Struktúra és városkép. A polgári társadalom a Dunántúlon a dualizmus korában. Konferencia Veszprémben, 1997. október 16-17-én (Veszprém, 2002)

Társasági élet, szórakozás - Hannes Stekl: Stadtjubiläum und bürgerliche Identität: Wiener Neustadt 1192–1892

Bildung des ersten Arbeitervereins im Jahr 1867 ihre elitäre und gesellschaftlich privilegierende Rolle weitgehend eingebüßt hatte. Doch beim Lichterumzug traten die rund 1250 Männer, kenntlich durch verschiedenfarbige Lampions, als Mitglieder der drei Ge­sangvereine, von Schützen- und Turnverein sowie von zehn gewer­blichen Genossenschaften und des Handelsgremiums auf; schwarze Kleidung und weiße Halsbinde unterstrichen die Respektabilität des Zuges. Und es wiedersprach der gängigen gesellschaftlichen Hierarchie, daß an seiner Spitze rund 400 Mitglieder des Arbeiter­vereins marschierten. Darin kamen jene Universalisierungstendenzen des bürgerlichen Sozialmodells zum Ausdruck, welche auch für andere Städtejubiläen charakteristisch waren. 22 Es war der stimmungsbildenden Kraft des Liedes zuzuschreiben, daß den Gesangvereinen im Ritual der Feierlichkeiten eine wich­tige Aufgabe zukam. Ihren Höhepunkt erreicht das öffentliche Auf­treten dieser Korporationen beim 25 jährigen Gründungsfest des Männergesangvereins „Frohsinn": beim vorabendlichen Fackelzug und dem Ständchen vor dem Haus des Bürgermeisters und beim anschließenden Festkommers, beim mehr als 2000 Teilnehmer zählenden Sängerfest mit Aufmarsch zum Rathaus, begeisternden Reden, Fahnendekoration und Festzug. Auch die Turner, eine weitere wichtige Trägergruppe liberalnationalen Gedankengutes, durften bei der Feier nicht fehlen. Doch es spricht auch hier für die wachsende Anerkennung der Arbeiterschaft, daß bei diesem Tref­fen der neue Arbeiter-Gesangverein „Liederkranz" sein Debut geben konnte und als bescheidener, aber gleichberechtigter Partner neben die bürgerlichen Vereine trat. Dies bot Anlaß, die Dar­bietungen nicht nur „als Marksteine der Kultur", sondern auch als „Werke geeinigten Bürgersinns" zu loben. 23 Auch für die aktive Teilnahme der Frauen und Mädchen bilde­ten neben dem sozialen Status des männlichen Familienober­hauptes die Vermögensverhältnisse ein wichtiges Kriterium. Die rund 60 - in den Zeitungen namentlich genannten - Ehrenjung­frauen wurden von einem Frauenkomitee mit einer Fabrikantens­gattin an der Spitze ausgewählt. 24 Die hohen Kosten für die An­schaffung einer einheitlichen, repräsentative Toilette setzte einen 405

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