — XII. Jh-n veränderte das Bild der Kirche längere Zeit hindurch wesentlich nicht. Die nächste Veränderung erfolgte mit dem Neubeu des Sanktuariums Ende des XIV. Jh-s. Dieser Teil der Kathedrale ist mit wenigen Verwandlungen in seiner ursprünglichen Form auf uns gekommen. Seine aus ihren ursprünglichen Form auf uns bekommen. Seine aus ihren ursprünglichen Stellen herausgenommenen Werksteine gewähren uns wichtige Stützpunkte für die stilkritische Bestimmung. Einige Stücke der gotischen Steine der Kathedrale lassan sich auf Grund der Fundumstände und der Ausbildung derselben zu den architektonisch unbekannten südlichen Nebenkapellen rechnen.. Diese bestätigen im wesentlichen die geschichtlichen Angaben über das Bestehen der südlichen Kapellen der Kathedrale im XIV. Jh. Der spätgotischen Ausbildung der Kathedrale gehören vier reich gegliederte Steindenkmäler. Diese waren vermutlich Bestandteile eines Sakramentshäuschens. Die Bauperiode der Renaissance ist durch ein Kassettenbruchstück vertreten. Sándor Tóth 142