Gizella és kora (Veszprémi Múzeumi Konferenciák 4. 1993)

Pál Rainer: Die Königinnen von Ungarn zur Zeit der Árpáden

Beatrix (die dritte Frau von András II.) hatte den König vermutlich mit dem Palatin Dénes betrogen und so hielt sie es für besser, nach dem Be­gräbnis des Königs András - obwohl sie schwanger war - Ungarn zu ver­lassen. (Ihr Enkelkind war András III., der letzte König aus dem Árpáden­haus.) Königin Izabella, die Frau von László IV. wurde von ihrem Mann ver­stoßen wegen seiner kunischen Liebhaber, sie wurde sogar für eine Zeit in das Kloster auf der Margareteninsel verbannt. Béla IV. versuchte - trotz eigenen Willens - nach dem Wunsch seines Vaters András II. seine Ehe mit Maskaris Mária mit Erlaubnis des Papstes aufzulösen, da sein Vater für ihn eine Gattin haben wollte, die ihnen besse­re Beziehungen gesichert hätte. Der Papst jedoch - nachdem er von unga­rischen Bischöfen Informationen über die Situation erhielt - genehmigte die Scheidung nicht und dies war - aller Wahrscheinlichkeit nach - dem Béla IV. (damals noch Prinz.) auch recht (1222-1223). Es kam vor, daß die Königinjnen aus politischen Gründen in eine unan­genehme Situation gerieten. Königin Anastázia - die Witwe von András I. - wurde vom eigenen Sohn Salamon getötet, als sie im Jahre 1074 die Poli­tik ihres Sohnes für die erlittenen Niederlagen verantwortlich gemacht hat­te. Königin Eufrozina wurde von ihrem Sohn Béla III. im Jahre 1177 ins Gefängnis gebracht, da sie nicht ihn, sondern dessen Bruder Géza unter­stützte und später, im Jahre 1186 verbannte er sie nach Byzanz. Königin Erzsébet (die Frau István V.) wurde zweimwal gefangengehalten. Zum er­sten Mal noch als Herzogin im Jahre 1260, als sie in Sárospatak von Béla IV. gefangen wurde, später im Jahre 1274, als sie samt ihrem Sohn, dem Kind László IV. von Kőszegi Henrik und Gutkeled Joachim verhaftet wur­de. Die meisten Königinnen - falls sie ihre Gemahle überlebt hatten - verlo­ren mit dessen Tod nicht nur ihren Lebensgefährten, sondern auch ihren Einfluß und ihre Autorität. Uns sind aus der Arpádenzeit nur zwei Fälle be­kannt, daß die Königinwitwe wieder geheiratet hätte. Die eine war Judit, die Witwe des Königs Salamon, die im Jahre 1088 die Gemahlin des pol­nischen Fürsten Ulászló Hermann (1081-1102) wurde. (Nebenbei möchte ich noch erwähnen, daß sie auch als polnische Königin Neuerungen in die Landesregierung eingeführt hatte.) Judit und Salamon kann man aber kaum als Ehepartner betrachten, da sie bei ihrer Eheschließung noch Kinder wa­ren und es auch später - infolge des schweren Schicksals von Salamon - zu keinem richtigen Zusammenleben kam, obwohl es Salamon im Jahre 1084 versucht hatte, das zu erreichen. Der andere Fall ist mit der Königin Konstancia verbunden, (Witwe des Königs Imre), die im Jahre 1209 den späteren deutschen Kaiser Friedrich II. (1215-1250) geheiratet hat. 93

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