Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

Pál Rainer: Die Königinnen von Ungarn zur Zeit der Árpáden

rheinländischen Juden - den Gebrauch der jährlichen Neuschaffung und Abwertung des Geldes eingeführt, infolgedessen der königliche Hof zu ei­nem bedeutenden Gewinn gelangte. Ähnlichen Charakters muß auch die Königin Ilona, die Frau von Béla IL, die Tochter des serbischen Großfürsten gewesen sein. Statt ihres blinden Mannes hat praktisch sie das Land regiert - natürlich mit Hilfe der Groß­herren. Die Massaker der Anhänger der Gegenpartei (68 Mann) nach der Landessitzung in Arad vorn Jähre 1131, geschah - wie allbekannt - auf ihre Initiative. Zu dieser Gruppe gehörte auch die Königin Eufrozina, die Frau von Gé­za IL, die Tochter des russischen Fürsten Msztyiszlav L, die während der Minderjährigkeit ihres Sohnes István III. das wahre regierende Haupt des Landes war und ihren starken Einfluß auch später bewahrt hat. Eine der bekanntesten Königinnen ähnliches Types war vielleicht Gert­rud, die erste Frau von András IL Ihre Tätigkeit und ihr Vorgehen - wie es aus der Historie Ungarns gut bekannt ist - hat sogar die Empörung der Hofleute hervorgerufen, die sie zuletzt auch getötet haben. Mehrere Teil­nehmer des Aufstands, desser Leiter Bánk Bán war, gehörten früher zur Gertruds Umgebung, ihre Feindseligkeit ihr gegenüber gründete also auf persönlichen Erlebnissen. Im Gegensatz zu diesen „politisierenden" Königinnen wissen wir kaum etwas z.B. über die Gemahlin von Péter und Aba Samuel, über Szünadéné (die zweite Frau von Géza L), Felicia (erste Frau von Kálmán L), Adelheid (?) (die Frau István IL), Ágnes (die Frau István III.), Mária (die Frau István IV.), Jolánta (zweite Frau von András IL). Wenn wir im Betracht nehmen, daß laut der mittelaltrlichen öffentlichen Auffassung die Förderung der Kirche eine der Aufgaben der jeweiligen Herrscher war, gilt dies um so mehr im Falle dr Königinnen. Nennen wir auch dazu einige Beispiele. Wie ich schon erwähnte, war Königin Gizella Gründer der Veszprémer Kathedrale. Die Königin Ilona knüpften enge Fä­den zur Dömöser Propstei, die vom Vater ihres Mannes, dem Herzog Ál­mos gegründet wurde. Durch die Unterstützung der Königin Eufrozina wurde das Kreuzordenhaus in Székesfehérvár (Stuhlweißburg) gegründet. Chatillon Ágnes hat in Hajszentlőrinc ein Kloster errichten lassen. Königin Jolánta unterstützte den Bau des Arader Domkapitels. Laskaris Mária pat­ronierte hauptsäclich die Orden der Dominikaner und Franziskaner. Das Eheleben unserer Herrscher war auch nicht immer frei von kleine­ren-größeren Familienproblemen. Königin Eufémia wurde - nachdem sie ihren Gatten betrogen hatte - vom König Kálmán zu ihren Eltern zurück, nach Kiew geschickt und dort gab sie ihrem Sohn Boris das Leben, der spä­ter öffters als Thronbewerber aufgetreten war, doch die Árpádén haben ihn nie als Thronfolger und Erben anerkannt. 92

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